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Kleiner Kreuzer KARLSRUHE (I)                                           Offizielles Patenschiff der Stadt Karlsruhe                       seit 11. November 1912

Das erste Kriegsschiff KARLSRUHE ist als sechstes Schiff der sogenannten „Städteklasse“ am 11. November 1912 vom Stapel gelaufen. Der Taufakt wurde vom Oberbürgermeister der Patenstadt Karlsruhe, Karl Siegrist, vorgenommen. Niemand ahnte damals, dass das kleine, schwach gepanzerte Schiff wenige Jahre später als erfolgreichster deutscher Kreuzer des Kriegsjahres 1914 zu einem „Schrecken der Meere“ werden sollte.

Der Kleine Kreuzer war für den Überseedienst auf der Ostamerikanischen Station vorgesehen. Am 15. Juni 1914 lief KARLSRUHE unter dem Kommando von Fregattenkapitän Lüdecke aus Kiel zum Überseedienst aus. Am 26. Juli 1914 übernahm Fregattenkapitän Erich Köhler auf See das Kommando. Havanna auf Kuba wird am 28. Juli 1914 erreicht. Während des anschließenden Marsches ostwärts in den offenen Atlantik erhält KARLSRUHE am 3. August 1914 Nachricht vom Kriegsausbruch mit England und Frankreich und den neuen Auftrag, Kreuzerkrieg im Atlantik zu führen.

Am 18. August 1914 gelingt KARLSRUHE die erste Prise durch Aufbringung des britischen Dampfers BOWES CASTLE auf der Fahrt in Richtung brasilianische Küste. In den nächsten Monaten kreuzt KARLSRUHE zwischen der Nordost-spitze Brasiliens und dem Äquator auf dem Dampferweg zwischen den La Plata-Häfen und Europa.

Am 14. November 1914 sinkt Kreuzer KARLSRUHE nach einer bis heute nicht völlig geklärten inneren Explosion in der Nähe der Insel Barbados in der Karibik. 263 Mann, darunter der Kommandant, Fregattenkapitän Erich Köhler, der sich während des Unglücks auf der Brücke befand, nahm sie mit in die Tiefe.

Bis zu diesem Zeitpunkt gelang KARLSRUHE die Aufbringung von insgesamt 16 englischen Dampfern und einem niederländischen Dampfer in englischem Charter. Die nach internationalem Prisenrecht aufgebrachte und versenkte Tonnage betrug mehr als 76600 BRT. Alle Besatzungen und Passagiere der versenkten Schiffe wurden gerettet und auf Schiffen entlassen.

Gemälde: Versenkung des englischen Dampfer RIO IGUASSU am 22.09.1914.

Nur 146 Überlebende konnten mit dem Begleitschiff RIO NEGRO unter der Führung des 1. Offiziers des Kreuzer KARLSRUHE, Kapitänleutnant Studt, die Heimreise antreten. Kiel wurde am 6. Dezember 1914 erreicht.

Die Geheimhaltung über den Untergang des Kleinen Kreuzer KARLSRUHE (I) und die Rückkehr der überlebenden Besatzung durch die deutsche Admiralität war so vollständig, das der britische Gegner noch länger als ein Jahr nach dem „Gespensterkreuzer“ vergeblich im Atlantik und in den Gewässern der Karibik suchte.

"Seehelden" des 1. Weltkrieg auf einer zeitgenössischen Postkarte von 1919.      Im Bild 2.v.r.:                                      Fregattenkapitän Erich Köhler                 14.11.1914

Am 25. März 2009, östlich der Insel Trinidad in Position 11°7 Nord / 55°25 West, Gedenken an den am 14. November 1914 gesunkenen Kleinen Kreuzer SMS KARLSRUHE (I) durch die Fregatten F 219 SACHSEN und F 214 LÜBECK sowie den Einsatzgruppenversorger A 1412 FRANKFURT AM MAIN.

