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siehe auch Link: EXTRA´s Schiffe KAR 1,und 4

Auch auf dieser Seite biete ich weiterführende Informationen zu den Schiffen mit Namen KARLSRUHE an. Der Schwerpunkt liegt bei Zusatzinformationen von Bord und der Verwendung der Fregatte F 212 KARLSRUHE (V).

21. 189 Seetage:                                                Eine Reise – drei Verwendungen                mit vielen Besonderheiten

Nach längerer Liegezeit im Marinearsenal Wilhelmshaven beginnt Anfang Januar 2008 für Fregatte F 212 KARLSRUHE eine viermonatige Einzelausbildung. Schiff und Besatzung wurden auf neue Aufgaben vorbereitet. Die Ausbildung wurde mit der erfolgreichen Teilnahme am GOST (German Operational Sea Training) vom 12.3. – 25.4.2008 in Devonport/England abgeschlossen. Danach begann ab Mitte Mai 2008 ein im bisherigen Lebenslauf der F 212 KARLSUHE noch nicht da gewesener „Hickhack“ um die weitere Verwendung des Schiffes auf See. Die Abläufe zwischen Mitte Mai 2008 bis Ende Februar 2009 werden nachfolgend dargestellt:

Anmerkung:
Alle zeitlichen Abläufe und Zuordnungen sind sorgfältig recherchiert. Vorgenommene Einschätzungen und Bewertungen sind Ausdruck „meiner Sicht der Dinge“ und nicht zu verallgemeinern.

1. Besonderheit:
Die Mitte Mai 2009 von der Marine avisierte 2. Teilnahme der F 212 KARLSRUHE an UNIFIL (23.07.08 - Ende Jan. 09) wurde ohne Angabe von Gründen kurzfristig abgesagt. Eigentlich unverständlich! Fregatte F 212 KARLSRUHE gehörte vom 21.9.2006 bis 10.3.2007 zum ersten Kontingent der Deutschen Marine bei der Mission United Nations Interims Force in Lebanon (UNIFIL) vor der Küste des Libanon als Schiff der UN in Erfüllung der Resolution 1701. Im Rahmen der Seeraumüberwachung wurden bei diesem Einsatz allein durch die F 212 KARLSRUHE mehr als 400 Schiffe im Seegebiet vor der libanesischen Küste abgefragt. Die Bewältigung der damals völlig neuartigen Herausforderung für Schiff und Besatzung wird noch heute in Marinekreisen als sehr erfolgreich bewertet.

2. Besonderheit:
Auch die von der Marine Mitte Juni 2009 avisierte 3. Teilnahme der F 212 KARLSRUHE an OEF (31.07.08 - Ende Jan. 09) wurde ohne Angabe von Gründen kurzfristig abgesagt. Eigentlich unverständlich! Schiff und Besatzung haben bereits während „OEF 2002“ vom 3.6. – 18.10.2002 und „OEF 2005“ vom 19.3. – 16.9.2005 ausreichend Erfahrungen im Seegebiet am Horn von Afrika, vor der Küste von Somalia und in angrenzenden arabischen Gewässern sammeln können. Auch der Versorgungsstützpunkt Djibouti wurde bereits mehrmals angelaufen. Warum also keine erneute Verwendung bei „OEF 2008“?

Für die Besatzung Fregatte F 212 KARLSRUHE, deren Angehörige und Freunde begann eine mehrmonatige „Leidenszeit“ der Ungewissheit. Keiner konnte, vor allem im privaten Bereich, einigermaßen vernünftig planen. Der „Hickhack“ ging vor allem den Familienangehörigen „auf die Nerven“. Auch ich hatte meine liebe Mühe, die Verwendung bzw. Nichtverwendung der F 212 zu verstehen. Gezweifelt habe ich nicht an der Tüchtigkeit von Schiffführung und Besatzung, auch nicht an der Einsatzfähigkeit der Fregatte KARLSUHE. Gezweifelt habe ich an der Fähigkeit höherer Dienststellen der Deutschen Marine und der Koordinationsfähigkeit der NATO. Auch ist mir politischer Einfluss in den Sinn gekommen, dessen Bedeutsamkeit nicht unbedingt von den Soldaten an Bord und schon gar nicht von mir als Zivilist und Landratte verstanden werden muss. Alle meine Bemühungen, die Hintergründe zur Verwendung F 212 KARLSRUHE zu hinterfragen, sind letztlich jämmerlich gescheitert. Keine Dienststelle der Deutschen Marine hat meine seriösen Anfragen beantwortet – ich wurde einfach ignoriert. „Sache der Marine ist eben Sache der Marine!

Versuch einer Erklärung
Die militärischen Aktivitäten bei den Operationen OEF und UNIFIL sind völkerrechtlich durch Resolutionen der UN abgedeckt. Über Umfang und Dauer der Beteiligung entscheiden die Regierungen bzw. die Parlamente der an den Einsätzen beteiligten Nationen. So werden auch die Mandate zur Beteiligung Deutschlands an OEF und UNIFIL jährlich durch den Deutschen Bundestag überprüft. Dabei wurde in der Vergangenheit auch der Umfang (Einheiten und Personalstärke) des nationalen Engagements ständig modifiziert. In der Praxis führte dies bisher (außer bei OEF Afghanistan) zu einer Minderung der eingesetzten Einheiten und damit zu einer Personalreduzierung. Man kann davon ausgehen, dass die nationalen Entscheidungen auf politischer Ebene mit den verbündeten Nationen abgestimmt werden, um den Erfolg der Missionen und deren abschreckende Wirkung nicht zu gefährden. Diese Entscheidungen unterliegen der Geheimhaltung.
Fazit: Über Umfang und Dauer der deutschen Beteiligung an OEF und UNIFIL bestimmt die „hohe“ Politik insgesamt – nicht der Minister BMVg, nicht der Inspekteur der Marine mit seinem Stab und schon gar nicht der Kommandant F 212 KARLSRUHE. Betroffen von den Varianten der Einsatzplanung 2008 für die Fregatte F 212 KARLSRUHE waren ausschließlich die Besatzungs-angehörigen und deren Familien. Sonst niemand! Oder doch? Natürlich ich: Ich hatte zeitweilig nichts zu berichten, leider!

Dann dieErlösung“: Endlich, am Sonntag, dem 24. August 2008, läuft F 212 KARLSRUHE nach langer Zeit "an der Kette" im Heimathafen aus Wilhelmshaven mit Kurs Mittelmeer zur Teilnahme an der SNMG 2 aus. Die Rückkehr in den Heimathafen ist für den 22. Dezember 2008 avisiert. Zu diesem Zeitpunkt gehen Besatzung und Angehörige davon aus, das Weihnachtsfest 2008 und den Jahreswechsel 2008/09 gemeinsam in der Heimat begehen zu können. Aber es kommt anders!

3. Besonderheit:
F 212 KARLSRUHE operiert vom 26.09. - 10.10.2008 im Mittelmeer (erstmals in der Geschichte der NATO) während eines gemeinsamen Manövers (NOBLE MIDAS 08) zusammen mit den vier ständigen maritimen NATO-Verbänden (SNMG 1, SNMG 2, SNMCMG 1 und SNMCMG 1).


4. Besonderheit:
Im Rahmen der „Istanbul Cooperation Initiative“ (ICI) besucht die Fregatte F 212 KARLSRUHE als erstes deutsches Kriegsschiff im Oktober/November 2008 mit Teilen des Verband der SNMG 2 im Auftrag der NATO das arabische Königreich Bahrain, sowie das Emirat Kuwait. Der ursprünglich vorgesehene Besuch in Qatar (Katar) wurde kurzfristig abgesagt.

5. Besonderheit:
Der ursprünglich bis 22. Dezember vorgesehene Einsatz bei der SNMG 2 wurde bereits am 15. November 2008 vorzeitig beendet. F 212 KARLSRUHE scheidet aus dem Verband der SNMG 2 aus.

Bis zu diesem Zeitpunkt wurden folgende Häfen angelaufen:
Rota/Spanien (31.08.08 - 08.09.08)
Cartagena/Spanien (13.09.08 - 14.09.08 und 19.09.08 - 21.09.08)
Catania/Sizilien (25.09.08 - 26.09.08)
Souda auf Kreta/Griechenland (09.10.08 - 13.10.08)
Passage des Suezkanal (16.10.08)                                                             

Djibouti (20.10.08)

Manama/Bahrain                       (29.10.08 - 01.11.08)

Kuwait City/Kuwait                    (04.11.08 - 09.11.08)

Doha/Qatar (Katar) ausgefallen!

6. Besonderheit:
Auf dem Transfer vom Arabischen Golf mit Kurs Rotes Meer zum Liberty Port Safaga/Ägypten (20.11. - 30.11.2008) ereigneten sich am 17.11. und 18.11.2008 im Seegebiet nordöstlich von Djibouti im Golf von Aden und knapp 50 Kilometer südlich der jemenitischen Küste zwei Vorfälle. Nach internationalem Seerecht vertrieb der Bordhubschrauber der Fregatte F 212 KARLSRUHE Piraten, die es auf das äthiopische Handelsschiff ANDINET und den britischen Tanker TRAFALGAR abgesehen hatten. Dieser Einsatz fand weltweite Beachtung.

7. Besonderheit:
Kurzfristige Verwendung bei der Operation ENDURING FREEDOM (OEF) zur Terrorismusbekämpfung im Roten Meer und im Golf von Aden zwischen 01.12. und 18.12.2008. In diesem Zeitraum zwei Hafenaufenthalt in Djibouti vom 03.12.08 – 05.12.08 und 15.12.08 – 18.12.08.

8. Besonderheit:
Zur Bekämpfung von Piraterie am Horn von Afrika und vor der Küste Somalias wird F 212 KARLSRUHE in Djibouti am 23.12.2008 vom BMVg Dr. Franz Josef Jung als erstes Schiff der Deutschen Marine zur Verwendung bei der EU-Mission ATALANTA (NAVFOR) ... 

... ausgestattet mit einem robusten Mandat -verabschiedet.

Indienststellung F 212 KARLSRUHE als Schiff der EU.

Hissen EU-Flagge.

Verabschiedung durch BMVg          Dr. Franz Josef Jung.

Fregatte F 212 KARLSRUHE -         ein Schiff der EU.

Grüße mit Cachet und Stempel vom 10.01.2009 aus Djibouti.

9. Besonderheit:
Am 25.12.2008 (1. Weihnachtsfeiertag) erlangt F 212 KARLSRUHE durch das Aufbringen von Piraten, die den ägyptischen Frachter WABI al-ARAB kapern wollten, erneut weltweite Beachtung. Einem Besatzungsmitglied des Frachters kann durch eine Notoperation im Bordlazarett der F 212 KARLSRUHE das Leben gerettet werden. Über Sylvester liegt F 212 KARLSRUHE (29.12.08 bis 03.01.09) in Salalah/Oman. Der Versorgungshafen Djibouti wird vom 21.01.09 bis 24.01.09 erneut angelaufen.

Vom 05.02.09 bis 08.02.09 in Djibouti operationelle Übergabe an die Fregatte F 208 RHEINLAND- PFALZ. Danach Transit durch das Rote Meer und den Suezkanal und Wechsel von der Operation ATALANTA zur „Operation Active Endeavour“(OAE). Valetta auf Malta wird vom 15.02.09 bis 18.02.09 angelaufen. Vor Rückkehr in den Heimathafen am 28. Februar 2009 (Abwesenheit 189 Tage) folgt noch ein kurzer Bunkerstopp in Rota/Spanien.

Anmerkung:
Die „Operation Active Endeavour“ ist eine militärische Operation im Mittelmeerraum unter der Führung der NATO. Ziel der Operation ist es, NATO-Solidarität und Entschlossenheit zu demonstrieren und zur Entdeckung und Abschreckung terroristischer Aktivitäten im Mittelmeerraum beizutragen. Dazu stellt die Deutsche Marine seit November 2001 ein deutsches Schiff (meistens eine Fregatte) zur Standing NATO Maritime Group 1 oder 2 (SNMG 1/SNMG 2) ab. Da Fregatte F 212 KARLSRUHE bereits 2008 (s.o.) an der SNMG 2 beteiligt war, wird die erneute Verwendung 2009 nicht zusätzlich zu den oben betrachteten Verwendungen bewertet.

10. Besonderheit:
Nach Einlaufen Wilhelmshaven am 28. Februar 2009 verzeichnet die Besatzung seit Auslaufen am 24. August 2008 eine Abwesenheitsdauer von 189 Tagen „am Stück“. Diese Abwesenheitsdauer entspricht im bisherigen Lebenslauf der Fregatte F 212 KARLSRUHE seit 1984 einem neuen Rekord.

Nach 189 Tagen Abwesenheit Festmachen an der Pier im Heimathafen

1. Anmerkung zur Abwesenheitsdauer:
Auslaufen: Sonntag 24. August 2008 - 14.00 Uhr
Einlaufen: Samstag 28. Februar 2009 10.00 Uhr
Es wird unterschiedlich gezählt!
Daraus ergibt sich u.U. eine Differenz von einem Tag.
Zählt man die Stunden vom Aus- und Einlauftag zusammen (10 + 10 = 20 Std.), kommt man auf 187 Tage und 20 Std. - also knapp 188 Tage.
Zählt man Aus- und Einlauftag als Abwesenheitstag, kommt man auf 189 Tage.
Diese Art der Zählung habe ich übernommen.

Soldatengesetz (SG):                                                       Werden Soldaten im Rahmen von humanitären und unterstützenden Maßnahmen im Ausland unter den Voraussetzungen des § 58a Abs. 1 des Bundesbesoldungsgesetzes (BBesG) verwendet, erhalten sie einen Auslandsverwendungszuschlag.

Bundesbesoldungsgesetz (BBesG):                                     Der Auslandsverwendungszuschlag gilt alle materiellen Mehraufwendungen und immateriellen Belastungen der besonderen Verwendung im Ausland mit Ausnahme der nach deutschem Reisekostenrecht zustehenden Reisekostenvergütung ab. Dazu gehören insbesondere Mehraufwendungen auf Grund besonders schwieriger Bedingungen im Rahmen der Verwendung oder Belastungen durch Unterbringung in provisorischen Unterkünften sowie Belastungen durch eine spezifische Bedrohung der Mission oder deren Durchführung in einem Konfliktgebiet. Er wird nach § 58a Abs. 2 BBesG für jeden Tag der Verwendung gewährt.

2. Anmerkung zur Abwesenheitsdauer:
Nach meiner Lesart des SG in Verbindung mit BBesG also für jeden angefangenen Tag. Demnach hatte F 212 KARLSRUHE vom 24. 8.2008 bis 28.2.2009 insgesamt 189 Abwesenheitstage. Basta!

Angehörige und Freunde heißen Fregatte F 212 KARLSRUHE in der Heimat Willkommem!

Zusammenfassung:
Fregatte F 212 KARLSRUHE ist das erste Schiff der Deutschen Marine, das mit einem Mandat für einen robusten Einsatz (Waffengebrauch zulässig) ausgestattet wurde. Nach Rückkehr in den Heimathafen am 28. Februar 2009 war F 212 KARLSRUHE das erste Schiff der Deutschen Marine, das während einer Einsatzfahrt von sechs Monaten drei Verbänden (SNMG 2, OEF, und ATALANTA/NAVFOR) zugeteilt war. Zudem wurde mit einer Abwesenheitsdauer von 188 Tagen ein Rekord aufgestellt. Die aufgezeigten Besonderheiten sind nicht nur herausragende Ereignisse für den Lebenslauf der Fregatte F 212 KARLSRUHE (V), sondern auch ein dauerhafter Beitrag zur Geschichte der Deutschen Marine. Kommandant und Besatzung Fregatte F 212 KARLSRUHE sind dem Wahlspruch ihres Schiffes: DRAV: „Dem Ruf Allzeit Verpflichtet“ trotz oder gerade wegen des anfänglichen „Hickhack“ auch bei der Reise 2008/2009 stets zuverlässig nachgekommen.

Ein würdiges "eigenes" Geschenk - ein Feuerwerk - zum                    „25. Jahrestag der Indienststellung“                         am 19. April 2009.                       Die „alte Dame F 212“ hat´s allen noch mal so richtig gezeigt! Dafür an dieser Stelle auch meine           Anerkennung.

                                                             *    *    *

22. F 212 KARLSRUHE 9132 Tage im Dienst der Flotte
Eine Untersuchung mit statistischen Methoden

Anmerkung des Autors:
Grundlage für die nachfolgende Zusammenstellung ist mein Privatarchiv zum bisherigen Lebenslauf der Fregatte F 212 KARLSRUHE (V).
Die vorgenommene Auswertung entspricht ausschließlich meiner persönlichen Sicht. Das Ergebnis möchte ich meinen Besuchern nicht vorenthalten.
Mit einer ausgewiesenen Verfügbarkeit von knapp 80 % für Ausbildung und Wahrnehmung nationaler und internationaler Aufgaben auf See schneiden Schiff und bisherige Besatzung nach meiner Einschätzung sehr gut ab.
Der Anteil von rund 20 % für Wartung und Werftüberholung entsprechen im Vergleich internationalem Standard.
Erstaunt war ich, was „meine Statistik" so alles hergibt!
Ich glaube, die „alte Dame F 212“ ist noch ziemlich rüstig.
Bis zur Ausmusterung aus der Deutschen Marine werden noch ein paar Jährchen vergehen. Fregatte F 212 KARLSRUHE (V) auf diesem Weg zu begleiten, ist mir Anliegen und Bedürfnis!

Klaus Lehmann
Bad Herrenalb

Verteilung ausgewählter Verwendungen seit Indienststellung am 19.4.1984

Jahr   Tage        Ausbildung 1.)        Abwesenheit 2.)         Werfttage 3.)  
1984   257 x)            87             59          111
1985   365           275             12           78
1986   365           254            111            0
1987   365           187            114           64
1988   366           232            134            0
1989   365           169             71          125
1990   365           184            160           21
1991   365           223             98           44
1992   366           135             18          213
1993   365           231            134            0
1994   365           164            201            0   4.)
1995   365           213             45          107
1996   366           195            171            0
1997   365           239            126            0
1998   365           208             41          116
1999   365           319             46            0
2000   366           132            122          112
2001   365           173             78          114  4.)
2002   365           100            209           56
2003   365           242             66           57
2004   366            93              0          273
2005   365           171            152           42
2006   365           212            102           51
2007   365             8             69          288
2008   366           236            130            0
2009   109 xx)            50             59            0
Ges.  9132            4720             2538           1874
  %  100,0             51,7              27,8            20,5

x)  19.04. - 31.12.1984                                                                              xx) 01.01. - 19.04.2009

Legende:
1.) im Heimathafen Wilhelmshaven, in Neustadt/Holstein, in der Deutschen Bucht, bei BOST und GOST, sowie Teilnahmen am „Tag der Marine“, „Wochenende an der Jade“, Hafengeburtstagen, „Kieler Woche“ etc.
2.) während Verwendung bei nationalen und internationalen Manövern der Deutschen Marine, der NATO, der UN und der EU.
3.) Garantiearbeiten der Bauwerft, planmäßige Wartungs- und Umrüstarbeiten in deutschen Werften, im Marinearsenal Wilhelmshaven sowie in der 4. Einfahrt im Heimathafen (E-Diesel, Antriebsdiesel u.a.).
4.) außerplanmäßige Werftaufenthalte (die genauen Liegezeiten konnten nicht ermittelt werden) während Einsatz in ausländischen Gewässern 1993 in Augusta/Sizilien (Propellerschaden) und 2001 in Souda/Kreta (Sonarschaden). Diese Zeiten werden als Abwesenheitstage bewertet, da die vollständige Besatzung im Einsatz war.

Herausragende Ereignisse
im bisherigen Lebenslauf Fregatte F 212 KARLSRUHE (V)
(eine Auswahl):

1984:
Feierliche Indienststellung Fregatte F 212 KARLSRUHE (V)
in Wilhelmshaven.
1984:
Erste Polarkreisüberquerung am 20. Juni 1984 während „DESEX 2/84“.
1985:
Am 28. August 1985 in der Deutschen Bucht 1. Flugkörperabschuß.
1986:
1. „Flottenabitur“ bei BOST und 1. Teilnahme an SNFL.
1987:
Am 11. November 1987 „75 Jahre Patenschaft Karlsruhe - KARLSRUHE“.
1988:
25. Weihnachtsbesuch der Patenonkel F 223/F 212 KARLSUHE
im Karlsruher Städtischen Kinderheim, dem „Sybelheim“.
1989:
Einmalig in der Bundesmarine: OLtn.z.S. Norbert Freudenberg
11 Jahre Patenschaftsoffizier auf F 223/F 212 KARLSRUHE.
1990:
Erste Atlantiküberquerung als Flaggschiff Commander SNFL
4. Januar bis 11. April 1990)
1991:
„Glockenfahrt“ (10. bis 17. Oktober 1991) nach Kingston up on Hull
zur Heimholung Schiffsglocke Kreuzer KARLSRUHE II.
1992:
Grüße an die Patenstadt zum 80. Patenschaftsgeburtstag (11.11.1992) von See.
1993.
Erster Embargoeinsatz (SNFM vom 9.8. – 20.12.1993) gegen Restjugoslawien.
1994:
Erste Äquatorüberquerung am 19. Februar 1984 während „Operation Southern Cross“ zur Rückführung deutscher Soldaten aus Somalia.
1995:
Fregattenkapitän und Kommandant Karl-Wilhelm Bollow ist der 25. Kommandant
der Kreuzer und Fregatten KARLSUHE (I-V) seit 1912.
1996:
Fregatte F 212 KARLSRUHE erstmals im Schwarzen Meer
(Corporatet Partners mit AAG 107/9624.6. – 9.8.1996).
1997:
Vom 8.4. – 27.6.1997 mit DESEX 97/1 zweite Amerikareise nach 1990.
1999:
Am 24. April 1999 Festakt aus Anlaß:
„15. Jahrestag der Indienststellung" im „Gorch-Fock-Haus“ in Wilhelmshaven.
2002:
Längste Abwesenheit/Jahr vom Heimathafen während drei Reisen mit 209 Tagen.
2003:
Fregatte KARLSRUHE zum Weihnachtsmarkt in der Patenstadt Karlsruhe.
2004:
Am 23. April 1999 Festakt aus Anlaß:
„20. Jahrestag der Indienststellung" im „Gorch-Fock-Haus“ in Wilhelmshaven.
Vom 13: - 29. Mai 2004 Ausstellung „20 Jahre Fregatte Karlsruhe“ in der Patenstadt Karlsruhe.                                                                                 2005: Fregatte F 212 KARLSRUHE erregt während "OEF" zwei Mal weltweites Interesse nach Rettung arabischer Schiffbrüchiger vor Somalia und Oman. 
2006/07:
1. teilnehmende Fregatte der Deutschen Marine an der UN-Mission UNIFIL 2006/07
2008:
1. teilnehmende Fregatte der Deutschen Marine an der EU-Mission ATALANTA.
2008/2009:
Längste Abwesenheit vom Heimathafen „am Stück“ mit 189 Tagen
während SNMG 2, OEF und EU-NAFOR/ATALANTA.
2009:
Am 18./19. April 2009 Festakt aus Anlaß:
„25. Jahrestag der Indienststellung" im „Jägerhaus“ in Jever.

In memoriam
Am 20. Dezember 1995 kam es beim Aussetzen des Beibootes der Fregatte F 212 KARLSRUHE (V) zu einem äußerst tragischen Unfall, bei dem der                          Maat Steffen Behrens                                             tödliche Verletzungen erlitt.

                                                             *    *    *

23. Betrachtung zur Verwendungsdauer
bisheriger Kommandanten Fregatte F 212 KARLSRUHE (V)

Hinweis:
siehe auch Link: EXTRA´s KAR 1“ – Pkt. 10

01/04 FKpt. Peter Hoffmann: 10.83 – 10.86 → 36 Monate
         (einschließlich Erprobung 10.83 – 03.84)
02/05 FKpt. Richard Himstedt: 10.86 – 07.89 → 33 Monate
03/06 FKpt. Eckhard Dröge: 07.89 – 03.92 → 32 Monate
04/03 FKpt. Norbert Lux: 03.92 – 04.95 → 37 Monate
05/09 FKpt. Karl-Wilhelm Bollow: 04.94 – 03.97 → 23 Monate
06/01 FKpt. Reinhold Siener: 03.97 – 09.00 → 43 Monate
07/07 FKpt. Jürgen Looft: 09.00 – 10.03 → 30 Monate
08/08 FKpt. Joachim Gutow: 10.03 – 12.05 → 26 Monate
09/02 FKpt. Hans-Joachim Kuhfahl: 12.05 - 05.09 → 42 Monate
10/10 FKpt. Matthias Schmidt: seit 05.09

Legende:
z.B. 05/09
05  = lfd. Nr. für Kommandant seit 1984 (hier: 5.)
/09 = lfd. Nr. für Verwendungsdauer (Monate absteigend)                                 als Kommandant F 212 KARLSRUHE (hier: 9.)

Die bisherige Verwendungsdauer von Kommandanten der Fregatte F 212 KARLSRUHE lag in den letzten 25 Jahren zwischen 23 und 43 Monaten (s.o.). Die Kommandanten FKpt. Siener und FKpt. Kuhfahl liegen beim ersten „groben hinsehen“ mit 43 bzw. 42 Monate(n) ziemlich gleichauf. Es lag also nahe, durch genauere Überprüfung festzustellen, wer der tatsächliche bisherige „Rekordhalter“ ist.
Nachfolgend das Ergebnis der tagesgenauen Analyse:

FKpt. Reinhold Siener: 03.97 – 09.00 → 43 Monate

27.03.1997 – 29.09.2000:
27.03.1997 – 31.12.1997 →     279 Tage
1998                              →   365 Tage
1999                              →   365 Tage
01.01.2000 – 29.09.2000 →     273 Tage
Σ ges.                               1282 Tage

FKpt. Hans-Joachim Kuhfahl: 12.05 - 05.09 → 42 Monate

20.12.2005 – 29.05.2009:
20.12.2005 – 31.12.2005  →     12 Tage
2006                               → 365 Tage
2007                               → 365 Tage
2008                               → 366 Tage
01.01.2009 – 29.05.2009 →    149 Tage
Σ ges.                               1257 Tage

Die Differenz (1282 – 1257) von 25 Tagen entspricht kumuliert auf 43 (42) Monate oder ~ 3 ½ Jahre gerade mal knapp 2 %. Das ist vernachlässigbar wenig im Hinblick auf die Verdienste, die sich beide Kommandanten während ihrer Verwendung auf Fregatte F 212 KARLSRUHE für Schiff, Besatzung und die Deutsche Marine erworben haben.

Hinzu kommt für mich persönlich, das mich neben meinem langjährigen Männerfreund, Erstkommandant Fregatte F 212 KARLSRUHE, Kapitän z.S.a.D. Peter Hoffmann, die Herren Fregattenkapitän Reinhold Siener und Fregattenkapitän Hans-Joachim Kuhfahl besonders intensiv bei meiner Arbeit unterstützt haben. Herr Siener hat mir neben anderen wertvollen Hilfestellungen ein Geleitwort zum Buch „KARLSRUHE eine Stadt – fünf Schiffe“ geschrieben. Herr Kuhfahl (Jg. 1961) ist mir (Jg. 1938) darüber hinaus wegen unserer nahen Geburtsorte als Landsmann verbunden. Allerdings war ich 1961 cand. ing. und OLtn. der Bundeswehr.

                                                             *    *    *

24. Deutsche Marine – verlässlicher Partner internationaler Bündnisse.

Die Deutsche Marine ist fest in ein System internationaler Bündnisse integriert. Sie stellt für die Standing NATO Groups (SNG) und weitere Auslandseinsätze der NATO permanent Einheiten zur Verfügung. Darüber hinaus beteiligt sich die Deutsche Marine an besonderen maritimen Einsätzen der UN und der EU. Auch in Aktivitäten mit Nicht-Nato-Staaten ist die Deutsche Marine integriert. Das Engagement der Deutschen Marine in der NATO, den Vereinten Nationen (UN), der Europäischen Union (EU) und darüber hinaus dient der gemeinsamen Kraftanstrengung, zusammen mit Freunden und Partnern den Frieden zu erhalten und die Freiheit zu sichern. Neben der Absicherung nationaler deutscher Sicherheitsvorsorge ist die Zusammenarbeit mit NATO, UN und EU unverzichtbarer Garant für die allgemeine internationale Sicherheit und Stabilität. Vertiefung und Erweiterung dieser Beziehungen sind auch künftig notwendig, um Krisen wirkungsvoll vorzubeugen sowie Konflikte einzudämmen und zu beenden.

North Atlantic Treaty Organisation (NATO)

Bei der Gründung der Bundeswehr am 12. November 1955 lag bereits ein umfangreiches Konzept für einen deutschen Marinebeitrag zur Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) vor, der sich später zum deutschen Beitrag als NATO-Mitglied wandelte.

Bereits im April 1957 konnte die Deutsche Marine als erste Teilstreitkraft der Bundeswehr der NATO ausgebildete Verbände unterstellen. Als einzige Nation im Bündnissystem der NATO ist Deutschland in allen vier ständigen maritimen Verbänden vertreten.

Seit Mitte der 1960er Jahre waren                                 die Fregatten F 223 KARLSRUHE (IV) und

F 212 KARLSRUHE (V) häufig Vertreter der Bundesmarine bzw. der Deutschen Marine bei STANAVFORLANT und STANAVFORMED. Auch an den heutigen Verbänden SNMG 1 und SNMG 2 und den Operationen ACTIVE ENDEAVOUR im Mittelmeerraum sowie ENDURING FREEDOM am Horn von Afrika hat Fregatte F 212 KARLSRUHE bereits teilgenommen.

Diese Einsätze demonstrieren die gemeinsame Entschlossenheit zur Entdeckung und Abschreckung terroristischer Aktivitäten. Fregatte F 212 KARLSRUHE war zuletzt Ende 2008 Mitglied der SNMG 2. Der nächste Einsatz von Fregatte F 212 KARLSRUHE ist für Aug. bis Dez.2009 vorgesehen.

Zudem werden vor allem für die Einsatzbereitschaft, aber auch für die Kooperation untereinander, verschiedene Manöver mit Bündnispartnern der NATO durchgeführt. Die Manöver NOBLE MARINER und BRILLIANT MARINER stellen nur einen Bruchteil der multinationalen Ausbildungsaktivitäten innerhalb der NATO dar.

United Nations (UN)

Den ersten maritimen Einsatz der Vereinten Nationen, UNIFIL, führte 2006 die Deutsche Marine vor der Küste des Libannon im Kampf gegen die illegale Einfuhr von Waffen aus.

Zum ersten deutschen Kontingent der UN-Mission gehörte auch die Fregatte F 212 KARLSRUHE.

European Union (EU)

Die von der Europäischen Union (EU) geführten EU-Battlegroups, leichte und hochmobile Gefechtsverbände für die Krisenreaktion, werden von der Deutschen Marine unterstützt.

Battlegroups sollen zur Krisenbewältigung weltweit, schnell und im gesamten Spektrum von Evakuierungsoperationen über Konfliktprävention, Unterstützung humanitärer Operationen und Stabilisierungsoperationen bis hin zur Trennung von Konfliktparteien eingesetzt werden können.

Bereits das EU-Manöver EUROPEAN CHALLANGE im Jahr 2005 ist ein Beispiel für die Zusammenarbeit der Deutschen Marine mit der Europäischen Union.

Seit Dezember 2008 beteiligt sich die EU mit der Operation ATALANTA am Kampf gegen Piraterie vor den Küsten Somalias und angrenzenden Gewässern.                         Mit der Fregatte F 212 KARLSRUHE war die Deutsche Marine bereits beim ersten Kontingent vertreten.

Kooperation (mit Nicht-NATO-Staaten)

Mit dem Ziel der Vertrauensbildung und engerer, umfassender politischer Zusammenarbeit mit mittel- und osteuropäischen Staaten wurde 1994 das NATO-Projekt „Partnership for Peace“ (PfP) auf den Weg gebracht. Es handelt sich dabei um ein bilaterales Kooperationsprogramm zwischen einzelnen Partnerstaaten und der NATO. Die Ziele von PfP sind die Förderung der Transparenz nationaler Verteidigungsplanung, die Gewährleistung demokratischer Kontrolle über Streitkräfte, die Fähigkeit zu gemeinsamen UN-/OSZE-Operationen, die gemeinsame Planung, Ausbildung und Übung für Friedenserhaltung, Search and Rescue, humanitäre Operationen usw. sowie die Konsultation bei Bedrohung eines PfP-Partners.

Ein anderes Beispiel ist die Übung BALTOPS, an der Fregatte F 212 KARLSRUHE zum zweiten Mal im Juni 2009 beteiligt war.

Seit 1994 trägt der „Mittelmeerdialog der NATO zur Vertrauensbildung und Zusammenarbeit zwischen dem Bündnis und den sieben Dialogstaaten (Ägypten, Algerien, Israel, Jordanien, Marokko, Mauretanien und Tunesien) bei. Ziel des Mittelmeerdialoges ist es, Transparenz zu schaffen, Vertrauen zu bilden, politischen Dialog über Fragen gemeinsamen Interesses zu führen und die praktische Zusammenarbeit zu intensivieren. Heute beispielsweise im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Fregatte F 212 KARLSRUHE war 2001 durch einen Besuch in La Goulette/Tunesien an der praktischen Umsetzung des „Mittelmeerdialog“ beteiligt.

In Istanbul wurde 2004 außerdem die Bereitschaft der NATO zur Zusammenarbeit mit dem weiteren Mittleren Osten erklärt. Dafür haben die NATO-Mitgliedstaaten die Istanbuler Kooperationsinitiative (ICI) ins Leben gerufen. Diese Initiative richtet sich an interessierte Länder der Region, um für beide Seiten gewinnbringende Beziehungen zu fördern und so zu mehr Sicherheit und Stabilität in der Region beizutragen. Inzwischen wurden Kuwait, Bahrain, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate aufgenommen. Als erstes Schiff der Deutschen Marine beteiligte sich Fregatte F 212 KARLSRUHE 2008 durch einen Besuch in Kuwait City/Kuwait an der Zusammenarbeit entsprechend den Vereinbarungen der ICI.

                                                             *    *    *

25. "Steam pass" für scheidenden Kommandant Fregatte F 212 KARLSRUHE

Anmerkung:
In den letzten 25 Jahren habe ich den Lebenslauf der Fregatte F 212 KARLSRUHE (V) intensiv verfolgt und dabei durch Schriftwechsel oder persönliche Gespräche und Besuche an Bord alle bisherigen Kommandanten kennen gelernt. Ohne Ausnahme haben diese Kontakte im positivsten Sinn dazu beigetragen, meine Arbeit als Chronist zu unterstützen. Fregattenkapitän Reinhold Siener (Kommandant F 212 KARLSRUHE von 03.97 bis 09.00) hat mir ein Geleitwort zu meinem Buch „KARLSRUHE eine Stadt – fünf Schiffe“ geschrieben. Fünf Jahr nach seiner Versetzung in andere Verwendungen. Auch weitere Kontakte bestehen bis zur Gegenwart. So zum Beispiel zum Erstkommandant Kapitän z.S.a.D. Peter Hoffmann (Kommandant F 212 KARLSRUHE von 10.83 bis 10.86). Die Zusammenarbeit mit Fregattenkapitän Hans-Joachim Kuhfahl hat meinen Bekanntenkreis in der Deutschen Marine um eine weitere Persönlichkeit bereichert. Nach meinem Wissen ist es für einen Kommandaten F 212 noch nie vorgekommen, mit einem "Steam pass" von seinen Kameraden verabschiedet zu werden. Fregattenkapitän Hans-Joachim Kuhfahl hat für Schiff und Besatzung Fregatte F 212 KARLSRUHE (V) und die Deutsche Marine Geschichte geschrieben. Auch ich bedanke mich. Mit zwei kleinen Biographien und einem "Pressespiegel".

Klaus Lehmann
Bad Herrenalb

Kleine Biographie
Fregattenkapitän Hans-Joachim Kuhfahl - Kommandant F 212 KARLSRUHE (12/05 bis 05/09)

Hans-Joachim Kuhfahl wurde am 11.04.1961 in Thoßfell im Vogtland geboren. Von 1980 bis 1990 diente er in der Volksmarine der DDR. Nur rund 60 von 3000 Offizieren wurden in die Bundesmarine übernommen. Dazu gehörte auch Leutnant Kuhfahl. Privat lebt er heute mit seiner Ehefrau Astrid in Celle.

Nach seiner Dienstzeit in der Volksmarine der DDR wurde er in der Bundesmarine zunächst auf dem U-Jagdboot P 6114 TRITON eingesetzt.

Anschließend wechselte er in die Zerstörerflottille, der er bis auf eine Zwischenverwendung an der Marineschule Mürwik immer treu geblieben ist. Es folgten Verwendungen als Artillerieoffizier auf dem Zerstörer D 182 SCHLESWIG-HOLSTEIN,

als Schiffseinsatz- und Navigationsoffizier an Bord der Fregatte F 215 BRANDENBURG und als S3 des 6. Fregattengeschwaders,

bevor er als Erster Offizier der Fregatte F 208 NIEDERSACHSEN seine Eignung zum Kommandanten bestätigt hat. Seine letzte Verwendung führte ihn in den Stab der Zerstörerflottille, wo er für den Bereich der Unterwasserwaffen zuständig war.

Nach seiner Zeit als Kommandant Fregatte F 212 KARLSRUHE vom 20. Dezember 2005 bis 29. Mai 2009 wechselt er nun

an das Taktikzentrum der Marine, das zur Marineoperationsschule in Bremerhaven gehört. Dort wird der erfahrene Seeoffizier als Leiter der Lehrabteilung tätig werden.

Fregattenkapitän Kuhfahl wurde einer breiten deutschen und internationalen Öffentlichkeit bekannt, als er während der ersten Anti-Piraterie-Mission der Europäischen Union zusammen mit seiner Besatzung zwischen Dezember 2008 und Februar 2009 mehrmals gegen Piratenangriffe vorging. Damit schrieben FKpt. Hans-Joachim Kuhfahl und die Besatzung der Fregatte F 212 KARLSRUHE (V) Marinegeschichte.

Kleine Biographie
F 212 KARLSRUHE zwischen 12/05 und 05/09

20.12.2005:
Kommandoübergabe von Fregattenkapitän Joachim Gutow an Fregattenkapitän Hans-Joachim Kuhfahl.

24.3. bis 6.4.2006:
Flaggschiff bei „Brilliant Mariner 2006“ (BRMR 06). Zertifizierung für die „NATO Response Force“ (NRF).

21.9 2006 bis 10. März 2007:
Zugehörigkeit zum ersten Kontingent der Deutschen Marine an der UN-Mission UNIFIL vor der Küste des Libanon als Schiff der UN. Der Einsatz von Schiff und Besatzung wird in Marinekreisen als sehr erfolgreich bewertet.

19.3. bis 15.11 2007:
Marinearsenal Wilhelmshaven mit Einbau Marineleichtgeschütz 27 (MLG 27) als Ersatz für die 20 mm Flugabwehrkanone.

12.3. – 25.4.2008:
German Operational Sea Training (GOST) in Devonport/England.

24.8.2008 bis 28.2.2009:
SNMG 2, OEF und EU-Mission ATALANTA (NAVFOR) als erste Einheit der Deutschen Marine zur Bekämpfung von Piraterie am Horn von Afrika und vor der Küste Somalias.

18./19.4.2009:
Feierlichkeiten aus Anlass des „25. Jahrestag der Indienststellung Fregatte F 212 KARLSRUHE (V)“ in Wilhelmshaven und Jewer.

28.5.2009:
Steam pass“ für Fregattenkapitän Hans-Joachim Kuhfahl an Bord Fregatte F 212 KARLSRUHE (4. Fregattengeschwader) durch Fregatten F 215 BRANDENBURG und F 221 HESSEN (2. Fregattengeschwader) in der Deutschen Bucht.

29.5.2009:
Kommandoübergabe von Fregattenkapitän Hans-Joachim Kuhfahl an Fregattenkapitän Matthias Schmidt.

Anlaufhäfen F 212 KARLSRUHE zwischen 12/05 und 05/09                                                        (Einige Hafen wurden mehrmals angelaufen !)

Cartagena, Spanien  - Devonport/Portland, England - Djibouti, Djibouti - Kristiansund, Norwegen - Kuwait City, Kuwait - Limassol/Zypern, Griechenland - Manama, Bahrain - Rota, Spanien- Safaga, Ägypten. - Salalah, Oman - Souda/Kreta, Griechenland - Valetta, Malta

Pressespiegel:                                                                                        Wegen teilweise "fast" inhaltsgleicher Berichte über die Verabschiedung von Fregattenkapitän Hans-Joachim Kuhfahl werden nachfolgend alle bekannten Pressebeiträge zum Thema vorgestellt. Vollständige Textwiedergaben wurden, um Wiederholungen zu vermeiden, einschränkend bearbeitet. 

WZ Wilhelmshaven, 30. Mai 2009                      Michael Halama                                              Foto: Lübbe 

Wirklich große Fußstapfen hinterlassen

Sichtlich bewegt übergibt Hans-Joachim Kuhfahl die „Karlsruhe“ an Nachfolger Matthias Schmidt. Dreieinhalb Jahre war Hans-Joachim Kuhfahl Kommandant. Mit seiner außergewöhnlichen Persönlichkeit prägte er Schiff und Besatzung.