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Kleiner Kreuzer KARLSRUHE (II)
Offizielles Patenschiff der Stadt Karlsruhe                       seit 31. Januar 1916

Das zweite Kriegsschiff KARLSRUHE lief als drittes Schiff der „Königsberg-Klasse“ am 31. Januar 1916 ohne besondere Feierlichkeiten vom Stapel. Der Kleine Kreuzer KARLSRUHE (II) wurde unter dem Kommando des Fregattenkapitän Tietgen am 15. November 1916 in Dienst gestellt und der II. Aufklärungsgruppe der Hochseeflotte zugeteilt.

Die Hauptaufgabe der II. Aufklärungsgruppe bestand in den Jahren 1917/1918 in der Sicherung der Minensuch- und Räumverbände auf den minenfreien Wegen im äußeren Minengürtel der Deutschen Bucht.

Im Herbst 1917 nahm die II. Aufklärungsgruppe mit KARLSRUHE unter Führung des Konteradmiral von Reuter an den Operationen zur Eroberung der baltischen Inseln teil. Nach Erfüllung der Aufgaben geleitete Kreuzer KARLSRUHE eine Gruppe der Transportflotte in die Danziger Bucht zurück. Nach Abschluß der Gesamtoperation gingen die entsandten Teile der Hochseeflotte wieder in die Nordsee. Bis zum Kriegsende im November 1918 war KARLSRUHE bei der Sicherung der Deutschen Bucht ohne besondere Vorkommnisse tätig.

Die unbesiegte Hochseeflotte, darunter auch der Kreuzer KARLSRUHE, mußte nach den Waffenstillstandsbedingungen der Entente desarmiert (entwaffnet) übergeben werden. Am 19. November 1918 verließ KARLSRUHE zusammen mit 73 anderen Schiffen der kaiserlichen hochseeflotte zum letzten Mal Wilhelmshaven mit Kurs auf Rosyth am Firsth of Forth und anschließend weiter nach Scapa Flow.

Scapa Flow ist eine geräumige Meeresbucht im Südteil der Orkney-Inseln mit ziemlich engen und gewundenen Zugängen. Die Inselgruppe liegt nördlich von Schottland unter 59° Nordbreite zwischen Atlantik und Nordsee. Hier hatte die englische „Grand Fleet“ den gesamten Krieg hindurch ihren Hauptstützpunkt, der vorzüglich für die Fernblockade Deutschlands geeignet war.

Als im Juli 1919 vor Unterzeichnung des Versailler Diktates die Gefahr einer gewaltmäßigen Besetzung der deutschen Kriegsschiffe drohte, wurden auf Befehl von Konteradmiral Reuter alle internierten Kriegsschiffe von den eigenen Restbesatzungen zur Selbstversenkung durch Öffnen der Seewasserventile vorbereitet.

Nachdem an alle Schiffe der Internierungsflotte durch ein vorher vereinbartes Flaggensignal der Befehl zur Selbstversenkung gegangen war, versanken im laufe des 21. Juni 1919 in der weiten Bucht zwischen den Orkney-Inseln fünf Schlachtkreuzer, 11 Linienschiffe, acht Kleine Kreuzer und 50 Torpedoboote. Kreuzer KARLSRUHE (II) (rechts im Bild) sank gegen 15.50 Uhr als eines der letzten Schiffe der deutschen Hochseeflotte in die Tiefe des Meeres.

Odyssee einer Schiffsglocke

Das Wrack des 1919 versenkten Kleinen Kreuzer KARLSRUHE (II) wurde nicht gehoben. Es wurden nur einige Besonderheiten herausgetaucht. So auch die Schiffsglocke des Kreuzers. Nach einer 72-jährigen Odyssee ist die gusseiserne Schiffsglocke des Kreuzers seit dem         14. Oktober 1991 wieder dort, wo sie eigentlich hingehört, nämlich an Bord eines Kriegsschiff KARLSRUHE.

Fünfundfünfzig Jahre ruhte sie auf dem Meeresgrund, bevor sie am 16. Juni 1974 von britischen Tauchern geborgen wurde und heute durch glückliche Umstände in der Offiziersmesse der Fregatte F 212 KARLSRUHE (V) wieder einen angemessenen Ehrenplatz eingenommen hat.