Ein Kommando-Wechsel ist bei der Marine ganz gewöhnliche Routine, so Kapitän zu See Michael Budde, Kommandeur des 2. Fregattengeschwaders, gestern in seiner Rede. „Für die Besatzung und ganz besonders für die betroffenen beiden Offiziere aber ist es ein ein ganz besonderer Tag“. Wohl wahr: Schweren Herzens musste Fregattenkapitän Hans-Joachim Kuhfahl nach dreieinhalb Jahren als Kommandant die „Karlsruhe“ an seinen Nachfolger Fregattenkapitän Matthias Schmidt übergeben. „Ihr Vorgänger hat wirklich große Fußstapfen hinterlassen.  Sehen sie zu, dass sie die schnell füllen“, sagte Budde an den neuen „Alten“ gewandt.

Dicht gedrängt saßen die Gäste im vollen Hangar der „Karlsruhe“. Ein Zeichen der Verbundenheit mit den beiden „Alten“, aber wohl auch mit dem Schiff und seiner Besatzung. Hans-Joachim Kuhfahl betonte in seiner knackigen, für ihn typisch trockenen Rede das besondere Klima an Bord. “Mit dieser Besatzung kann man gemeinsame Lösungen finden, statt über Probleme zu reden“. In der Ausbildungszeit –die wichtigsten Abschnitte wurden stets mit hervorragenden Ergebnissen gemeistert – und in den erfolgreichen Einsätzen habe die Besatzung viele Unwägbarkeiten ertragen und trotzdem ausgezeichnetes geleistet. In dieser Zeit hat die „Karlsruhe“ durchaus Marinegeschichte geschrieben: Sowohl beim UN-Einsatz vor dem Libanon als auch bei der UN-Mission gegen die Piraterie gehörte das Schiff zum ersten Kontingent. So sehr Kuhfahl sich bemühte, die Fassung zu wahren. Als der 48-Jährige zum Schluss seiner Frau Astrid für die Unterstützung dankte, flossen bei ihm doch einige Tränen.

Kapitän Budde sparte nicht mit lobenden Worten für den scheidenden Kommandanten. „Führungsstark, dabei das Herz auf am rechten Fleck. Nach außen Ruhe und Gelassenheit ausstrahlend. Und für seine Besatzung stets berechenbar und geradlinig. Dabei professionell und kompromisslos auf See“. Seine Geballte Erfahrung bringt Kuhfahl künftig in die Taktikausbildung der Marine ein.

Lob und dank gab es von allen Seiten für die sehr lebendige Patenschaft mit der Stadt Karlsruhe. Deren Oberbürgermeister Heinz Fenrich hatte es sich ebenso wenig nehmen lassen zur Kommandoübergabe an die Jade zu reisen wie Vertreter des sehr aktiven „Freundeskreis der Fregatte Karlsruhe“. Eine außergewöhnliche Geste hatte Hans-Joachim Kuhfahl einen Tag zuvor in See erlebt. Nach einer kurzen gemeinsamen Übung anläßlich der 56. InfoDVag Marine mit 26 Teilnehmern verabschiedeten die Fregatten „Brandenburg“ und Hessen“, drei Jets der Luftwaffe und ein ein Sea Lynx ihn mit einem „Steam Pass“.

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InfoDVag
Dienstliche Veranstaltungen zur Information (InfoDVag) dienen der Gewinnung von Führungskräften aus dem zivilen Bereich sowie von politischen Mandatsträgern als Multiplikatoren für alle Teilbereiche der Bundeswehr.
Ziel der Informationsveranstaltungen ist es, die Teilnehmer über den Auftrag und die Mittel des der Bundeswehr und die sicherheitspolitischen Interessen der Bundesrepublik Deutschland zu informieren.
Die Teilnehmer sollen Heer, Luftwaffe und Marine kennen lernen, um im eigenen Einflussbereich als Multiplikatoren im Sinne der Bundeswehr wirken zu können.
Die InfoDVag werden als geschlossene einwöchige Wehrübung im Status eines Soldaten (Offizier) durchgeführt.

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Der neue Kommandant Matthias Schulze trat 1983 in die Marine ein. Er fuhr als junger Offizier noch auf dem U-Jagdboot „Triton“ und später in verschiedenen Verwendungen auf der Fregatte „Augsburg“. Mit seiner französichen Faru Isabelle und der fünfjährigen Tochter wird der 45-jährige in Kürze nach Wilhelmshaven ziehen. Der Sohn dient in der französischen Luftwaffe.

Mit dem Schiff geht es nun zum Manöver „Baltops“ in die Ostsee und anschließend als Flaggschiff zur Kieler Woche. Ende August steht dann ein Einsatz bei der SNMG 2 an. Zeit genug für den neuen „Alten“ und die „Karlsruhe“ - Besatzung sich aneinander zu gewöhnen.

BNN Karlsruhe, 30. Mai 2009

Artikel der BNN

ka-news Karlsruhe, 30. Mai 2009 (ps)/Lm 

Kommandowechsel auf Fregatte Karlsruhe

Am Freitag, 29. Mai, wechselte das Kommando auf dem Karlsruher Patenschiff der deutschen Marine, der Fregatte Karlsruhe. Kapitän Joachim Kuhfahl übergab heute Morgen das Ruder nach drei Jahren und fünf Monaten an Fregattenkapitän Matthias Schmidt.

Oberbürgermeister Heinz Fenrich hatte nicht an den Feierlichkeiten zum 25. Indienststellungsjubiläum der "Karlsruhe" reisen können. Daher ließ er es sich nicht nehmen und reiste heute nach Wilhelmshaven zur Kommandoübergabe, um sich von Joachim Kuhfahl zu verabschieden und Matthias Schmidt zu begrüßen. Im Gepäck hatte er nicht nur Geschenke der Stadt, er übergab den beiden Fregattenkapitänen auch seine schriftlichen Abschieds- und Antrittsworte.

Im Brief an Joachim Kuhfahl erinnerte er an die zahlreichen Einsätze des Schiffes während seiner Kommandozeit. So war die Fregatte Karlsruhe während des UNIFIL-Einsatzes vor der libanesischen  Küste und als erstes Schiff im Rahmen des EU-Einsatzes "Atalanta" an der Bekämpfung der Piraterie am Horn von Afrika und vor der somalischen Küste beteiligt. "Ich denke, es ist bezeichnend, dass es zwei Mal hintereinander 'unsere' Karlsruhe war, die für die erste maritime UN-Mission und den ersten 'Pirateneinsatz' ausgewählt wurde. Dies spricht für Schiff, Kommandant und Besatzung", schreibt Fenrich wörtlich an Kuhfahl.

Er dankte dem scheidenden Kommandanten auch für sein Engagement rund um die Patenschaft und lud ihn ein, am 18. Juli zum 25-Jahre-Festakt nach Karlsruhe zu kommen. Diese Einladung sprach das Stadtoberhaupt auch an den neuen Chef an Bord, Fregattenkapitän Matthis Schmidt, aus. Dies sei die erste Gelegenheit, die Patenstadt kennen zu lernen. Er solle mit etwa 25 Besatzungsmitgliedern nach Karlsruhe kommen, denn die "blauen Jungs und Mädels" seien in den Straßen Karlsruhes immer gerne gesehen. Der Geist der Patenschaft sei etwas ganz besonderes.

Die Stadt Karlsruhe pflege diese Patenschaft seit vielen Jahren, zusammen auch mit Vereinen, einem Freundeskreis und weiteren Organisationen. Fenrich nannte als Beispiele die Ski- und Tennisfreizeiten, die Weihnachtsplätzchen, die aus Karlsruhe alljährlich an Bord kommen, den Weihnachtsbesuch von Besatzungsmitgliedern in Karlsruhe und im Kinder- und Jugendhilfezentrum der Heimstiftung oder Freizeiten für junge Leute aus diesem Heim in Wilhelmshaven, wie sie auch jetzt gerade wieder stattfindet.

PIZ Marine Wilhelmshaven, 02.06.2009, Jürgen R. Draxler & Detlef Sruckhof (PIZ Marine)/Lm           Fotos: PIZ Marine (4), Fkpt. Matthias Schmidt (9)

Am Freitag, 29. Mai 2009 wurde Fregattenkapitän Matthias Schmidt Nachfolger von Fregattenkapitän Hans-Joachim Kuhfahl auf der KARLSRUHE.            Im Bild Ehrengäste im Hangar. 

Ansprache von Kpt.z.S. Michael Budde, Kommandeur 4. Fregatten-geschwader.

Abschiedsrede des alten "Alten" Fkpt. Hans-Joachim Kuhfahl (1).

Abschiedsrede des alten "Alten" Fkpt. Hans-Joachim Kuhfahl (2).

Antrittsrede des neuen "Alten" Fkpt. Matthias Schmidt (1).

Antrittsrede des neuen "Alten" Fkpt. Matthias Schmidt (2).

Kommandowechsel wird vollzogen.

Glückwünsche zur Kommandoübernahme (links: FKpt. Matthias Schmidt; rechts: FKpt. Hans-Joachim Kuhfahl; Mitte: Kpt.z.S. Michael Budde, Kommandeur 4. Fregatten-geschwader)

Der neue Kommandant der KARLSRUHE Fregattenkapitän Schmidt, trat 1983 als Offiziersanwärter in die Marine ein. Er studierte an der Universität der Bundeswehr in Hamburg Elektrotechnik. Wilhelmshaven ist ihm bestens bekannt. In der Stadt an der Jade war er als Schiffseinsatzoffizier und als nautischer Offizier auf der Fregatte AUGSBURG tätig. In einer späteren Verwendung diente er auf diesem Schiff als Erster Offizier. Vor der Kommandoübernahme der KARLSRUHE arbeitete Schmidt im Führungsstab der Streitkräfte.

Abpullen Fkpt. Hans-Joachim Kuhfahl (1).

Abpullen Fkpt. Hans-Joachim Kuhfahl (2).

Abpullen Fkpt. Hans-Joachim Kuhfahl (3).

Abpullen Fkpt. Hans-Joachim Kuhfahl (4).

Die Karlsruher Abordnung zur Kommandoübergabe: OB Heinz Fenrich, Karlsruhe (3.v.r.), Klaus Kunzmann, 2. Vors. PSV Karlsruhe (links außen), StBtsm a.D. Helmut Barz (Mitte) und Bundesanwalt a.D. Gerhard Völz (rechts außen) vom "FKdFK", Karlsruhe. 


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26. KARLSRUHER heiratet in Karlsruhe –                                                    eine besondere Patenschaftspflege 

Stadt Zeitung Karlsruhe, 5. Juni 2009 (erg)/Lm - Hauptbootsmann Markus Korte war über Jahre bei der Besatzung der Fregatte "Karlsruhe" der deutschen Marine einer der Macher der Patenschaft mit der Stadt Karlsruhe. Auch seine damalige Braut, Melanie Kraus, hat sich in die Beziehungen zwischen Stadt und Schiff eingebracht, in dem sie etwa extra Urlaub genommen hat, um Karlsruher Kinder bei den Freizeiten in Wilhelmshaven zu betreuen. So haben beide enge Beziehungen zur Stadt Karlsruhe entwickelt. So enge, dass sie zur Eheschließung eigens von ihrem Wohnort Düsseldorf nach Karlsruhe gekommen sind und sich im Palais Solms das Ja-Wort gegeben haben.

Bezeugt hat dies der frühere Patenschaftsoffizier Oberleutnant z.S. Achim Böning. Eine Delegation der Fregatte hat Melanie Kraus und Markus Korte in die Ehe geleitet.                       Foto: Fränkle

Anmerkung: Augenzeugen berichten, das frisch vermählte Paar hatte einige Mühe, den "Hochzeitstampen" (im Bild vorn) mit einer Nagelfeile der Braut zu zersägen !

Von früheren Skifreizeiten des Polizeisportverein kannten die Gäste auch die Bergwaldhütte Sand. Dort haben sie das Ereignis gebührend gefeiert.

Diese Lokalität könnte demnächst auch Fregattenkapitän Matthias Schmidt kennen lernen. Er hat vor wenigen Tagen das Kommando über die Fregatte von Fregattenkapitän Hans-Joachim Kuhfahl übernommen, der nach über drei Jahren von Bord gegangen ist und jetzt eine Landverwendung findet.                            Zur Kommandoübergabe war OB Heinz Fenrich in Wilhelmshaven und betonte die enge Verbundenheit der Stadt mit "ihrem" Schiff. Er lobte die Einsätze der Fregatte in den letzten Jahren im Libanon und vor der Küste am Horn von Afrika. Dort hatte die "Karlsruhe" am Anti-Piraten-Einsatz "Atalanta" der EU mit Erfolg teilgenommen. Fenrich lud beide Fregattenkapitäne sowie rund 25 Besatzungsmitglieder zum Binnenland-Festakt anlässlich „25 Jahre Indienststellung“ der Fregatte Karlsruhe am 18. Juli nach Karlsruhe ein.

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27. Auf großer Fahrt am Horn von Afrika
von Obermaat Frank-Oliver Radziej, 24 Jahre, Funker auf der Fregatte „Karlsruhe“

Als die Fregatte im August 2008 den Marinestützpunkt Wilhelmshaven verließ, wussten wir bereits, dass etwas in der Luft lag. Unser Kommandant hatte uns darauf vorbereitet. Doch geplant war offiziell die Teilnahme am Einsatzverband „Standing NATO Maritime Group 2“. Alles verlief vorbildlich. Wir waren bereits auf dem Heimtransit. Weihnachten zu Hause zum Greifen nahe. Da erhielten wir am 19. Dezember durch den Beschluss des Bundestages das Mandat für ATALANTA . Für mich mein erster Einsatz und ein geschichtsträchtiger noch dazu. Mit dem sicheren Gefühl, gut vorbereitet zu sein, ging es nach Djibouti. Wir rechneten mit einem ruhigen Weihnachtsfest auf hoher See. Doch es kam anders. Am 25. Dezember erhielten wir plötzlich einen Notruf. Der Frachter „Wabi al Arab“ wurde von Piraten angegriffen. Sofort ging unser Bordhubschrauber raus. Ebenso schnell vereitelte er den Überfall. Anschließend wurde ein schwer verletztes ägyptisches Besatzungsmitglied auf die „Karlsruhe“ geflogen und dort erfolgreich operiert. An diesem Abend waren wir unheimlich stolz auf unsere gute Ausbildung, aber auch auf uns selbst. Anderen zu helfen, schweißt die Kameraden noch mehr zusammen.

                                                             *    *    *

28. Zum Antipirateneinsatz vor Somalia

Kritiker bezweifeln - nach meiner Meinung zu Recht - den Erfolg von „Atalanta“ und anderen Antipiraterie-Operationen. Insbesondere wird eine vernünftige Koordination der beteligten Einheiten in Frage gestellt. Dem tritt die Deutsche Marine (siehe unten: "ATALANTA zeigt Wirkung") entgegen.                            Zur aktuellen Order of Battle gehören (der Beitrag ist eine "Momentaufnahme" vom 15. Juli 2009 - die beteiligten Einheiten wechseln ständig):

EU-Mission Atalanta
Spanien mit Fregatte Numancia (Flaggschiff und Force Headquarters), Tanker Marques de la Ensenada, Seefernaufklärer Orion P-3

Deutschland mit Fregatte Rheinland-Pfalz , Fregatte Brandenburg, Seefernaufklärer Orion P-3C

Frankreich mit Fregatten Nivose, Aconit, Seefernaufklärer Breguet-Atlantique

Italien mit Fregatte Maestrale

Griechenland mit Fregatte Nikiforos Fokas

Schweden mit Korvetten Stockholm, Malmö und Versorger Trossö

NATO-Mission Allied Protector
(aus SNMG 2)

Großbritannien mit Fregatte Cornwall (Flaggschiff)

Griechenland, Fregatte Navarinon

Italien mit Fregatte Libeccio

Türkei mit Fregatte Gedi

USA mit Zerstörer Laboon

Deutschland: EGV A 1411 Berlin                                                                  (für SNMG 2/ATALANTA und andere Einheiten im Seegebiet)

Combined Task Force 150 (Operation Enduring Freedom)
Frankreich mit Führungsschiff Fregatte Marne

Großbritannien mit Fregatte Cumberland

Australien mit Fregatte Toowoomba

Unter nationalem Kommando - attachiert zu CTF150

Pakistan mit Fregatte Tipu Sultan

Japan mit Zerstörer Akebono, Tanker Tokiwa

Combined Task Force 151 (Anti-Piraterie)
USA mit Kreuzer Gettysburg , Kreuzer Anzio

Türkei mit Fregatte Gaziantep

Singapur mit Mehrzwecklandungsschiff Persistence

Assoziiert: Südkorea mit Zerstörer Munmu

Unter nationalem Kommando
USA mit Transporter Lewis and Clark, Fregatte Halyburton , Orion P-3C Seefernaufklärer

Indien mit Fregatte Brahmaputra, Fregatte Talvar

China Zerstörer Shenzhen, Fregatte Huangshan, Versorger Weishanhu

Malaysia mit Landungsschiff Sri Inderapura

Japan mit Zerstörer Sazanami und Samidare, Orion P-3C Seefernaufklärer

Saudi Arabien mit Fregatte al-Makah

Iran mit Fregatte Alborz, Tanker Bushehr 

Russland mit Zerstörer Admiral Tributs, Tanker Boris Butoma, Schlepper MB99

ATALANTA zeigt Wirkung
Seit Beginn des Anti-Piraterie-Einsatzes „Atalanta“ am Horn von Afrika erreichen alle Schiffe des Welternährungsprogramms ihren Bestimmungshafen Mogadischu – ein Indiz für den Erfolg der Mission.
Das Operation Headquarters in Northwood, das „Atalanta“ am Horn von Afrika führt, setzt auf die so genannten Group Transits (Fahrten in Schiffsgruppen), mit denen in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht wurden. Dies bedeutet, dass sich Handelsschiffe zunächst beim Maritime Security Centre Horn of Africa (MSCHOA) unter der Adresse www.mschoa.eu anmelden. Dies genügt zunächst, damit sie auf den Lagekarten geführt werden. Im Center koordinieren dann die Mitarbeiter der zivilen Schifffahrt und der Marine gemeinsam den Einsatz.

Um möglichst sicher den Überwachungskorridor zu durchqueren, fassen die Mitarbeiter die Handelsschiffe gleicher Geschwindigkeit zusammen. Diese Gruppe von Schiffen wird nicht von Kriegsschiffen eskortiert, sondern zeitlich so gesteuert, dass sie die besonders gefährdeten Bereiche dann passiert, wenn dort die Überwachungs-dichte durch die Kriegsschiffe – von „Atalanta“ und anderen Antipiraterie-Operationen – am höchsten ist.

                                                             *    *    *

29. Drei Kapitäne im "Goldenen Buch"         der Stadt Karlsruhe

Jubiläumsempfang für Fregattendelegation im Rathaus der Patenstadt.

Bereits während der Verabschiedung von Fregattenkapitän Hans-Joachim Kuhfahl als Kommandant Fregatte F 212 KARLSRUHE (V) am 30. Mai 2009 gibt der anwesende Karlsruher Oberbürgermeister Heinz Fenrich in Wilhelmshaven bekannt, dass die Stadt Karlsruhe für den 19. Juli 2009 zu einem „Jubiläumsempfang aus Anlass "25. Jahrestag der Indienststellung“ eine Fregattendelegation offiziell in das Karlsruher Rathaus eingeladen hat.

Persönliche Einladung vom Karlsruher …

Oberbürgermeister Heinz Fenrich …

… zum Jubiläumsempfang anlässlich der 25-jährigen Indienststellung der Fregatte KARLSRUHE am 18. Juli 2009 im Bürgersaal des Rathaus Karlsruhe.

An dem Jubiläumsempfang werden der alte und der neue "Alte" und eine Abordnung der Besatzung der Fregatte KARLSRUHE teilnehmen.

KARLSRUHER besuchen Karlsruhe

KA-news/BNN/Lm 18.7.2009 - Auf Einladung der Stadt Karlsruhe aus Anlass des 25. Indienststellungs-jubiläums der Fregatte „Karlsruhe“ am 19. April 2009 hält sich seit Donnerstag 16. Juli bis Sonntag 19. Juli 2009 eine Delegation des Karlsruher Patenschiffs in der Fächerstadt auf.
Die 25. Wiederkehr der Indienststellung fiel zeitnah mit einem Kommandowechsel auf der "Karlsruhe" am 30. Mai 2009 in Anwesenheit von OB Heinz Fenrich zusammen. So wird Fregattenkapitän Matthias Schmidt zum ersten Mal in Karlsruhe sein. Sein Vorgänger, Fregattenkapitän Hans Joachim Kuhfahl, hatte als eine seiner letzten Amtshandlungen im April mit der Besatzung und vielen Gästen - unter anderem mit einer offiziellen Karlsruher Delegation unter Leitung von Bürgermeister Wolfram Jäger und zahlreichen Karlsruher "Fregattenfreunden" – noch die Festveranstaltung in Jever geleitet. Unter anderem werden die blauen Mädels und Jungs an einem offiziellen Empfang des Oberbürgermeisters am 18. Juli im Bürgersaal des Karlsruher Rathauses teilnehmen. Vorgesehen ist zuvor ein Eintrag ins „Goldene Buch“ der Stadt Karlsruhe vom alten und neuem „Alten“ des Patenschiffs nach Kommandowechsel am 30. Mai 2009.
Zuvor wird die Delegation das Sommerfest des Kinder- und Jugendhilfezentrum in der Karlsruher Sybelstrasse besuchen. Hier besteht seit vielen Jahren ein intensiver Kontakt: Kinder- und Jugendgruppen besuchen den Heimathafen der Fregatte "Karlsruhe" in Wilhelmshaven und, sofern der Dienst es zulässt, steht das Weihnachtstreffen und gemeinsame Feiern mit den Bewohnern des Heims in der Südstadt fest im Terminkalender der Besatzung.
Darüber hinaus informieren die Matrosen am Samstag von 10.00 bis 15.00 Uhr „hautnah“ auf dem Karlsruher Marktplatz über die Deutsche Marine, das Leben an Bord des Karlsruher Patenschiffs, der Fregatte F 212 KARLSRUHE (V), und bieten dabei Souvenirs an. Der Erlös kommt den Karlsruher "Sybelkindern" zu Gute.

Seebärchen und Marine zum Anfassen
Delegation der „Karlsruhe“ zu Besuch in der Partnerstadt

BNN 20.6.2009/hgk. Vor 26 Jahren fing Matthias Schmidt bei der Bundesmarine an, ein Jahr später wurde die Fregatte „Karlsruhe“ in Dienst gestellt. Mittlerweile haben die beiden zusammengefunden. Seit dem 29. Mai ist Fregattenkommandant Schmidt für das Schiff und mehr als 200 Besatzungsmitglieder verantwortlich.
Beim traditionellen Besuch in der Patenstadt gab es am Wochenende also gleich mehrfach Grund zum Feiern: Einen runden Schiff-Geburtstag und einen neuen „Chef“, der sich am Samstag zudem in das Goldene Buch der Stadt eintragen durfte.
Bei der elfköpfigen Delegation, die am Samstag auf dem Marktplatz unter dem Motto „Fregatte zum Anfassen“ die Bürger informierte, hatte Nico Pawlik ein Heimspiel. Der Obergefreite aus Karlsruhe leistet derzeit seinen Wehrdienst auf der „Karlsruhe“ ab und wird am 24. August in Wilhelmshaven wieder in See stechen. Dann beginnt ein sechsmonatiger Einsatz vor der Küste Somalias, bei dem die Piraterie bekämpft werden soll. Die Vorbereitungen dafür laufen auf vollen Touren und sind ebenso intensiv wie anstrengend. Da bedeutete der Besuch in der Fächerstadt, zu dem auch der Besuch des Kinderheims in der Sybelstraße gehörte, mit dem seit Jahren ein intensiver Kontakt besteht eine willkommene Abwechslung. Und für Schmidt bei seinem ersten Karlsruher Auftritt eine erfreuliche Erfahrung: „Die Herzlichkeit, mit der wir hier aufgenommen wurden, und das große Interesse, das die Bürger hier am Stand zeigen, ist für uns eine große Unterstützung.“ So gab die Crew bereitwillig Auskunft über das Schiff und das Leben an Bord. Neben Info-Wänden gab es auch jede Menge Souvenirs. Der absolute Renner dabei waren neben alten Seekarten vor allem Baseballmützen und Aufkleber. Große Nachfrage herrschte auch nach einem Geburtstagsgeschenk, das Helmut Barz mitgebracht hatte. Der Geschäftsführer des Karlsruher Freundeskreises präsentierte eine Doppel-DVD, die die 25-jährige Geschichte der Fregatte Revue passieren lässt. Foto: BNN jojo

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Krankheitsbedingt konnte ich meine bereits erteilte Zusage zur Teilnahme am "Jubiläumsempfang" in Karlsruhe leider nicht einhalten. Zwei von mir mit einer persönlichen Widmung und Unterschrift versehene Exemplare der 2. Auflage meines Buch "KARLSRUHE eine Stadt - fünf Schiffe" habe ich deswegen Herrn Oberbürgermeister Heinz Fenrich zugesandt mit der Bitte, diese den Herren Fregattenkapitän Hans-Joachim Kuhfahl Kuhfahl und Fregattenkapitän Matthias Schmidt als Geschenk zu übergeben. Dieser Bitte ist OB Fenrich dankenswert nachgekommen.

Widmung für FKpt. Hans-Joachim Kuhfahl

In einem längeren Brief vom 20.07.09 schreibt FKpt. Kuhfahl u.a.: "Vielen Dank für die Überraschung mit dem Buch, über welche ich mich sehr gefreut habe. Insbesondere da in diesem viele Episoden aus meiner Kommandantenzeit enthalten sind. Sie haben für mich über meine Zeit als Kommandant Fregatte "Karlsruhe" eine Chronik geschrieben. Das Buch wird einen absoluten Ehrenplatz in meiner privaten Bibliothek einnehmen".

Widmung für FKpt. Matthias Schmidt

In einer längeren Email vom 11.08.09 schreibt FKpt. Schmidt u.a.: „Ich möchte es nicht versäumen, mich sehr herzlich bei Ihnen für Ihr Buchgeschenk zu bedanken. Wie schon mit der ersten Auflage ist es Ihnen in vorzüglicher Weise gelungen, die fünf Kriegsschiffe mit dem Namen Karlsruhe zu porträtieren und die Stimmungen AN Bord und Besonderheiten der jeweiligen Epochen festzuhalten. Ich bin fasziniert von der Liebe zum Detail und natürlich zum jeweiligen Schiff, die Ihre Arbeit prägt und so wertvoll und unverwechselbar macht."

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Meine Herrn Oberbürgermeister Heinz Fenrich in einer Auflage von 100 Exemplaren für seine Gäste zur Verfügung gestellten Flyer im Scheckkartenformat waren bereits vor offiziellen Beginn des "Jubiläumsempfang" am 18. Juli 2009 - 17 Uhr – vergriffen.

Flyer Vorderseite

Fleyer Innenseiten

Flyer Rückseite

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23. Juli 2009/Lm – Von der Bildstelle der Stadt Karlsruhe wurden mir freundlicherweise einige Fotos vom „Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Karlsruhe“ am 18. Juli 2009 im Bürgersaal der Stadt Karlsruhe zur Verfügung gestellt.           Fotos (5): Monika Müller-Gmelin, Bildstelle Stadt Karlsruhe

Musikalisch wurde die Veranstaltung begleitet vom Chanty Chor der Marinekameradschaft Ettlingen.

Die Unterschriften wurden ("willkürlich") in folgender Reihenfolge geleistet:

Eintrag                                                         von Fregattenkapitän Matthias Schmidt

Eintrag                                                         von Kapitän z.S. Jürgen Looft

Eintrag                                                         von Fregattenkapitän Hans-Joachim Kuhfahl

Gruppenbild nach Abschluß der feierlichen Zeremonie mit Oberbürgermeister Heinz Fenrich als Gastgeber.

Die Unterschriften im "Goldenen Buch" der Stadt Karlsruhe.

Hinweis:
Der Eintrag im Goldenen Buch der Stadt Karlsruhe ist eine Ehrung. Formale Kriterien zur Aufnahme in das Goldene Buch gibt es keine. Der amtierende Oberbürgermeister entscheidet über die Kandidaten. Eigentlich handelt es sich dabei nicht um ein Buch, denn aktuell wird schon das Dritte befüllt. Auch hat das „Goldene Buch“ einen roten Einband. Zum Ereignis trägt der Oberbürgermeister seine Amtskette. Ein Grafikdesigner gestaltet vor jeden Eintrag ein passendes Logo und kalligrafische Buchstaben auf das Papier. Die Geehrten fügen eventuell noch einen kurzen Text hinzu. Obligatorisch ist jedoch in den meisten Fällen die bloße Unterschrift mit einem edlen Tintenfüller. Quelle: Stadtwiki Karlsruhe/Lm

Bisherige Einträge 2009 in das „Goldene Buch“ der Stadt Karlsruhe:

15. Januar 2009
Said Kibeya,
Minister für Bildung und Wissenschaft der Republik Burundi

7. März 2009
Wangari Maathai,
Friedensnobelpreisträgerin, Naturwissenschaftlerin und stellvertretende Ministerin für Umwelt und Naturschutz aus Nigeria

9. Mai 2009
Prinzessin Benedikte von Dänemark

18. Juli 2009
Matthias Schmdt,                                                           Fregattenkapitän und Kommandant Fregatte Karlsruhe (V)

18. Juli 2009 Jürgen Looft,                                               Kapitän zur See und Ex-Kommandant Fregatte Karlsruhe (V)

18. Juli 2009 Hans-Joachim Kuhfahl,                                   Fregattenkapitän Ex-Kommandant Fregatte Karlsruhe (V)

karlsruhe-maritim meint: Unsere Herren Kapitäne bewegen sich nach ihrem Eintrag ins "Goldene Buch" der Stadt Karlsruhe in einer international illusteren Umgebung.

Fregatte Karlsruhe:                     Drei Kapitäne im Buch
Festakt zum 25. Geburtstag der Fregatte Karlsruhe
Stadtzeitung 24. Juli 2009 (erg) Die aktuelle Fregatte "Karlsruhe" der deutschen Marine wurde vor 25 Jahren in Dienst gestellt. Darum war am letzten Wochenende eine kleine Delegation von Besatzungsmitgliedern unter Führung des neuen Kommandanten, Fregattenkapitän Matthias Schmidt, in Karlsruhe. Bevor OB Heinz Fenrich die Soldatinnen und Soldaten im Bürgersaal des Rathauses empfing, hatten sie bereits ein umfangreiches Programm absolviert. Höhepunkt war der Besuch beim Sommerfest des Kinder- und Jugendhilfezentrums in der Sybelstraße, zu dem die Fregatte traditionell enge Beziehungen pflegt. Kapitän Schmidt war vor allem vom Auftritt der kleinen Antonella begeistert, die Popsongs wie die Stars zum Besten gab. Gerne haben sich die Frauen und Männer von der Waterkant am Samstag vor dem Empfang auch Gesprächen mit Karlsruhern an einem Stand auf dem Marktplatz gestellt.
Beim offiziellen Akt ließ OB Fenrich die Geschichte des aktuellen Karlsruher Marine-Patenschiffs Revue passieren. Einschließlich seiner Einsätze in Friedensmissionen und bei der Bekämpfung der Piraterie, zu denen "F 212" in den letzten Jahren im Mittelmeer und am Horn von Afrika unterwegs war. Dort hin läuft die "Karlsruhe" auch Ende August zu einem wahrscheinlich halbjährigen Einsatz aus. Im Juni hat sie an einem Manöver in der Ostsee teilgenommen und war anschließend Flaggschiff der Deutschen Marine bei der Kieler Woche. Fenrich zeigte sich zuversichtlich, auch das 30. Jubiläum zu feiern - und 2012 ein Fest zu 100 Jahre Patenschaften mit einem Marineschiff.
Aus Anlass des 25. Indienststellungsjubiläums trug sich der neue Chef an Bord, Fregattenkapitän Matthias Schmidt, ins Goldene Buch der Stadt Karlsruhe ein. Er ist der zehnte Kommandant der Fregatte, aber der erste, dem diese Ehre zuteil wurde. Doch zwei weitere folgten sogleich. Denn die beiden ehemaligen Kommandanten Jürgen Looft und Hans Joachim Kuhfahl waren ebenso zu den Feierlichkeiten nach Karlsruhe gekommen. Und ihre beiden Unterschriften finden sich jetzt ebenfalls im offiziellen Gästebuch.

Kommandant Fregatte F 212 KARLSRUHE, Fkpt. Hans-Joachim Kuhfahl, im Bürgergespräch.

22. Juli 2009 - Schreiben von OB Heinz Fenrich, Karlsruhe.

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30. Über Marineschutzkräfte (MSK)

Marineschutzkräfte

Wappen und Barettabzeichen der MSK

Die Marineschutzkräfte (MSK) wurden am 1. April 2005 aufgestellt. Die MSK sind in Eckernförde stationiert und bilden zusammen mit den Spezialisierten Einsatzkräfte der Marine (SEK M) die infanteristische Komponente der Marine.

Zu den Hauptaufgaben gehören u.a.:
Land und seeseitiger Schutz der Einheiten der Deutschen Marine und deren Einrichtungen an Land, in Häfen, auf Reeden und in küstennahen Gewässern im In- und Ausland.

Beispiele für „Mobile Protection Elements“ (MPE) zum Schutz der schwimmenden Einheiten während Einsatz:
Limassol (Zypern) für UN - Mission UNIFIL
Djibouti (Djibouti) für “Operation Enduring Freedom” (OEF) und EU NAVFOR ATALANTA

Wachturm in Limassol/Zypern.

Waffenappell.

Standardwaffe der MSK.

Wachdienst in Limassol/Zypern (1).

Wachdienst in Limassol/Zypern (2).

Küstennaher Wachdienst in Djobouti (1).

Küstennaher Wachdienst in Djobouti (2).

Wachdienst im Hafen von Djibouti. Im Hintergrund (li.) Fregatte F 212 KARLSRUHE.

Hier stellt die Deutsche Marine die Soldaten der MSK vor: http://www.marine.de/portal/a/marine/kcxml/04

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31. Über Sondereinsatzkräfte (SEK M)

Spezialisierte Einsatzkräfte Marine

Wappen SEK M

Die Spezialisierten Einsatzkräfte der Marine (SEK M) sind ein Verband der Deutschen Marine in Bataillonsstärke, der der Einsatzflottille 1 unterstellt ist.

Die SEK M sind in Eckernförde stationiert und bilden zusammen mit den Marineschutzkräfte (MSK) die infanteristische Komponente der Marine. In ihr sind die Spezialkräfte (Kampfschwimmer) und die spezialisierten Kräfte (z.B.: Boardingkompanie) der Marine zusammengefasst.

Boardingsoldaten
Boardingsoldaten sind spezialisierte Kräfte, die fern ihrer militärischen Heimat Eckernförde in die eigene Welt des Bordlebens eintauchen: Das gewohnte dynamische Üben und Arbeiten während der Einsatzvorbereitung wird durch die Regelmäßigkeit der Bordroutine ersetzt. An Bord teilen sie das Leben ihrer Kameraden der jeweiligen Bordbesatzung (z.B. Fregatte F 212 KARLSRUHE). Hier versuchen sie, sich mit besten Kräften und Fähigkeiten zur Entlastung der Bordbesatzung einzubringen.

Boardingsoldaten erfüllen ihre Pflicht eher unauffällig und unspektakulär. Sie haben eine eigene Kompanie und damit eine eigene Identität. Ihr Motto lautet „Semper et ubique“ („immer und überall“). Mit viel Engagement sind die Boardingteams (Einsatz mittels Bordhubschrauber SEA LYNX und/oder Speedboat) auf den Fregatten der Deutschen Marine im Einsatz immer dabei.

Boardingteam (1).

Einsatzbesprechung Boardingteam.

Übung Boardingsoldaten mit Speedboat.

Übung mit Speedboot.

Boardingsoldaten im Einsatz mit Speedboat (1).

Boardingsoldaten im Einsatz mit Speedboat (2).

Fast Roping ("Abseilen") vom SEA LYNX.

Einsatz: An Bord SEA LYNX ein Boardingteam (6 Soldaten).

Boardingteam (2).

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32. Bordhubschrauber SEA LYNX MK 88A

Der Bordhubschrauber Sea Lynx MK 88 wurde 1981 für den bordgestützten Einsatz auf den Fregatten der BREMEN - Klasse eingeführt.

Aussehen Sea Lynx MK 88 wie bei Einführung 1981.

Verändertes Aussehen Sea Lynx MK 88 um 1998.

In zwischen 2000 und 2003  modifizierter Ausführung wird der Bordhubschrauber Sea Lynx MK 88 A heute auf allen Fregatten der BREMEN-, BRANDENBURG- und SACHSEN - Klasse eingesetzt.

Sofort ins Auge fällt bei dem neuen SEA LYNX MK 88 A die veränderte Bugpartie. Die abgerundete „Schnauze“ des „MK 88“ ist verschwunden. Hinter der eher eckig-wulstigen neuen "Nase" verbirgt sich modernste Radartechnik. Den Hubschrauber fliegen  und gleichzeitig nach hinten schauen ist jetzt kein Problem mehr.

Das Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ in Nordholz/Cuxhaven verfügt 2009 über 22 Hubschrauber vom Typ SEA LYNX MK 88 A in einer Staffel. Während „schwimmenden“ Einsatz auf den Fregatten der Deutschen Marine (z.B. bei UNIFIL, ATALANTA u.a.) bilden jeweils 2 Bordhubschrauber und 18 Mann fliegendes und technisches Personal den so genannten "Hauptabschnitt 500".

Ausrüstung und Bewaffnung des Hubschraubers sind auf seine Hauptrolle, der U-Bootjagd, ausgelegt. In dieser Rolle dient der Hubschrauber als verlängerter Arm des Schiffes, dessen Fähigkeiten er wesentlich um seine eigene Reichweite, seine Geschwindigkeit und Flexibilität erhöht. Der SEA LYNX MK 88 A ist ausgerüstet mit einem tiefenvariablen Sonar für aktive und passive Ortung, sowie mit zwei Torpedos zur schwerpunktmäßigen Bekämpfung gegnerischer U-Boote. Zu den Nebenaufgaben zählen der Transport und der SAR-Dienst innerhalb eines Schiffverbandes. In jüngster Zeit kamen weitere Aufgaben (z.B. Seeraumüberwachung, Piratenjagd und Boarding bei der UN-Mission UNIFIL bzw. EU-Mission ATALANTA) hinzu.

Bis zur Ablösung der Fregatten der BREMEN – Klasse (Klasse 122) und Ersatz des letzten Schiffes dieser Klasse durch einen Nachfolger (frühestens ab 2015) bleiben die SEA LYNX MK 88 A Bordhubschrauber im Dienst. Auch nach Einführung der neuen Generation von Bordhubschraubern vom Typ MH 90 werden die „letzten“ Bordhubschrauber des Typ SEA LYNX MK 88 A wohl kaum vor 2020 außer Dienst gestellt werden.

Ansicht Cockpit SEA LYNX MK 88A

Hersteller
GKN Westland Helicopters Ltd.

Technische Daten Bordhubschrauber SEA LYNX MK 88 A
Maße (Länge / Breite / Höhe): 13,3 m /2,9 m /3,7m
Hauptrotor Ø: 12,8 m (Fläche: 129 m²
Geschwindigkeit: 178 kn (330 km/h)
Leergewicht: 3,7 t
max. Startgewicht: 5,1 t

Antriebsanlage
Leistung: 2 x 835 kW (2.200 PS)
max. Steigrate: 10,1 m/s
Gipfelhöhe: 3650 m
Reisegeschwindigkeit: 230 km/h
max. Geschwindigkeit: 255 km/h
max. Reichweite: 530 km
Patrouillenzeit: max. 3:50 Std.

Bewaffung
2 Torpedos oder
4 Sea Skua Seezielflugkörper
12, 7 mm Maschinengewehr

Besatzung
2 + 1 Soldaten

Anflug ...

SEA LYNX auf Fregatte F 212 KARLSRUHE.

Festmachen nach Landung. 

SEA LYNX MK 88A auf Fregatte F 212 KARLSRUHE.

                                                             *    *    *

33. Moderne Piraten vor Somalia

Die Piraten von heute sind nicht mehr legendäre Gestalten wie Klaus Störtebeker in früheren Jahrhunderten, die Schiffe als Beute nahmen. Heute geht es um Lösegeld: Von der Segeljacht bis zum Supertanker – Schiffe und ihre Besatzungen werden geentert, entführt, Millionen werden bezahlt, um sie wieder freizubekommen. Piraterie ist ein Geschäftszweig des organisierten Verbrechens geworden. Es funktioniert, weil es Staaten ohne Ordnung - wie Somalia - gibt, die als Unterschlupf dienen. Die Seeräuber operieren in organisierten Einheiten. Es gibt feste Strukturen, Dienstränge, Aufgabenteilung, eine klare Hierarchie. Die Suche der Geheimdienste nach den Drahtziehern war bisher erfolglos.

Im Auftrag der NATO, der Europäischen Union und weiterer Regierungen patrouillieren zurzeit ständig bis 40 Kriegsschiffe die Schifffahrtspassagen am Horn von Afrika und dem Golf von Aden sowie im Indischen Ozean bis zu den Seychellen. Neben NATO-Schiffen, der EU-Flottille, der 5ten US-Flotte und Kriegsschiffen aus Russland sind Indien, China, Saudi-Arabien und Malaysia und anderen Nationen vertreten.

Es sieht aus wie ein ungleicher Kampf: moderne Kriegstechnik gegen Fischerboote. Doch das Gebiet hier ist unendlichgroß, und die Piratenboote kommen wie aus dem Nichts. Nur wenn die Kriegsschiffe schnell zur Stelle sind, können sie Angriffe vereiteln.