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Leichter Kreuzer KARLSRUHE (III)
Offizielles Patenschiff der Stadt Karlsruhe                       seit 20. August 1927

Das dritte Kriegsschiff KARLSRUHE lief am 20. August 1927              vom Stapel.

Die Taufrede hielt der Karlsruher Oberbürgermeister Dr. Finter. Der eigentliche Taufakt wurde von Frau Köhler, Witwe des am 4. November 1914 gefallenen Fregattenkapitän Erich Köhler des Kreuzer KARLSRUHE (I), vollzogen. Die offizielle Indienststellung erfolgte am 6. November 1929 in Wilhelmshaven unter dem Kommando von Fregattenkapitän Lindau.

Der Leichte Kreuzer KARLSRUHE (III) wurde ab Mai 1930 für die Inspektion des Bildungswesens fast ausschließlich als Schulschiff für Offiziersanwärter auf ausgedehnten Reisen durch alle Weltmeere eingesetzt und trug den Namen seiner Patenstadt auf fünf Ausbildungsreisen bis Juni 1936 weit in alle Erdteile.

Zur Erinnerung an die Weltreise 1931/32 mit Kreuzer KARLSRUHE.

Zur Erinnerung an den Besuch in Honolulu auf Oahu/Hawaii (USA) vom 17. Februar bis 5. März 1934.

Besuch in San Diego (USA)                     am 27. März 1934 während                     3. Auslandsfahrt.

Mit Abschluß der 5. Ausbildungsreise 1935/36  war für Kreuzer KARLSRUHE (III) der Dienst als Schulschiff beendet. Mit Wirkung vom 1. Juli 1936 war das Schiff den Aufklärungskräften zugeteilt. Während des spanischen Bürgerkrieges wurde KARLSRUHE im Jan./Febr. und Juni 1937 zu Einsätzen in spanische Gewässern befohlen. Beide Reisen blieben ohne besondere Ereignisse.

Um das Seegangsverhalten zu verbessern, wurde der Leichte Kreuzer KARLSRUHE (III) am 20.5.1938 ohne Besatzung außer Dienst gestellt und anschließend von der Marinewerft Wilhelmshaven umgebaut. Die durchgeführten Maßnahmen erstreckten sich hauptsächlich auf die Anbringung einer zweiten Außenhaut zur Stabilisierung des Schiffskörpers.

Dadurch wurde das Schiff um 1,3 m auf 16,6 m verbreitert. Die verfügbare Höchstgeschwindigkeit verringerte sich dadurch allerdings auf 30 kn. Bei Kriegsausbruch waren die Umbauarbeiten noch nicht vollendet. Erst am 13.11.1939 konnte Kreuzer KARLSRUHE (III) wieder in Dienst gestellt werden, um zunächst Erprobungen durchzuführen. Mit einer neuen und unzureichend ausgebildeten Besatzung stand der Kreuzer dann im April 1940 dem sogen. Unternehmen „Weserübung“ unter dem Kommando von KzS Rieve zur Verfügung.

Am 9. April 1940 wurde das Schicksal auch dieses Schiffes besiegelt. Beim Norwegenfeldzug hatte der Kreuzer die Aufgabe, die Landung deutscher Truppen in Kristiansand zu sichern. Auf dem Rückmarsch im Skagerrak gelang es gegen 19.58 Uhr dem britischen U-Boot TRUANT auf den Zickzackkurse steuernden Kreuzer einen Torpedofächer abzuschießen. Trotz Ausweichversuchen traf ein Torpedo so unglücklich, das beide Maschinen, die E-Anlage, das Ruder und die Lenzmittel ausfielen. KARLSRUHE zeigte bald Schlagseite und sackte langsam tiefer. Gegen 21.00 Uhr stieg die Besatzung auf LUCHS und SEEADLER über. Als das Schiff bis zur Schanze weggesackt war, gab Kapitän zur See Rieve dem Torpedoboot GREIF den Befehl, den Kreuzer durch Torpedoschuß selbst zu versenken. Dieser Befehl wurde um 22.50 Uhr ausgeführt und KARLSRUHE (III) ist anschließend auf 58°4’N/8°4’O gesunken.

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