Die Aufgabe für alle Nationen, denen die Freiheit der offenen Meere etwas bedeutet, ist vergleichbar mit dem Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Für die 20 000 Schiffe, die jedes Jahr durch den Golf von Aden fahren, sind die Piraten von Somalia eine Gefahr. Für den Welthandel sind sie ein Ärgernis. Für die Zivilisation des 21. Jahrhunderts sind sie eine Herausforderung.

Ohne Augenklappen, Holzbein und Totenkopfflaggen hat sich ausgerüstet mit Kalaschnikows und Speedboats (Skiffs) eine neue, moderne Art der Piraterie etabliert. Kleine Gruppen von gut ausgebildeten Piraten gehen ohne Rücksicht auf eigene Verluste auch gegen große Frachtschiffe und Tanker vor. Besonders erschreckend ist in vielen Fällen die Brutalität, mit der vorgegangen wird. Auch wenn nur selten Menschen zu Tode kommen, ist die Skrupellosigkeit der Piraten beispiellos.

Weltweit erfasst werden Piraterie-Übergriffe durch das International Maritime Bureau (IMB). Auf dessen Internetseite wird wöchentlich über alle gemeldeten Überfälle berichtet. Auffallend war in den letzten Jahren besonders die Zunahme der Piraterie in den Seegebieten am Horn von Afrika und vor Somalia. Selbst ein großer Sicherheitsabstand zu gefährlichen Küstenabschnitten reicht heute oft nicht mehr aus, vor Überfällen von schwer bewaffneten Piraten sicher zu sein. Sie operieren nicht nur im Küstenbereich, sondern mit kleinen Speedbooten (Skiffs) auch von einem Mutterschiff aus, welches bis zu 400 Seemeilen vor der Küste in See liegt. Als effektive Abwehr stellte sich in den letzten Jahren die Anwesenheit von Kriegsschiffen heraus.

Die Angriffe finden überwiegend im Schutz der Dunkelheit während der Nacht in Zeiten mit der geringsten Wachbereitschaft auf Handelsschiffen statt. Die Piraten lauern dabei in zwei flachen offenen Speedbooten (Skiffs), zwischen denen sie ein langes Tau gespannt haben (Methode 1), auf ihre Beute. Sie sind auf den Radarschirmen der Schiffe bei leicht bewegter See kaum auszumachen. In jedem Boot sitzen sechs bis acht bewaffnete Piraten, die zudem mit Enterhaken und Leitern ausgerüstet sind. Der Bug des Handelsschiffes trifft das Tau; dadurch werden die beiden Boote an die Backbord- und Steuerbordseite des Frachters herangezogen und die Piraten können aufentern. Oder die Piraten nähern sich nachts mit ihren schnellen Booten unbemerkt von achtern (Methode 2) und versuchen, mit Wurfhaken und Leitern über das Heck des Frachters an Deck zu gelangen.

Bilder von der Bekämpfung der Piraterie am Beispiel EU NAVFOR Somalia mit zweifacher Beteiligung der Fregatte F 212 KARLSRUHE 2008/2009.                                               Anmerkung: Die gezeigten Bilder stehen zueinander in keinem kausalen Zusammenhang !

Bordhubschrauber verfolgt flüchtendes Skiff.

Mit Warnschüssen vor den bug wird ....

... Skiff gestoppt!

Soldaten der an Bord eingeschifften SEK M nehmen die mutmaßlichen Piraten fest und ... 

... sichern Skiff und Ausrüstung ... 

... als Beweismaterial. Auffällig sind das "Chaos" an Bord und die großen Mengen mitgeführter Treibstoffvorräte.

Beispiele für sichergestelle Waffen und Munition der Piraten (1)

Beispiel für sichergestelle Waffen und Munition der Piraten (2)

Skiff wird (anfänglich) zur Beweissicherung an Bord gehievt.

Skiff wird (neuerdings)versenk.

Übergabe in Mombasa von Bord deutscher Fregatte an die kenianische Justiz. 

In Mombasa/Kenia inhaftierte mutmaßliche Piraten (eingekleidet an Bord deutscher Fregatte).

Zusammenfassung:
Stand: 2. Nov. 2009
1.) Nach knapp einem Jahr deutscher Beteiligung an der Bekämpfung der Piraterie durch die EU-Mission ATALANTA (EU NAVFOR Somalia) scheint sich die Koordination zwischen den verschieden geführten Verbänden (NATO, EU, USA, nationaler Verantwortung diverser Staaten) gebessert zu haben. Dauerhaft wirksame Erfolge sind jedoch nach meiner Auffassung nicht zu vermelden.
2.) Unklar ist weiter, was mit „ertappten“ Piraten rechtlich geschieht. Einmal werden sie gefangen genommen und samt Skiff an Kenia übergeben. Ein anderes Mal werden sie zusammen mit dem Skiff in Sichtweite der somalischen Küste entlassen. Ein weiteres anderes Mal werden zwei Skiffs versenkt und die mutmaßlichen Piraten mit dem Mutterschiff auf hoher See wieder frei gelassen. Und erst kürzlich (27. Okt. 2009) wurden sieben der Piraterie überführte Piraten auf Fregatte F 212 KARLSRUHE arretiert (Skiff versenkt) und an die Justizbehörden in Mombasa/Kenia (? die Seychellen) übergeben.
3.) Das Grundübel, die Anarchie in Somalia (Jemen), besteht ohne erkennbare Lösungsansätze durch die Weltgemeinschaft (UN) weiterhin.  
4.) Mit anderen Denkansätzen kann man auch zu anderen Schlüssen kommen: Der Kampf gegen Terrorismus und Piraterie im Seegebiet des nordöstlichen Indischen Ozean ist Vorwand für eine bewusst gewollte Ansammlung einer internationalen Armada von Kriegsschiffen. Aus welchen Gründen auch immer!

                                                             *    *    *

34. Endschicksal Fregatte F 223 KARLSRUHE (IV)

Sechs Schiffe – darunter Geleitboot G5/Fregatte F 223 KARLSRUHE - der „Klasse 120“ wurden zwischen 1961 und 1964 in Dienst gestellt. „Klasse 120“ bezeichnet eine ehemalige Fregattenklasse der Bundesmarine, auch nach ihrem Typschiff als „Köln-Klasse“ benannt.

Die Schiffe wurden zunächst als „Geleitboot 55“ bezeichnet. Sie waren für Geleitaufgaben, hauptsächlich zur U-Jagd vorgesehen und wurden zunächst dem 2. Geleitgeschwader in Cuxhaven zugeordnet. Am 3. April 1968 verlegte das 2. Geleitgeschwader von Cuxhaven nach Wilhelmshaven. Die Emden und die Karlsruhe schieden aus dem Geschwader jedoch aus und traten vorübergehend zum Flottendienstgeschwader in Flensburg über. Von dort aus kehrten die Karlsruhe am 1. Oktober 1973, die Emden am 1. April 1974 wieder zum 2. Geleitgeschwader in Wilhelmshaven zurück.

Zwischen 1982 und 1989 wurden die Fregatten der Klasse 120 in Wilhelmshaven außer Dienst gestellt. Die Augsburg wurde verschrottet, die Köln in der Lehrgruppe Schiffssicherung Neustadt als Übungsobjekt verwertet, die Fregatten Emden, Karlsruhe, Lübeck und Braunschweig wurden an die türkische Marine abgegeben und später dort (siehe Auflistung zum Endschicksal unten) verschrottet.

F 220 KÖLN
Indiensthaltung:                                         15. April 1961 bis 17. Dezember 1982
Endschicksal: Seit November 1989 Verwendung als Ausbildungshulk bei der Marinetechnikschule im Ausbildungszentrum Schiffssicherung (AzS) in Neustadt/Holstein. Dort werden Besatzungen der seegehenden Einheiten der Deutschen Marine in der Brandbekämpfung und der Leckabwehr geschult.

F 221 EMDEN
Indiensthaltung:                                         24. Oktober 1961 bis 30. Juni 1983
1983 bis 1989 Dienst als Zerstörer D 361 GEMLIK in der türkischen Marine.
Endschicksal: 1994 in Aliaga/Izmir (TR) verschrottet.

F 222 AUGSBURG
Indiensthaltung:                                          7. April 1962 bis 30. März 1988
Endschicksal: 1990 in Hamburg verschrottet.

F 223 KARLSRUHE
Indiensthaltung:                                         15. Dezember 1962 bis 28. März 1983.
1983 bis Mitte 1984 Dienst als Zerstörer D 361 GAZI OSMAN PASA in der türkischen Marine.
Mitte 1984 bis 1994 Dienst als Zerstörer D 361 GELIBOLU in der türkischen Marine.
Endschicksal: Wahrscheinlich 1995 oder später in Aliaga/Izmir (TR) verschrottet.
(Eine aktuelle Anfrage vom 06. Oktober 2009 an die türkische Marine soll hier endgültige Klarheit verschaffen!)

15.01.2010 - Entsprechend Mitteilung des Marineattache der türkischen Botschaft Berlin unter Berufung auf die Aussage eines ehemaligen Offiziers des Zerstörers D 361 GELIBOLU, wurde ex Fregatte F 223 KARLSRUHE Ende 1995 in Aliaga/Izmir (TR) verschrottet.  

Indienststellung Geleitboot G5 KARLSRUHE am 15. Dezember 1962.

Letzte Reise Fregatte F 223 KARLSRUHE war Teilnahme an der STANAVFORLANT 1982.

Reiseverlauf STANAVFORLANT 1982 vom 14.08. – 08.12.1982.

"Letzte Fahrt unter deutscher Flagge"! Beleg Überführungsfahrt von Wilhelmshaven nach Gölcük/Türkei vom 13. - 28. März 1983.

D 360 GELIBOLU, ex F 223 KARLSRUHE, 1994 im Aussehen vor Außerdienst-stellung durch die türkische Marine.

F 224 LÜBECK
Indiensthaltung:                                          6. Juni 1963 bis 31. März 1989
Ende 1989 bis Ende 1995 „Ersatzteillager“ für die Zerstörer D 360 GELIBOLU und D 361 GEMLIK
Endschicksal: 1996 in Aliaga/Izmir (TR) verschrottet.

F 225 BRAUNSCHWEIG
Indiensthaltung:                                         16. Juni 1964 bis 4. Juli 1989
Ende 1989 bis Ende 1995 Dienst als Zerstörer D 361 GEMLIK (Ersatz für ex F 221 EMDEN)
Endschicksal: 1996 in Aliaga/Izmir (TR) verschrottet.

Von der einstigen "Klasse 120" ist nur die heute namenlose ex KÖLN als Hulk geblieben. Alles andere ist inzwischen Marinegeschichte und Nostalgie.

                                                             *    *    *

35. Internetpräsenz der Köln – Klasse (F120)

Alle sechs Einheiten der Köln-Klasse (F120) waren während ihrer Dienstzeit Teil des 2. Geleitgeschwaders in Cuxhaven und Wilhelmshaven. Zeitweise waren die Fregatten EMDEN (Apr.1968 – Apr.1974) und KARLSRUHE (Apr.1968 - Sept.1973) dem Flottendienstgeschwader in Flensburg unterstellt.

Übersicht zur Köln-Klasse

Homepage
ehemaliger Besatzungsangehöriger
F 220 KÖLN unter:
http://www.fregatte-koeln.de
in Kooperation mit F 224 LÜBECK

Homepage
ehemaliger Besatzungsangehöriger
F 221 EMDEN unter:
http://www.fregatteemden.de

Homepage
ehemaliger Besatzungsangehöriger
F 222 AUGSBURG unter:
http://www.f222-augsburg.de

Homepage
ehemaliger Besatzungsangehöriger
F 223 KARLSRUHE unter:
http://www.f223.de

Homepage
ehemaliger Besatzungsangehöriger
F 224 LÜBECK unter:
http://www.fregatte-koeln.de
in Kooperation mit F 220 KÖLN

Homepage
ehemaliger Besatzungsangehöriger
F 225 BRAUNSCHWEIG unter:
http://www.fregatte-braunschweig.de

Übersicht zu den Internet - Aktivitäten der Einheiten (Klasse F120)              Stand: Mrz. 2010

   NATO-
Kennung
     Schiffs-
      name
Home
 seit
  Aufrufe
Letze Aktu-
 alisierung
Forum
   *)
Bemerkung
  F 220      KÖLN 2005   74013  Dez. 2009   ja   Note 1
  F 221     EMDEN 2003   98954  Jan. 2010  nein   Note 1
  F 222   AUGSBURG 2007   10142  Dez. 2009  nein   Note 2
  F 223  KARLSRUHE 2008kein Zähler  Juni  2009   jaim Aufbau !
  F 224    LÜBECK 2005   34801  Dez. 2009   ja   Note 2
  F 225BRAUNSCHWEIG 2004kein Zähler   Mrz.2010  nein   Note 1

*) In den Foren "Köln/Lübeck" und "Karlsruhe" sind aktuell knapp 200 Mitglieder eingetragen. Etwa 10 % beteiligen sich aktiv am Austausch nostalgischer Erinnerungen an die eigene Bordzeit bzw. mit Beiträgen zu zeitnahen maritimen Themen. 90 % der registrierten Mitglieder in diesen Foren sind stille (inaktive) "NUR-Leser". Die Einträge sind "nicht öffentlich" und deswegen als Beitrag zur Marinegeschichte ohne jede Relevanz.     

Übersicht zu den Besatzungslisten der Einheiten (Klasse F120)

Mit aufwendigen Recherchen haben die Betreiber (Webmaster) Besatzungslisten "Ehemaliger" zu den Einheiten der Klasse F120 zusammen getragen.                     Hier eine vergleichende Übersicht (Stand: Mrz. 2010): 

   NATO-
kennung
       Schiffs-
        name
     erfaßte
Besatzungs-
anhörige
*) 
 davon
mit Email
   in %

              Bemerkung
  F 220       KÖLN       279  ~ 95               Note 2
  F 221      EMDEN         ?     ?Zugriff nur mit PIN des Adm.
  F 222    AUGSBURG       506  ~ 90               Note 2
  F 223    KARLSRUHE       330  ~ 95               Note 2
  F 224      LÜBECK       363  ~ 95               Note 2
  F 225 BRAUNSCHWEIG       295  ~ 95               Note 2

*) Marinehistoriker gehen davon aus, das auf den Einheiten der Klasse F120 im laufe deren aktiver Verwendung in der Bundesmarine zwischen 3000 und 3500 Soldaten Dienst verrichtet haben. Die in den Besatzungslisten erfassten "Ehemaligen" machen also einen Anteil von max.15 % aus. Ob dieser Anteil aus bis zu 26 "Schiffsjahrgängen Ehemaliger" zwischen Indienststellung F 220 KÖLN 1961 und Außerdienststellung F 225 BRAUNSCHWEIG 1989 tatsächlich miteinander kommuniziert darf - von Ausnahmen abgesehen - angezweifelt werden. Der Begriff "Bordgemeinschaft" (KÖLN/LÜBECK) täuscht.      

Überzeugender sind die "Bordkameraden" der EMDEN.

Über Form und Inhalt der Internetpräsenz (Klasse F120)
Die sechs vorgestellten Homepages zur Klasse F120 verdanken „ihre Existenz“ in allen Fällen einem Initiator, der gleichzeitig verantwortlicher Webmaster und Administrator (in zwei Fällen mit Assistenten als Co-Administratoren) ist. Das handwerkliche Können (gestalterische Form der Internetpräsenz) und der angebotene Inhalt (Umfang und Tiefe der vorangegangenen Recherchen) zeichnen verantwortlich für meine durchaus wohlwollende Einschätzung und Bewertung (Noten). Betont sei an dieser Stelle: Alle Webmaster waren nur zeitweise zwischen einem Jahr (als Wehrpflichtiger) und vier Jahren (als Zeitsoldat) Angehörige der Bundesmarine. Die Dienstzeit an Bord der Schiffe der Klasse F120 betrug nur zwischen neun Monaten (Abgang als Gefr. z.S.) und max. zwei Jahren (Abgang als OMt). Dennoch erinnern sich alle Kameraden gerne an diesen Lebensabschnitt und die „damals“ erlebte Kameradschaft. Ein Stück Nostalgie ist sicher auch dabei. Für diese Einstellung ein dreifaches BZ !!! Kritisch hinterfragt werden darf aber auch: Wo sind sie denn die „Seemänner“ (in den Besatzungslisten und Foren), die als Berufssoldaten auf den Einheiten der Klasse F120 in der Bundesmarine zwischen 1961 und 1989 gedient haben und teilweise noch heute in der Deutschen Marine als Stabsoffiziere oder Portepeeunteroffiziere dienen? Ich als „Landratte“ habe dafür eine einfache Erklärung: Auch in der Deutschen Marine (Bundesmarine) gibt es „eine Hackordnung“ – sogar beim pinkeln!

Zusammenfassung
Aufmerksam und ohne Vorurteile habe ich in den letzten Jahren den Aufbau und die weitere Entwicklung (Updates und Wartung) der Internetpräsenz der Einheiten der Klasse F 120 verfolgt. Insgesamt eine wertvolle Bereicherung im Web zum Traditionserhalt nicht nur für ehemalige Besatzungsangehörige, sondern für alle maritim interessierten User und Surfer. Lob also an die Initiatoren, Webmaster und Administratoren, die als „Einzelkämpfer“ für die Internetpräsenz „ihres“ Schiffes verantwortlich zeichnen. Es gibt aber auch eine Reihe belegbarer Vorkommnisse die zeigen, dass es mit der oft so hoch gepriesenen Kameradschaft nicht immer klappt. Es gab und gibt interne Zerwürfnisse (Beispiel EMDEN) und die Aufgabe eigener Webpräsenz (Beispiel LÜBECK). Bei meiner Bewertung (Noten) bedauere ich das bisherige abschneiden „meines Schiffes“, der Fregatte F 223 KARLSRUHE.

Anmerkung:
Auch zukünftig werde ich die Internetpräsenz der Klasse F 120 verfolgen und Veränderungen hier als Nachtrag einstellen. Letzte Aktzalisierung: 09.03.2010

1. Nachtrag vom 24.09.2010: Die Home zur Fregatte F 223 KARLSRUE (IV) von Kamerad Jens Leuschner wurde zwischenzeitlich mit Textbeiträgen und Bildern vervollständgt. Für Ende d.J. wurde eine neue graphische Gestaltung avisiert. Ich sage "Bravo Jens !" 

                                                             *    *    *

36. Traditionschiffe der Deutschen Marine

In der heutigen Deutschen Marine findet man zwei Schiffsnamen, die bereits seit 1908 (EMDEN) bzw. 1909 (CÖLN/KÖLN) existieren. Hinzu kommt 2012 die Fregatte F 212 KARLSRUHE als Namensträger der Patenstadt Karlsruhe. Nur diese drei Schiffe der Deutschen Marinen "seit Kaisers Zeiten" können auf eine 100-jährige Namenstradition und fünf Schiffe zurück blicken. Nachfolgend ein historischer Überblick:      

Fünf Schiffe mit Namen EMDEN, KÖLN und KARLSRUHE vom Kleinen Kreuzer der kaiserlichen Marine bis zur Fregatte (Klasse 122) der Deutschen Marine.

Kleiner Kreuzer
EMDEN (I)
Stapellauf und Taufe:
26.5.1908
 

Kleiner Kreuzer
CÖLN (I)
Stapellauf und Taufe:
6.6.1909.

Kleiner Kreuzer
KARLSRUHE (I)
Stapellauf und Taufe:
11.11.1912

Übersicht Kreuzer unf Fregatten EMDEN, KÖLN und KARLSRUHE seit 1908

Kleiner Kreuzer EMDEN (I) der Kaiserlichen Marine
1908 bis 1914
Kleiner Kreuzer EMDEN (II) der Kaiserlichen Marine
1916 bis 1919
Leichter Kreuzer EMDEN (III) der Reichs- und Kriegsmarine
1925 bis 1945
Fregatte F 221 EMDEN (IV) der Bundesmarine
1959 bis 1988
Fregatte F 210 EMDEN (V) der Deutschen Marine
Seit 1980

Kleiner Kreuzer CÖLN (I) der Kaiserlichen Marine
1909 bis 1914
Kleiner Kreuzer CÖLN (II) der Kaiserlichen Marine
1916 bis 1919
Leichter Kreuzer KÖLN (III) der Reichs- und Kriegsmarine
1929 bis 1945
Fregatte F220 KÖLN (IV) der Bundesmarine
1958 bis 1982
Fregatte F 211 KÖLN (V) der Deutschen Marine
Seit 1981

Kleiner Kreuzer KARLSRUHE (I) der Kaiserlichen Marine
1912 bis 1914
Kleiner Kreuzer KARLSRUHE (II) der Kaiserlichen Marine
1916 bis 1919
Leichter Kreuzer KARLSRUHE (III) der Reichs- und Kriegsmarine
1927 bis 1940
Fregatte F 223 KARLSRUHE (IV) der Bundesmarine
1959 bis 1983
Fregatte F 212 KARLSRUHE (V) der Deutschen Marine
Seit 1982 

Fregatte F 210
EMDEN (V)
Stapellauf und Taufe:
17.12.1980

Fregatte F 211
KÖLN (V)
Stapellauf und Taufe:
29.5.1981

Fregatte F 212
KARLSRUHE (V)
Stapellauf und Taufe:
8.1.1982

Publikationen:

Buch zu den Schiffen EMDEN

Buch zu den Schiffen CÖLN/KÖLN

Buch zu den Schiffen KARLSRUHE

Buch zu den Schiffen KARLSRUHE

Außerdienststellung (Klasse 122)

Leider ist zu befürchten, das mit der Außerdienststellung der Einheiten der Klasse 122 ab etwa 2015 die Traditionsnamen der Schiffe EMDEN, KÖLN und KARLSRUHE aus der Schiffsliste der Deutschen Marine verschwinden. Siehe hierzu auch unter Link:"Visionen KARLSRUHE(VI)". 

                                                             *    *    *

37. "Fregatteneck" für Deutsches Marinemuseum Wilhelmshaven

Vorgeschichte

In Ordnung meines altersbedingten Legat ist es nach zwei vergeblichen Versuchen (Stadtarchiv Karlsruhe *) und Bordgemeinschaft F 223 **) gelungen, das Deutsche Marinemuseum, Wilhelmshaven, auf mein "Fregatteneck" aufmerksam zu machen.  

*) Das "Stadtarchiv Karlsruhe" verzichtet nach Rücksprache mit dem OB der Stadt Karlsruhe auf mein Angebot zur Überlassung der angebotenen Exponate meines "Fregatteneck" mit der Begründung: "Patenschaftspflege ja - Ausstellung wegen kommunalpolitischer Bedenken nein."       

**) Die Bordgemeinschaft F 223 verzichtet auf mein Angebot zur Versteigerung der Exponate aus meinem "Fregatteneck" zu gunsten "Deutsches Marinemuseum"  mit der Begründung: "Exponate entsprechen nicht den Erwartungen!"        

Hinweis: Die Exponate stammen aus den Jahren 1965 bis 1983. Sind zwischen 45 und mindestens 27 Jahre alt. Natürliche Alterungen und gewisse Gebrauchsspuren mindern nach meiner Auffassung nicht den ideellen Wert der einzelnen Stücke, da es sich zweifelsfrei um Originale handelt, die heute nur noch in wenigen Einzel-exemplaren verfügbar sind. Ich bin mir absolut sicher, das die Experten des Deutschen Marinemuseum meine Einschätzung teilen und über die Fähigkeit verfügen, etwa notwendige Restaurierungen zu beurteilen und durchzuführen.  

Nachricht vom Deutsches Marinemuseum 

11.02.2010

Meine Reaktion:

Teils von mir direkt, teils über den Umweg der Bordgemeinschaft F 223, überlasse ich die unten näher beschriebenen Exponate dem "Deutschen Marinemuseum Wilhelmshaven" bedingungslos als Schenkung. Es bleibt dem Deutschen Marinemuseum (Leitung Sammlungen) überlassen ob, wann und zu welchen Ausstellungszwecken die Exponate verwendet werden.

Schiffsglocke Fregatte „Karlsruhe“
Glocke gedreht aus massivem Messing mit geschmiedeter Halterung auf Edelholzplatte 50 x 25 x 2 cm. 

Legende zur Herkunft: Geschenk vom Kdt. F 223 aus dem Jahr 1976.

Paddel                Massivholz ca. 1,20 m (geteilt) - garniert mit Seemannsknoten, Messingbeschlägen und Stoffwappen F 223. Hinweis: Das Paddel ist zweiteilig und muß wieder verleimt werden.

Legende zur Herkunft: Geschenk vom Kdt. F 223 aus dem Jahr 1977.

Silhouette Fregatte F 223 Sägearbeit aus 2 mm Messingblech (44 x 13 cm) auf Edelholzplatte 50 x 25 x 2 cm mit Wappen FIDELITAS.

Legende zur Herkunft: Geschenk vom Kdt. F 223 aus dem Jahr 1978.

2 Schiffs-Positionslampen Handarbeit aus Kupferblech (Glas rot bzw. grün) für Anschluss 220 V (zum Eckeinbau geeignet) ca. 24 x 12 cm.

Legende zur Herkunft: Geschenk der PUO-Messe F 223 aus dem Jahr 1979.

Fregatte "KARLSRUHE" Gusseiserne Reliefabbildung 20 x 6 cm auf Massivholzplatte (braun gebeizt) 25 x 12 cm.

Legende zur Herkunft: Geschenk vom Kdt. F 223 aus dem Jahr 1980.

Segelschiff                    Kupferblech mit mechanischer Schaukel und Melodie „Red Sails in the sunset“ ca. 30 x 30 x 10 cm.

Legende zur Herkunft: Geschenk der Besatzung F 223 aus dem Jahr 1981.

Wappen
Fregatte „Karlsruhe“ mit FIDELITAS auf Holzplatte (braun gebeizt) 19 x 14 cm.

Legende zur Herkunft: Geschenk der PUO-Messe F 223 aus dem Jahr 1981.

Wappen
des 2. Geleitgeschwaders auf Holzplatte (braun gebeizt) 19 x 14 cm.

Legende zur Herkunft: Geschenk der U-Messe F 223 aus dem Jahr 1981.

Bootsmannpfeifen (silbern/gold)

Legende zur Herkunft: Geschenk der PUO-Messe F 223 aus dem Jahr 1982.

Matrosenkappmesser Originalausführung mit gesicherter Klinge und Enterbohrer (Hinweis: fällt heute unter WG!).

Legende zur Herkunft: Geschenk der U-Messe F 223 aus dem Jahr 1982.

Anker mit Kette

Legende zur Herkunft: Geschenk der U-Messe F 223 aus dem Jahr 1983.

Steuerrad mit Glocke

Legende zur Herkunft: Geschenk der PUO-Messe F 223 aus dem Jahr 1983.

2 Buchstützen
Solide Ausführung mit Anker und Seemannsknoten je ca. 12 x 15 cm.

Legende zur Herkunft: Geschenk vom Kdt. F 223 aus dem Jahr 1983.

Foto F 223
Original von 1966 in Rahmen 22 x 17 cm mit rückseitiger Widmung der Besatzung.

Legende zur Herkunft: "Erbstück" aus dem Nachlaß der Taufpatin F 223, Frau Hanna Klotz (Ursprung um 1965)

Federzeichnung der F 223
Aussehen vor 1969 aufgezogen auf Spanplatte ca. 34 x 24 cm

Legende zur Herkunft: "Erbstück" aus dem Nachlaß von FKpt.d.R. Rolf Schuh (Ursprung um 1970)

Ehrenmedaillen der Fregatte F 223 KARLSRUHE

Die Ehrenmedaillen der Fregatte F 223 KARLSRUHE (IV) wurden anlässlich des letzten Bordfest am 18. Dezember 1982 im Gorch-Fock-Haus in Wilhelmshaven in Anwesenheit der Geehrten durch den letzten Kommandant F 223, FKpt. Franz Köhler, an Frau Hanna Klotz, Herrn Rolf Schuh und Herrn Klaus Lehmann verliehen.

Legende zu Frau Hanna Klotz          (* 29.6.1909 - † 15.12.2002):            Am 24.10.1959 hat Hanna Klotz, Gattin des damaligen Oberbürgermeisters der Patenstadt Karlsruhe Günther Klotz, das Geleitboot „Karlsruhe“ in Hamburg getauft. Mit bewegten Worten verabschiedete sie sich am 18.12.1982 nach mehr als 23 Jahren in Wilhelmshaven von „ihrer Fregatte“ und „ihren blauen Jungs“. Ohne Unterbrechung zeigte sie in diesen Jahren reges Interesse für das Leben an Bord F 223 und war stets aktiv an der Patenschaftspflege beteiligt. Einmalig in der „Bundesmarine“ bis heute.

Legende zu Herrn Rolf Schuh           (* 13.5.1924 - † 23.3.1998):
Zwischen Indienststellung Geleitboot G5/F 223 KARLSRUHE am 15.12.1962 in Hamburg und Auslaufen Wilhelmshaven zur Überführungsfahrt in die Türkei am 13.3.1983 hat sich Fregattenkapitän d.R. Rolf Schuh ohne Unterbrechung mehr als 20 Jahre für die Belange der Patenschaftspflege als Mittler zwischen Stadt Karlsruhe – Schiff KARLSRUHE mit großem Idealismus ehrenamtlich engagiert. Einmalig in der „Bundesmarine“ bis heute.

Anmerkung in eigener Sache:
Die mir am 18. Dezember 1982 verliehene Ehrenmedaille bleibt als Erbgut in meinem Besitz.

Zusammenfassung:

Das Deutsche Marinemuseum schreibt: „Das Thema ´Patenschaft´ spielt auch bei uns eine Rolle. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns die angebotenen Exponate überlassen.“ Gerne komme ich dieser Bitte nach. Mein Beitrag zur Dokumentation der Schiffe "Karlsruhe" in den deutschen Marinen seit 1912 einschließlich Patenschaftspflege für zukünftige Generationen.

                                                             *    *    *

38. Taufe und Indienststellung Geleitboot „Karlsruhe“ (IV)

Hinweis: Alle nachfolgenden Zeitungsartikel sind unredigierte Abschriften ! 

Am Samstag in Hamburg-Steinwerder:
Die vierte „Karlsruhe“ von Stapel gelaufen
OB Günther Klotz hielt die Taufrede
„Badische Neueste Nachrichten“ (BNN) vom 26.10.1959/ E.H.

Blaues Tuch der Matrosen und ein paar Ohren voll Blasmusik, ein grauer Himmel, grau wie der schlanke Leib des neuen Geleitbootes der Bundesmarine, das mit Girlanden und Fahnen geschmückt ist, festlich gestimmte Menschen auf dem Gelände der Stülckenwerft in Steinwerder: der Taufakt kann beginnen. Die Hamburger, die sonst über das viele Naß von oben seufzen und auch bei Sonnenschein mit dem Regenschirm herumlaufen, jetzt sind sie froh, daß der Himmel Regen verheißt, zumal Petrus ein Einsehen hat und die kurze Feierstunde nicht beeinträchtigt. Es ist alles so hamburgerisch, wie es nur sein kann: die Stülckenwerft liegt nur wenige hundert Meter vom Freihafen des Elbtunnels entfernt, so daß der Blick ein weites Stück des stolzen Stromes umspannt, der von Dampfern und Barkassen belebt ist, bis hinüber zum wuchtig aufragenden Bismarck - Denkmal und zum allbekannten Wahrzeichen der Hansestadt, dem Michel.

Es ist, als wollte er der Binnenhafenschwesterstadt am Rhein an diesem Tage zunicken; denn so wie Karlsruhe ist auch Hamburg dem friedlichen Güteraustausch der Handelsschiffahrt zugewandt. Als ob die Bundesmarine dies habe anerkennen wollen, hat sie auf der Hamburger Werft ein Geleitboot in Auftrag gegeben, das zur Sicherung und Verteidigung unserer seewärtigen Einfuhr von Rohstoffen und Nahrungsmitteln bestimmt ist.

Zum vierten Mal wird ein deutsches Kriegsschiff auf den Namen der alten badischen Residenzstadt „Karlsruhe“ getauft. Der kleine Kreuzer, der knapp vor Kriegsausbruch 1914 in Dienst gestellt worden war, versank im November 1914 vor der Insel Barbados nach einer durch Selbstentzündung verursachten Munitionsexplosion, die seinen erfolgreichen Kreuzerkrieg gegen die englische Schiffahrt in den westindischen Gewässern ein jähes Ende bereitete; die Überlebenden erreichten auf dem Dampfer „Rio Negro“ die Heimat.

Selbstversenkung in Scape Flow nach der Ablieferung der deutschen Flotte 1919 besiegelt das Schicksal des zweiten Kleinen Kreuzers, der überwiegend im Aufklärungs- und Vorpostendienst in der Deutschen Bucht eingesetzt gewesen war. Der dritte, nun schon über 6000 Tonnen große Kreuzer „Karlsruhe“ von 1927 lief im April 1940 zur Deckung der Landung in Norwegen aus und wurde dabei vor Kristianssund von einem britischen U - Boot versenkt.

Die junge deutsche Bundesmarine verfügt noch nicht wieder über Kreuzer. Zu den zwei von der amerikanischen Marine geliehenen Zerstörern ist gerade in diesen Tagen in Bremerhaven der zweite neue Zerstörer in Dienst gestellt worden. Wir haben zwei Schul - Uboote, die vom Meeresgrund gehoben worden sind, fünf Minensuchgeschwader, vier Schnellbootgeschwader und von den sechs geplanten Geleitbooten neuer Bauart ist die „Karlsruhe“ das vierte, das dem Befehl von Fregattenkapitän Hoffmann in Cuxhaven unterstellt werden wird.

Rote und weiße Nelken...
Pünktlich um 8.45 Uhr traf der Vertreter des Bundesverteidigungsministeriums Konteradmiral Johanneson auf der Werft ein und schritt nach der Meldung der angetretenen Matrosen die Front ab. Einige Damen, Militärattachés unsere NATO-Verbündeten, Vertreter des Bundestages, Herren aus den Kreisen der Hamburger Schiffahrt und des Handels bestiegen die in den Farben der Hansestadt geschmückte Tribüne am Bug des noch namenlosen Neulings. Rotweiß war auch der Nelkenstrauß, den Frau Klotz im Arm hielt, als sie, begleitet von Konteradmiral Johanneson, dem Generaldirektor der Werft, Herr von Dietlein und ihrem Gatten die Taufkanzel betrat.

Lange Reden zu halten ist nicht Hamburger Brauch. Knapp und kurz feierte Herr von Dietlein den „ereignisreichen Tag“ seiner Werft, die nach der „Köln“, „Emden“ und „Augsburg“ nun „mit einer ganzen Menge Arbeit und treuer Pflichterfüllung“ das vierte Geleitboot zu Wasser lasse. Schon bevor es offiziell ein Bundesverteidigungsministerium gegeben habe, seien hier neue Fahrzeuge für die Bundesmarine entworfen und geplant worden.

„Vom Schwarzwald bis zur Elbe“
Oberbürgermeister Klotz fand genau die richtigen Worte und den rechten Ton bei seiner Taufrede. Er spannte den Bogen vom „schwarzen Walde“ bis zur Nordsee; er betonte die enge Verbundenheit seiner Stadt „mit den Männern, die auf hoher See im Dienste des Vaterlandes ihren schweren, oft bis zur Selbstaufopferung führenden Dienst versehen“, und alle Anwesenden folgten bewegten Herzens seinem Appell schweigend und in Eintracht der Männer zu gedenken, die ihr Leben auf den Schiffen hingegeben haben, die schon früher den Namen „Karlsruhe“ trugen.

Nicht nur für Karlsruhe, nicht nur für die Taufgäste galten aber die besinnlichen Worte, die der Oberbürgermeister der Gedenkminute folgen ließ:

„Von der Macht und Größe, von der Mehrung der Ehre des Vaterlandes wurde bei den früheren Bootstaufen viel gesprochen. Das waren in jener Zeit wohl gängige Parolen. Und viele brave und tapfere Männer haben im Glauben daran für ihr Vaterland ihr Leben gegeben. Nach dem, was zwischenzeitlich über die Welt und besonders über Deutschland hereingebrochen ist, sind solche Parolen nicht mehr verwertbar. Das nationalsozialistische Pathos hat sich als fatal erwiesen. Echte Vaterlandsliebe jedoch muß bleiben, sie ist unverlierbar.

Und diese Vaterlandsliebe wurde durch die schrecklichen Erlebnisse, die unser Volk zu erleiden hatte und leider zum Teil noch durchmachen muß, zurechtgerückt dorthin, wo sie lange nicht erkannt, obwohl in unserer Nationalhymne so großartig manifestiert: Dorthin wo Recht und Freiheit zu Hause sind.

Und für das Recht und die Freiheit auf Vorposten zu sein, ist eine Aufgabe, bei der die Männer des neuen Bootes „Karlsruhe“ begleitet werden von den besten Wünschen der Bürger der Stadt Karlsruhe, die in ihrem Wappen das Wort „Fidelitas“, das heißt „Treue“, trägt. Sie will die zukünftige Besatzung des Schiffes durch mich ihrer treuen Verbundenheit versichern. Ich aber wünsche dem Boot und der Mannschaft, daß sie neben Recht und der Freiheit, denen ihre Fahrten gelten sollen, die Einigkeit und die Einheit unseres deutschen Vaterlandes in einer friedlichen Welt erleben mögen !“

„...allzeit glückliche Fahrt !“
Mit den Worten: „Ich taufe dich auf den Namen Karlsruhe und wünsche dir allzeit glückliche Fahrt !“ schleuderte Frau Klotz mit sicherem Schwung die blumengeschmückte Sektflasche an den schnittigen Bug, die auch zur allgemeinen Genugtuung krachend und schäumend zerschellte: ein glückhaftes Omen ! An Backbord und an Steuerbord entrollte sich das Leinentuch mit dem Namen.

Probefahrten finden traditionell ohne Damen an Bord statt, doch haben Taufpatinnen von Handelsschiffen ein Anrecht auf die Jungfernreise. Ob dies aber auch für die Kriegsmarine gilt, das war leider nicht mit Sicherheit festzustellen.

Mit wuchtigen Hammerschlägen lösten die Arbeiter der Stülckenwerft die Bremsklötze, die das Schiff festgehalten hatten und nun erst langsam, dann immer schneller, glitt die „Karlsruhe“ unter dem freudigen Geheul der Sirenen des Hamburger Hafens und aller Schiffe in ihr Element.

                                                            +    +    +

Der „Karlsruhe“ allzeit glückhafte Fahrt !
Feierliche Indienststellung des Geleitbootes „Karlsruhe“ der Deutschen Bundesmarine
„Badische Neueste Nachrichten“ (BNN) vom 17.12.1962/Kurt Kranich

Unter den Klängen des Präsentiermarsches schritten Kapitän zur See August Hoeppner, Oberbürgermeister Günther Klotz und Korvettenkapitän Helmut Eggers die Front der Ehrenkompanie der Marine - Unteroffiziersschule ab. So begannen am Samstagvormittag die Feierlichkeiten zur Indienststellung des Geleitbootes „Karlsruhe“ an der Pier der Hamburger Stülckenwerft. Mit dem OB und seiner Gattin, die seit dem Stapellauf der „Karlsruhe“ Taufpatin des 2000 t Geleitbootes ist, waren Mitglieder des Karlsruher Stadtrates, der Marinekameradschaften Karlsruhe und Kiel, sowie ehemalige Besatzungsangehörige der drei Kriegsschiffe vertreten, die im ersten und zweiten Weltkrieg den Namen „Karlsruhe“ trugen.

Inmitten von nahezu fertigen Zerstörer - Neubauten für die Bundesmarine lag die „Karlsruhe“ am Werftkai an der Unterelbe. Hunderte von Werftarbeitern sahen von den umliegenden Schiffen dem Festakt zu, den Geschwaderkommodore Kapitän zur See August Hoeppner mit einem Gedenken an die 1914 bis 1918 und 1939 bis 1945 auf den drei Kreuzern „Karlsruhe“ gefallenen Seeleute eröffnete.

„Diese Männer“, sagte Hoeppner, „deren Leben und Schicksal unvergänglich mit dem Namen „Karlsruhe“ verbunden ist, haben in Krieg und Frieden auf allen Weltmeeren ihren Mann gestanden; haben in ihrem Leben und Sterben jene sittlichen Werte geschaffen, die alle Zeiten überdauern werden“. Das Wort „Fidelitas“ im Wappen der Patenstadt wie auch im Bordwappen des neuen Geleitbootes bedeute für jedes Besatzungsmitglied Aufgabe und Verpflichtung. Die feierliche Indienststellung der nunmehr vierten „Karlsruhe“““ und die innige Verbundenheit zwischen Patenstadt und Schiffsbesatzung verdeutliche eine vom ganzen Volk getragene, gemeinsame Lebenshaltung: das uneingeschränkte ja zu echter Verteidigungsbereitschaft und den Willen, den Frieden zu wahren, der Freiheit zu dienen und nach Einheit zu streben! „Möge die ,Karlsruhe’, die jüngste Flotteneinheit im 2. Geleitbootgeschwader stets auf rechtem Kurs und auf allen Meeren allzeit glückhafte Fahrt haben !“ Mit diesen Worten gab Hoeppner den Befehl zur Indienststellung der „Karlsruhe“ an Korvettenkapitän Helmut Eggers, den Kommandanten des Bootes.

Korvettenkapitän Eggers, ein geborener Berliner, dessen Eltern aus Lahr (Baden) stammen, dankte den Männern der Stülckenwerft für ihre meisterhafte Arbeit beim Bau des Schiffes. Zu seiner auf dem Achterdeck angetretenen Besatzung (elf Offiziere, 200 Unteroffiziere und Mannschaften) sagte Eggers: „Nun gilt es, das Schiff mit Leben zu erfüllen, ihm den rechten Geist zu geben. Wir sind nichts ohne unser Schiff, unser Schiff ist nichts ohne uns!“ Dienen, gehorchen, Kameradschaft halten, sei die Devise für das Leben an Bord. Aufgabe der Bundesmarine sei es, nicht Krieg zu führen, sondern ihn zu verhindern. Ein dreifaches Hurra der Besatzung begrüßte das jüngste Schiff der Bundesmarine, nachdem unter der Melodie des Deutschlandliedes Flaggen und Wimpel gehißt wurden.

Ein dreifaches Hurra ließ auch Oberbürgermeister Klotz durch die Gäste aus Karlsruhe, als Gruß der Patenstadt, ausbringen. „Ihre Patenstadt“, sagte Oberbürgermeister Klotz, „ist durch ihre Lage im Binnenland nur scheinbar von der Schiffahrt weit entfernt!“ Durch seinen Rheinhafen gehöre Karlsruhe nämlich mit zu den bedeutendsten Umschlagplätzen in ganz Süddeutschland. Die junge Großstadt Karlsruhe, aus der Männer wie Heinrich Hertz, der Erfinder der elektromagnetischen Wellen, hervorgegangen sind, habe in technischer Hinsicht entscheidendes auch für die Seefahrt geleistet.

An den Hängen der Stadt aber wachse ein vorzüglicher Wein. Und die Patenstadt werde nicht versäumen der Besatzung des Geleitbootes, das ihren Namen trägt, davon alljährlich eine Kostprobe zu senden. Weiter versicherte der OB der Besatzung, daß sie jederzeit in ihrer Patenstadt als Gast herzlich willkommen ist. Dem neuen Schiff wünschte Günther Klotz „allzeit glückhafte Fahrt!“

Angehörige der Marinekameradschaft Kiel, darunter der der letzte Kommandant der dritten „Karlsruhe“, die im April 1940 vor Kristiansand versenkt wurde, Vizeadmiral a.D. Rieve, überreichten ein Ölgemälde mit der Darstellung dieses Schiffes, das in der Offiziersmesse seinen Platz finden soll.

Außer drei Matrosen aus Baden befindet sich ein Gefreiter aus der Karlsruher „Durlacher Allee“ an Bord der „Karlsruhe“, der als Wehrpflichtiger seine Dienstzeit ableistet. Er und seine 211 Kameraden des neuen Geleitbootes haben zum Zeichen der Verbundenheit mit Karlsruhe eine Geldsammlung veranstaltet, die 652 DM erbrachte. Mit diesem Geld kauft die Besatzung Spielwaren für die Waisenkinder des Sybelheimes und wird ihre Spende am 20. Dezember diesem Heim übergeben.

                                                             *    *    *

39. 1982 Abschied von Fregatte F 223 „Karlsruhe“ (IV)

Hinweis: Alle nachfolgenden Zeitungsartikel sind unredigierte Abschriften ! 

Fregatte zeigt Flagge für die NATO
„amtsblatt“ der Stadt Karlsruhe vom 29.10.1982/-gs-

Ihr letztes großes Manöver im Dienst der Bundesmarine bestreitet derzeit die Paten-Fregatte „Karlsruhe“ bei der „Standing Naval Force Atlantic“ (STANAVFORLANT), dem Ständigen Einsatzverband der NATO. Sie hat Mitte August den Zerstörer „Hamburg“ abgelöst und wird erst zu Weihnachten wieder im Heimathafen Wilhelmshaven erwartet. Schiff und Besatzung sind bei ihrer jetzigen Aufgabe aus der nationalen Kommandostruktur herausgelöst, sind direkt der NATO unterstellt. Ziel der STANAVFORLANT ist es, die ständige Einsatzbereitschaft der NATO zu demonstrieren. Dazu gehört die Teilnahme an nationalen und internationalen Manövern ebenso, wie einfach „Flagge zeigen“. Die „Karlsruhe“ läuft im NATO-Geschwader Häfen in Norwegen, Dänemark, Schottland, Frankreich, England und der Bundesrepublik an. In seiner 20jährigen Dienstzeit, die am 1. Januar nächsten Jahres endet, hat das Patenschiff dann rund 570 000 Seemeilen, das sind etwa eine Million Kilometer, zurückgelegt. Für ca. 2600 Soldaten war die „Karlsruhe“ mit der NATO-Nr. F 223 eine „Heimat auf Zeit“. Ihre Verbundenheit mit der Patenstadt hat die Besatzung bei zahlreichen Besuchen in Karlsruhe, ihr Engagement bei vielfältigen Aktivitäten zugunsten des Städtischen Kinderheims in der Sybelstraße bewiesen.

Patenschaft zur „Karlsruhe“ steuert Erfolgskurs
„amtsblatt“ der Stadt Karlsruhe vom 12.11.1982/-jac-

Vom gepeitschten Atlantik bei Winsstärke 10, haben Fregattenkapitän Franz Köhler und seine Besatzung - 220 „Karlsruher auf Zeit“ - gestern in der Nähe der Orkney-Inseln am Südwestzipfel von Morwegen das Glas zu einem Toast auf Karlsruhe erhoben. Oberbürgermeister Otto Dullenkopf „war mit dabei“, denn es war ihm um Punkt 11 Uhr über Norddeich-Radio möglich, das Patenschiff im Manöver auszumachen und herzliche Geburtstagsglückwünsche der Stadt und ihrer Bevölkerung zum 70-jährigen Bestehen der Patenschaft Karlsruhe - „Karlsruhe“ zu übermitteln. Beide Kapitäne - der eine steuert die Geschicke der Stadt, der andere das Patenschiff - versicherten sich in Grußbotschaften gegenseitiger Treue, wie sie das Fidelitas-Stadtwappen symbolisiere, das Schiffe der Seestreitkräfte seit sieben Jahrzehnten über die Weltmeere tragen. (Auszug)

Anmerkung:
„Rathaus grüßt Meer“ - so berichten auch die „BNN“ in ihrer Ausgabe vom 12.11.1982 der Karlsruher Bürgerschaft.

Auch die „Wilhelmshavener Zeitung“ meldet auf einer WZ-Sonderseite am 13.11.1982 das Ereignis unter der Schlagzeile: „Karlsruhe Patenschaft wird seit 1912 gepflegt“ - Fünfte Schiffsgeneration übernimmt das Erbe.

Vier Schiffe „Karlsruhe“ schrieben Geschichte
Siebzig Jahre Patenschaft zu einem Schiff mit dem Namen „Karlsruhe“, das sind auch 70 Jahre Geschichte der deutschen Marine, die am 11. November 1912 begannen.

„Karlsruhe“ (I) - einem Kleinen Kreuzer - waren seine Tage gezählt. Am 11. November 1912 vom Stapel gelaufen und am 15. Januar 1914 in Dienst gestellt, ging das 3874 BRT-Kriegsschiff nach einer Explosion an Bord am 4. November 1914 in der Karibik nördlich Holländisch-Guayana mit 283 Mann an Bord unter. Nur 139 Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden.

„Karlsruhe (II) - ebenfalls ein Kleiner Kreuzer - am 31. Januar 1916 vom Stapel gelaufen, und mit 4557 BRT etwas größer als sein Vorgänger, versenkte sich auf geheimen Befehl Nr. 39 des Kommandos des Internierungsverbandes am 21. Juni 1919 in Scapa Flow.

„Karlsruhe“ (III) - ein Leichter Kreuzer mit bis zu 614 Mann Besatzung - war von 1929 bis 1940 ein längeres Leben beschieden. Glücklos endete auch sie durch Selbstversenkung am 9. April 1940, als sie beim Verlassen des Fjords von Kristiansand zwei Treffer eines feindlichen U-Bootes erhalten hatte. Die Besatzung konnte sich retten, ehe ihr Schiff um 22.50 Uhr sank.

„Karlsruhe“ (IV) - ist das Glück zugefallen, „20 Jahre im Frieden zu dienen im Kranz von Verbündeten, die für die ersten drei Namensträger noch Feinde waren“, so hat OB Dullenkopf Wandel und Rechtfertigung für Nachkriegspolitik und Bündnis beim Stapellauf der „Karlsruhe (V) deutlich gemacht. Zum Jahresbeginn 1983 wird die Fregatte „Karlsruhe“ (IV) außer Dienst genommen.

Alte Fregatte wirft den letzten Anker
„Badische Neueste Nachrichten“ vom 14.12.1982/BNN-

Wieder zurück! Nach mehr als 13 000 Seemeilen und 117 Tagen auf See betraten die 220 Besatzungsmitglieder der Fregatte „Karlsruhe“ am 8. Dezember in ihrem Heimathafen Wilhelmshaven wieder festen Boden. Die „Karlsruhe“ hatte den letzten Anker geworfen. Ein Bordfest noch, dann wird sie außer Dienst gestellt. Auf der letzten Fahrt waren die Stürme so rauh, wie die Schönwetterperioden heiß. Der Manöveralltag forderte den Soldaten alles ab, so daß die Hafenliegezeiten - wie kann es für einen Seemann anders sein - willkommene Abwechslung boten. An vier Manövern beteiligte sich die „Karlsruhe“ in den vergangenen vier Monaten. Unter anderem vermählte sie sich dabei auch beim NATO-Großmanöver „Northern Wedding“ mit anderen Flottenverbänden des Nordatlantik- Bündnisses. Zehn Aufenthalte in Auslandshäfen schufen Freundschaften zwischen den Besatzungen der beteiligten Schiffe. So fuhren Soldaten der „Karlsruhe“ auch einmal auf anderen „Pötten“ mit und luden dafür NATO-Partner für zwei, drei Tage auf ihre Fregatte ein. Während die alte Fregatte jetzt nur wenige Tage nach dem 20. Geburtstag der Indienststellung am 15. Dezember 1962 der Außerdienststellung entgegen dümpelt, hat ein neueres Model bereits den Namen „Karlsruhe“ übernommen.

Auf der „Karlsruhe“ kommandieren bald Türken
Letztes Bordfest vor Außerdienststellung
„Badische Neueste Nachrichten“ vom 21.12.1982/-att.

Auf der alten Fregatte „Karlsruhe“, dem Patenschiff der Stadt bei der Bundesmarine, werden bald türkische Offiziere das Kommando übernehmen. Im Rahmen der NATO-Militärhilfe wird das Schiff kommendes Jahr dem Bündnispartner am Bosporus übereignet. Die neue „Karlsruhe“ schwimmt bereits, sie wurde im Januar dieses Jahres von Edeltrud Dullenkopf, der Frau des Oberbürgermeisters, getauft (wir berichteten). Mit neuem Kapitän und überwiegend neuer Mannschaft soll die Fregatte im Frühjahr 1984 ihren Dienst aufnehmen.

Zum Abschied vom 20 Jahre alten Patenkind veranstaltete die Mannschaft unter Fregattenkapitän Franz Köhler zum letzten Mal ein Bordfest. Rund 40 „echte“ Karlsruher fuhren zu diesem Zweck am Wochenende nach Wilhelmshaven, unter ihnen Hanna Klotz, die Frau des früheren Oberbürgermeisters. Sie hatte das Schiff 1959 bei seinem Stapellauf getauft. Die Spitze der Stadtverwaltung vertrat Erster Bürgermeister Walter Wäldele, der in seiner Ansprache feststellte, daß sich die seit 70 Jahren bestehende Patenschaft stark belebt habe. Kontakte bestünden nicht nur auf offizieller Ebene, zwischen Oberbürgermeister und Kommandant, sondern auch zwischen der Besatzung und der Karlsruher Bevölkerung. Walter Wäldele hob hervor, daß die Besatzungsmitglieder, „Karlsruher Bürger in Uniform“, für die Bewohner des Städtischen Kinderheimes Patenschaften übernommen hätten, was bei derartigen Verbindungen nicht häufig vorkomme. Für die Matrosen hatte der Bürgermeister aus dem Binnenland 250 Krawatten mitgebracht - verziert mit dem Stadtwappen. Unter den rund 400 Gästen des Abschiedsfestes waren auch ehemalige Besatzungsmitglieder und Kommandanten. Sie alle wurden von der Fidelitas-Garde der Karnevalsgesellschaft West unterhalten. Kapitän Köhler, der diese beinschwingenden Mädchen zum erstenmal sah, folgte der Sondervorstellung, wie er durchblicken ließ, mit großem Vergnügen. Die zweite Säule des Programms aus der Fächerstadt waren „Die drei fidelen Schlaucher“ von der Karnevalsgesellschaft Daxlanden.

Während das große Bordfest verwirrenderweise im Soldatenheim stattfand, lud der Kapitän am nächsten Tag dann wirklich an Bord: Er gab ein Essen zu Ehren von Hanna Klotz, die (neben Klaus Lehmann und Rolf Schuh) auch die Ehrenmedaille des Schiffes erhielt. Kapitän Franz Köhler wird übrigens 1983 aus den aktiven Marine-Diensten ausscheiden. Er wird Militärattaché in diplomatischen Diensten.

Weihnachten als „Narrenfest“
Geschenkübergabe im Städtischen Kinderheim
„Badische Neueste Nachrichten“ vom 22.12.1982/awa-

Unter einem besonderen Zeichen stand gestern die traditionelle Weihnachtsbescherung im Städtischen Kinderheim durch die Besatzung der Fregatte „Karlsruhe“. Fregattenkapitän Franz Köhler nimmt Abschied aus den aktiven Marine-Diensten und wird Militärattaché in Lissabon.

Heimleiter Herbert Schmitt begrüßte „eine Gruppe von Leuten, die nicht vor Weihnachten soziale Probleme abhaken, sondern sich das ganze Jahr über um die Kinder kümmern“. Aber nicht nur der Heimleiter, sondern auch die Kinder beschäftigten sich gestern kritisch mit dem „Fest der Liebe und dem Frust der Narren“. In einem selbst inszenierten Theaterstück stellten die jungen Schauspieler das Weihnachtsfest in Frage, kommentierten anhand von Beispielen aus dem Alltagsleben: „Das Kinderheim will einen Spiegel vorhalten, wie verrückt unsere Welt eigentlich ist“, so äußerte sich Jugendamtsleiter Walter Asanger. Der Gegensatz von Überfluß und Hunger könne nur dahin führen, einen Prozeß der verinnerlichung in Gang zu setzen, den Frieden mit der Familie, dem Freund und dem Nachbarn zu suchen. Auch die Vorsitzende des Förderkreises Städtisches Kinderheim, Margot Neef, setzte sich über allgemeine Leeformeln hinweg und versuchte, den Zuhörern einen Weg zu zeigen, dem „Konsumterror“ auf alternative Art zu entgehen.

Zahlreiche Dankesgrüße gingen schließlich an die Adresse des „Patenonkels“ Franz Köhler, der nicht nur die symbolische Geschenkübergabe (ausgepackt wird erst an Heiligabend) übernahm, sondern sich auch noch in Gedichtform über sprechende Tannenbäume ausließ.

Anmerkung:
Am 23.12.1982 berichtet in einer Zusammenfassung auch das „amtsblatt“ der Stadt Karlsruhe über die zahlreichen Ereignisse der Patenschaft Karlsruhe - “Karlsruhe“ in diesen Dezembertagen. Nachfolgender Auszug soll nicht unerwähnt bleiben:

Auch für Hanna Klotz hieß es in Wilhelmshaven Abschied nehmen, Abschied „von meinem Schiff“, wie die rührige Taufpatin bewegt in ihrem Rückblick auf die Jahre zwischen Stapellauf und Außerdienststellung resümierte. Während es die meisten Taufpatinnen bei sporadischen Begegnungen bewenden ließen, war Hanna Klotz immer für ihre Jungs da. Das hat nicht nur ihr selbst, sondern auch der Patenstadt zu hohem Ansehen verholfen. Zum Dank überreichte Fregattenkapitän Köhler die höchste Auszeichnung, die das Schiff zu vergeben hat, die Ehrenmedaille der Fregatte „Karlsruhe“. Auch an Dipl.-Ing. Klaus Lehmann aus Karlsruhe und Fregattenkapitän d. R. Rolf Schuh aus Ettlingen wurde in Wilhelmshaven diese hohe Auszeichnung verliehen. Sie erhielten die Medaille für die chronologische Aufzeichnung des Lebenslauf der Fregatte „Karlsruhe“ und die intensive Pflege der Patenschaftsverbindungen.

Abschiedsempfang für den „Karlsruher“ Chef
„Badische Neueste Nachrichten“ vom 24.12.1982/BNN

„Die 70jährige Tradition einer guten Patenschaft wird fortgesetzt“, versicherte Oberbürgermeister Otto Dullenkopf dieser Tage beim Abschiedsempfang für den Kommandanten der Fregatte „Karlsruhe“, Fregattenkapitän Franz Köhler, und seiner drei Begleiter. Das Patenschiff wird bekanntlich nach 20-jähriger Dienstzeit aus der Fahrbereitschaft genommen. FK Köhler geht in den diplomatischen Dienst. Sein Nachfolger auf der neuen Fregatte „Karlsruhe“ (V) wird FK Peter Hoffmann. Otto Dullenkopf dankte dem Kommandanten - und damit den 220 Besatzungsmitgliedern - auch für die aktive Patenschaft, die Schiff und Städtisches Kinderheim in der Sybelstraße verbindet. Die „Karlsruhe“-Mannen hatten auch dieses Jahr wieder die Kinder beschert. Zuvor hatten sich Köhler und seine drei Begleiter im Brauhaus „Moninger“ mit Vertretern des öffentlichen Lebens und „Moninger“-Chefs zur Verabschiedung und einem Umtrunk getroffen.

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40. Taufe und Indienststellung Fregatte "Karlsruhe" (V)

Hinweis: Alle nachfolgenden Zeitungsartikel sind unredigierte Abschriften ! 

Heute in Kiel Taufe der "neuen" „Karlsruhe“
„amtsblatt“ der Stadt Karlsruhe vom 8.1.1982/-jac-

Ein Platzkonzert des Marine-Musikkorps „Ostsee“ und eine Ehrenformation der Bundesmarine begleiteten heute das feierliche Zeremoniell in Kiel, bei dem Edeltrud Dullenkopf als Taufpatin der fünften Fregatte der Bundesmarine den Namen „Karlsruhe“ gibt. Mit dem Fidelitas-Wappen am Bug wird das neue Schiff allerdings noch eine Weile im Baudock und anschließend am Ausrüstungskai verbringen, ehe Kapitän und Besatzung ihre neue „Karlsruhe“ - voraussichtlich 1984 - übernehmen werden.

Die Fregatte „Karlsruhe V“ mit der Baunummer 161 war am 10. März 1981 als sechstes Schiff dieser Klasse bei den Howaldtwerken auf Kiel gelegt worden. Mehr als 50 000 PS stehen hinter der Maschinenleistung des 128 Meter langen Patenschiffes, auf dem - wie bei der bisherigen „Karlsruhe“ auch - 200 Mann Besatzung ihren Dienst versehen werden.

Unsere um immerhin 18 Meter kleinere alte Fregatte „Karlsruhe“ F 223 war im Dezember 1962 in Dienst gestellt worden. Seitdem verbindet Patenstadt und Besatzung eine herzliche Freundschaft. Fregattenkapitän Franz Köhler als neunter Kommandant an Bord setzt diese bewährte Tradition fort. Einladungen ergehen hin und her. So wird eine Delegation der „Blauen Jungs“ vom 16. Bis 23. Januar als Gast des Polizeisportvereins erneut zu einer Skifreizeit „auf dem Sand“ eingeladen.

Anmerkung:
„Das Taufen fiel Frau Dullenkopf äußerst schwer“ - Oberbürgermeistergattin im Kampf mit einer Flasche Sekt. Unter dieser Titelzeile berichten die „BNN“ am 9.1.1982 über die Taufe der neuen „Karlsruhe“ in Kiel und veröffentlichen aus gleichem Anlaß ein aktuelles Interview mit Bundesverteidigungsminister Hans Apel über das Fregattenprogramm der Marine.

In einem weiteren Beitrag der „BNN“ wird über 1500 Spezial - Biergläser berichtet, die die Brauerei Moninger zur Kieler Schiffstaufe der Fregatte „Karlsruhe“ auflegte. Bei einem Herrenabend am Vorabend der Taufzeremonie wurde aus den Moninger-Biergläsern - man höre und staune - Bier der Brauerei Binding getrunken.

In Jahrzehnten gewachsene Freundschaft:
Neue Fregatte trägt Karlsruhe in die Welt
Taufpatin Edeltrud Dullenkopf wünschte: Allzeit gute Fahrt! „amtsblatt“ der Stadt Karlsruhe vom 15.1.1982/-jac-

Beleg von der Taufe der Fregatte "Karlsruhe" am 15.1.1982 in Kiel.

Tausende von Augenpaaren ruhten erwartungsfroh auf dem monströsen Täufling, und der – wohl verpackt in eisgefrorenes Ostseewasser im gefluteten Baudock der Kieler Werft der Howaldtswerke - „lächelte“ freundlich. „Hochgezogene Mundwinkel“ entdeckten die zur Schiffstaufe der Bundesmarine-Fregatte aus Karlsruhe angereisten Binnenländer in der Ankerklüse am Bug des 130 Meter langen Schiffrumpfes, dem Edeltrud Dullenkopf am 8. Januar schwungvoll zu einem traditionsreichen Namen verhalf: „Karlsruhe“. Sie wird das Fidelitaswappen als fünftes Schiff der deutschen Seestreitkräfte mit diesem Namen über die Weltmeere tragen. Oberbürgermeister Otto Dullenkopf sicherte ihm in einer viel beachteten Taufrede zu, die in Jahren gewachsene Freundschaft zwischen Patenstadt und Ihrer „Karlsruhe“ der Klasse F 122 fort zu setzen. Die „Karlsruhe“ und ihre modernen fünf Schwesterschiffe werden bis über das Jahr 2000 hinaus ihre Aufgaben zur Friedenssicherung wahrnehmen.

Einem eher nüchternen Bauwerk aus Stahl und Eisen, das voraussichtlich ab Oktober 1984 als technisch hochkarätiges Marineschiff die am Ende ihrer Lebenserwartung stehende „alte“ Fregatte „Karlsruhe“ ablösen wird, galt in Kiel das Interesse von Verteidigungsminister Dr. Hans Apel und zahlreichen Gästen aus dem In- und Ausland. Mit der offiziellen Stadtdelegation, zu ihr gehörten neben OB Dullenkopf und dessen Gattin auch Taufpatin Hanna Klotz, die 1959 die vierte „Karlsruhe“ taufte, für den Gemeinderat der CDU Fraktionsvorsitzende Günther Rüssel, der stellvertretende Fraktionschef der SPD, Stadtrat Frithjof Kessel und  FDP-Fraktionsvorsitzender Professor Rolf Funck, hatten sich auch die Marinekameradschaft mit Fregattenkapitän d. R. Rolf Schuh, die Bundeswehrreservisten und treue „Karlsruhe“-Wegbegleiter Kiel zum Ziel gemacht. Für den KSC beispielsweise war dessen Präsident, Stadtrat Roland Schmieder, in Richtung Kiel auf Achse, im Gepäck einen Satz KSC-Originaltrikots und einen Wandteller mit den Unterschriften der KSC-Bundesligaspieler, für die Brauereien Binding und Moninger Alfred Demmer und Dieter Hinse mit „flüssigem Stoff“ und Taufe-Erinnerungsgläsern, und für das Städtische Kinderheim, über das Kommandant und Besatzung seit Jahren eine Patenschaft übernommen haben, Herbert Schmidt. Ihm hatten die „Kinderheim“-Kinder „viele liebe Grüße“ in den Koffer gepackt.

Das militärische Zeremoniell - eine Ehrenformation, gestellt von der Marine-Unteroffiziersschule Ploen, war angetreten und das Marinemusikkorps Ostsee griff kräftig „in die Saiten“ - geriet in zarte, zivile Hände, als Edeltrud Dullenkopf bei grimmigem Frost mit Temperaturen von 16 Grad unter Null beherzt zur obligatorischen Taufflasche griff. Mit einem Wort von Friedrich Bodenstedt: „Das Meer wogt als Vermittler zwischen allen Ländern; es trennt zwei Welten und vereint sie beide“, wünschte sie Schiff und Mannschaft allzeit gute Fahrt und verhalf mit kühnem Schwung dem Täufling zum traditionsreichen Namen „Karlsruhe“ und damit zur bewährten Patenschaft einer ganzen Stadt, deren Bürger eine in Jahrzehnten gewachsene Freundschaft mit den „Blauen Jungs“ aus Wilhelmshaven verbindet.

Anmerkung:
Bodenstadt, Friedrich von, Schriftsteller,
* Peine 22.4.1819, † Wiesbaden 18.4.1892

Die neue Fregatte werde „gut, beständig und mit Ausdauer“ ihren Auftrag der Friedenssicherung erfüllen, schlußfolgerte der Vorsitzende des Vorstandes der Howaldtwerke Dr. Norbert Henke aus dem beim vierten Anlauf geglückten Taufakt mit zu Eis gefrorenem Champagner, eine Bravourleistung der Taufpatin, die vehement und mit zielstrebiger Entschlossenheit agierte. Nun muß zwar die Taufpatin ihren 3800 Tonnen schweren Schützling nicht im Schoß wiegen, doch erhielt sie immerhin „auf einem Schlag“ 204 junge Mariner zu ihren Patenkindern und deshalb wird sie, ihren Vorgängerinnen gleich, künftig in Karlsruhe immer darauf warten, das Schiff und Mannschaft immer gut „nach Hause kommen“.

Rechtfertigung für Nachkriegspolitik
Ehe unsere „Karlsruhe“ nach dreimal kurzem Schallsignal, unter den Klängen der Nationalhymne über’n Achtersteven rausgeschleppt, ihre erste Fahrt zum Ausrüstungskai antrat, hatte Oberbürgermeister Otto Dullenkopf in seiner Taufrede Wandel und Rechtfertigung für Nachkriegspolitik und Bündnis deutlich gemacht, als er feststellte: „Der vierten 'Karlsruhe' fiel das Glück zu, schon 20 Jahre im Frieden zu dienen im Kranz von Verbündeten, die für die ersten drei 'Karlsruhe' noch Feinde waren“: Vor 70 Jahren sei die Tradition der deutschen Marine gegründet worden, einem Schiff den Namen „Karlsruhe“ zu geben, das 1912 vom Stapel lief. Kurz vor Ausbruch des 1. Weltkrieges stach sie 1914 in See und noch vor der Jahreswende sank sie als Folge einer Bordexplosion. Die zweite „Karlsruhe“ versenkte sich selbst 1919 in Scapa Flow, während das dritte Schiff dieses Namens - 1930 ging es auf die erste Reise - 1940 nach zwei Torpedotreffern vor Norwegen aufgeben mußte,

Karlsruhe - Heimat der Soldaten
Karlsruhe sei seit Generationen eine Heimat der Soldaten, erinnerte OB Dullenkopf an ihren Ruf als Garnisonsstadt, dessen sie sich nie geschämt habe: „Auch nicht in und nach den dunkelsten Jahren deutscher Geschichte. Weil menschliche Größe und menschliche Schuld nur persönlichen, nicht kollektiven Werten und Maßstäben zugänglich sind“.

Über die freundschaftlichen Beziehungen der Karlsruher zu Schiffen der Bundesmarine gleichen Namens samt ihrer maritimen Schützlingen zog der OB Resümee, indem er versicherte, die Bürger unserer Stadt hätten noch ein Verhältnis zum Gelöbnis der Männer der Bundeswehr, „das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“. Sie wüßten, daß die Soldaten der Bundeswehr der zivilen Gesellschaft durchaus etwas zu geben vermögen, nämlich Kameradschaft, Tapferkeit, Pflichterfüllung und Opferbereitschaft: „Werte, die diesen Staat und seine Demokratie tragen“ und die es wert wären, verteidigt zu werden. „Denn wo die gezügelte, geordnete und überwachte Staatsmacht stürzt, kommt die ungeordnete nach“, warnte der Oberbürgermeister vor Willkürherrschaft, Gesinnungsterror und Despotie.

Gute Seeigenschaften bescheinigt
Der Täufling „Karlsruhe“ ist das vorläufig letzte Schiff einer Serie von sechs Fregatten. Das erste, die Fregatte „Bremen“ hat in Erprobungen in See und im November 1981 selbst in einem schweren Orkan, „außerordentlich gute Seeeigenschaften bewiesen“, bescheinigte Bundesverteidigungsminister Dr. Hans Apel. Die modernen Fregatten würden bis über das Jahr 2000 hinaus ihre Aufgabe der Friedenssicherung wahrnehmen können und hielten einen Vergleich mit Projekten anderer Nationen sowohl in ihrer technischen Leistungsfähigkeit als auch in ihrer planerischen Durchführung durchaus stand.

Für ihre Aufgaben in der U-Boot-Bekämpfung, in der Abwehr von Luftbedrohung und zur Bekämpfung von Überwasserstreitkräften wird die neue „Karlsruhe“ erstmals auch mit zwei U-Jagd-Hubschraubern ausgerüstet sein. Doch auch zwei 4-fach-Seeziel-Flugkörper-Werfer, drei 8-fach-Luftziel-Flugwerfer, ein 76 mm-Geschütz und zwei Zwillings-U-Jagd-Torpedorohre stärken Schiff und Besatzung das Rückrat für ihre verantwortungsvolle Aufgabe, uns allen der Frieden zu erhalten.

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Maritime Freundschaft hat wieder eine „Plattform
„amtsblatt“ der Stadt Karlsruhe vom 30.3.1984/jac -

Nur wenige Tage noch, dann hat Karlsruhe wieder seine „eigene“ Fregatte. Mit der Indienststellung des hochmodernen Schiffes der Klasse 122 am 19. April in Anwesenheit der Taufpatin Edeltrud Dullenkopf und des Karlsruher Oberbürgermeisters lebt - nach kurzer Zwangspause - auch die traditionsreiche maritime Freundschaft wieder auf, die Karlsruhe und Schiffe der Marine gleichen Namens seit mehr als 70 Jahren freundschaftlich verbindet.

Immerhin gut 10 000 Seemeilen hat das 3 800 Tonnen schwere „Patenkind“ bei Funktionsnachweisfahrten bis jetzt schon unter dem Bug gehabt. Von Fregattenkapitän Peter Hoffmann und seiner 200 Mann starken Crew in der Nordsee und vor den Küsten Portugals auf Herz und Nieren getestet, hat die „Karlsruhe V“ ihre erste Bewährungsprobe bestanden. Kommandant und Mannschaft sprechen von guten Ergebnissen bei allen Erprobungen. Offiziell in Dienst gestellt und an die Bundesmarine übergeben wird das bei den Howaldtswerken - Deutsche Werft - in Kiel gebaute stolze Schiff von 128 Metern Länge und einer Hauptantriebsleistung von 50 000 PS am 19. April. „Karlsruher Bürger werden dabei sein“, hat Presseoffizier Norbert Freudenberg wissen lassen.

Für Freunde von Sonderstempeln offeriert die Fregatte „Karlsruhe V“ aus diesem Anlaß zwei Leckerbissen. Es gibt einen Bord- und einen Postsonderstempel. Wie immer kommt der Reinerlös sozialen Zwecken in Karlsruhe zugute. Jeder der beiden Stempel „kostet“ 50 Pfennig (in Briefmarken) und ist - mit einem frankierten, adressierten Rückumschlag - erhältlich über Presseoffizier Norbert Freudenberg, Europaring 33, 2940 Wilhelmshaven.

Fregatte „Karlsruhe“ wird in Dienst gestellt
„Badische Neueste Nachrichten“ vom 14.4.1984/dpa

Die fünfte von insgesamt sechs neuen „Mehrzweckfregatten“ der Bundesmarine wird am Donnerstag nächster Woche unter dem Namen „Karlsruhe“ in Dienst gestellt. Wie das Flottenkommando in Glücksburg (Kreis Schleswig-Flensburg) gestern mitteilte, wird auch dieses Schiff zum 4. Fregattengeschwader Wilhelmshaven gehören. Das Schiff wurde von den Howaldtswerken Deutsche Werft AG in Kiel gebaut und auf der Werft der Bremer Vulkan ausgerüstet. Die Besatzung von 200 Marinesoldaten steht unter dem Kommando von FKpt. Peter Hoffmann.
Die neuen Fregatten sind mit modernen Führungs- und Waffeneinsatzsystemen sowie bordgestützten Hubschraubern für Zieldatenübermittlung und U-Boot-Jagd ausgerüstet. Sie sollen zusammen mit anderen See- und Seeluftstreitkräften die Sicherung von Nachschub und militärischer Verstärkung aus Nordamerika in der Nordsee und ihren angrenzenden Gewässern gewährleisten.

Karlsruhe hat wieder eine „schwimmende Plattform“
„amtsblatt“ der Stadt Karlsruhe vom 19.4.1984/-jac-

Ein persönliches Grußwort von Oberbürgermeister Otto Dullenkopf, Ansprachen des Befehlshabers der Flotte, Vizeadmiral Günter Fromm, und des Kommandanten, Fregattenkapitän Peter-Jürgen Hoffmann, begleiteten heute in Wilhelmshaven die Indienststellung der neuen Mehrzweckfregatte „Karlsruhe“. Taufpatin Edeltrud Dullenkopf, heute ebenfalls Ehrengast an Bord, hatte dem fünften Schiff der deutschen Seestreitkräfte mit dem Fidelitas-Stadtwappen am Bug am 8. Januar 1982 schwungvoll diesen traditionsreichen Namen gegeben. Als Repräsentanten des Gemeinderats sind Stadträtin Gerlinde Hämmerle und die Stadträte August Vogel und Peter Berendes an die See gereist. Aber auch zu Hause, in Karlsruhe, kann man mit von der Partie sein. Peter-Maria Schneider wird im SDR-Regionalreport heute abend ab 17.30 Uhr (UKW-Kanal 36) live über das feierliche Zeremoniell berichten.

Das Patenschiff, ausgerüstet mit modernen Führungs- und Waffensystemen und Hubschrauber, soll - so heißt es in einer Pressemitteilung des Flottenkommandos - gemeinsam mit anderen Einheiten der See- und Seeluftstreitkräfte die Flotte auch zukünftig dazu befähigen, ihren Auftrag in der Sicherung lebenswichtigen Nachschubs und militärischer Verstärkungen aus Nordamerika, in der Nordsee und angrenzenden Gewässern erfüllen zu können.

OB Otto Dullenkopf rief den Soldaten zu:
Wir freuen uns über 204 neue Patenkinder der Stadt
„Badische Neueste Nachrichten“ vom 23.4.1984/Jürgen Gottmann

Über dem Marinestützpunkt Wilhelmshaven lag Sonnenschein. Frühlingshafte Temperaturen sowie die Musik einer vor der neuen, der 5. Fregatte „Karlsruhe“ aufspielenden Marinekapelle der Bundeswehr, sorgten für beste Stimmung. „Kaiser-Wetter“ freute sich eine der Offiziersfrauen, die zur feierlichen Indienststellung der über 500 Millionen DM teuren Fregatte mit dem Namen „Karlsruhe“ an Bord schritt. Der Befehlshaber der Flotte, Vizeadmiral Günter Fromm, hatte neben den vielen anderen Gästen auch Karlsruher zu dieser bedeutungsvollen Feier eingeladen. So betraten Karlsruhes Oberbürgermeister Otto Dullenkopf nebst Gattin Edeltrud - sie ist Taufpatin der 5. Fregatte „Karlsruhe“ - unter ehrenvollem militärischem Zeremoniell das Schiff, gefolgt von Stadträten der drei Fraktionen, von Vereinsrepräsentanten und Freunden der alten und neuen „Karlsruhe“.

Die Tradition, einem Schiff der deutschen Marine den Namen zu geben, begann für die Stadt Karslruhe bereits im Januar 1914. Damals war es ein Kreuzer gewesen wie auch 1916 und 1929. Die vierte „Karlsruhe“ war 1962 als Fregatte der Bundesmarine auf die Weltmeere geschickt worden. Heute dient sie der türkischen Marine. Oberbürgermeister Dullenkopf freute sich auf der fünften Fregatte „Karlsruhe“, einem hochnodernen, schnellen und relativ komfortablen Kriegsschiff, über „204 neue Patenkinder“. So stark ist die Besatzung. Der Oberbürgermeister unterstrich, daß „die Stadt Karlsruhe und alle ihre Bürger ihrem Schiff herzlich verbunden sind“. Der fünften Fregatte „Karlsruhe“ wünschtte Otto Dullenkopf „Jahre des Friedens“, wie sie ihrer direkten Vorgängerin über zwei Jahrzehnte hinweg vergönnt gewesen waren. Nach dem Hinweis „daß niemand inunserer Welt den Frieden wie ein Grundrecht garantieren kann“, meinte der Oberbürgermeister, es sei bei uns „wohlfeil geworden, den Frieden einzufordern“. Frieden stiften sei schwerer, weil es ein eigenes Zutun verlange. Wo der Staat seine Politik auf eine Verhinderung des Krieges, auf die Ermöglichung von Abrüstung und auf die Verteidigung der sittlich-politischen Wertordnung gegen totalitäre Bedrohung ausrichte, da, so Dullenkopf, ist der Dienst des Soldaten nicht nur gerechtfertigt, da ist er unverzichtbar. „Wer die Waffen anschaffen will, der muß zunächst die Bosheit der Menschen reduzieren“.

Unter diesen Aspekten sah denn auch Vizeadmiral Günter Fromm den Tag der Indienststellung der neuen Fregatte „angesichts der politischen Weltlage als einen Tag der Befriedigung für alle Bürger unseres Staates „ an. Es sei nicht einfach gewesen, die Parlamentarier davon zu überzeugen, Hunderte von Millionen DM für ein Kriegsschiff auszugeben (Fromm: „Das darf es auch nicht“). Die Marine sehe darin jedoch die logische Konsequenz aus der militärpolitischen Weltlage und den nationalen maritimen Abhängigkeiten. Die UdSSR sei heute aufgrund unaufhörlicher Rüstungsanstrengungen weltweit in der Lage, lebensbedrohende Seeverbindungen zwischen den USA und Europa ernsthaft zu bedrohen.

Der Kommandant der „Karlsruhe“, Fregattenkapitän Peter Hoffmann, der die Zielstrebigkeit Otto Dullenkopfs sowie die Unterstützung des Karlsruher Gemeinderats lobte, die zur erneuten Patenschaft mit der Fregatte führten, freute sich, daß der bisherige Leistungsnachweis des neuen Schiffs ein voller Erfolg war. „Ab heute, dem Tag der Indienststellung, wird die Fregatte wie ein Kriegsschiff geführt“, kündigte Hoffmann der Besatzung an Deck an.

Doch nach dem Dienst kam der Spaß: Bei einem von der Besatzung liebevoll und gekonnt vorbereiteten Bordfestes hingen am Abend vor Karfreitag die Stimmungswellen am Kai des Marinestützpunktes Wilhelmshaven hoch. Eltern, Frauen und Bräute der Soldaten inspizierten den Arbeitsplatz von Söhnen und Männern. Der Karlsruher CDU-Stadtrat August Vogel lief als ehemaliger Marinesoldat nicht nur voller Begeisterung über die moderne Technik durchs Schiff, sondern traf auf der „Karlsruhe“ unter den Gästen per Zufall einen ehemaligen Kameraden, der zusammen mit ihm diente.

Trägt „Karlsruhe“ über die Meere
„amtsblatt“ der Stadt Karlsruhe vom 27.4.1984/-jac-

Karlsruhe - seit Generationen eine Heimat der Soldaten - ist wieder Patenstadt für eine Fregatte der Bundesmarine und ihre 204 Besatzungsmitglieder. Im Marinestützpunkt Wilhelmshaven ist das neue Kriegsschiff der Flotte, die Mehrzweckfregatte F 212 „Karlsruhe“, in traditionell feierlichem Rahmen mit großem militärischem Zeremoniell in Dienst gestellt worden. Dabei versicherte der Befehlshaber der Flotte, Vizeadmiral Günter Fromm, sie werde den politischen Willen, Freiheit und Frieden im Verein mit den westlichen Demokratien entschlossen zu bewahren, wirksam unterstreichen. Das fünfte Schiff mit dem Fidelitaswappen am Bug - imponierende 130 Meter lang, 14.5 Meter breit und 30 Knoten schnell - wird im 72. Jahr maritimer Patenschaften mit der „Karlsruher“ Geschichtsschreibung beginnen. Die Patenstadt - repräsentiert durch OB Otto Dullenkopf, begleitet von 

Taufpatin Edeltrud Dullenkopf und SPD-Fraktionsvorsitzende Gerlinde Hämmerle, Stadtrat August Vogel (CDU) und Stadtrat Peter Berendes (FDP) als Repräsentanten des Gemeinderats - war in Wilhelmshaven bei der Indienststellung mit an Bord, als erstmalig die Flagge der Bundeswehr und der Wimpel des Kommandanten Peter-Jürgen Hoffmann auf dem Schiff gesetzt worden sind. Die Arbeit der Crew konzentriert sich jetzt auf die „Seeklarbesichtigung“, die in knapp vier Wochen den Nachweis erbringen soll, daß die Besatzung in der Lage ist, dieses Schiff seemännisch, navigatorisch und technisch sicher zu handhaben.

Volle Kraft voraus zur „Seeklarbesichtigung“
Patenschaft an Bord der neuen Fregatte /Erstes Bordfest auf badisch
„amtsblatt“ der Stadt Karlsruhe vom 27. 4. 1984/-jac-

Mit großem militärischem Zeremoniell hat die Bundesmarine im Marinestützpunkt Wilhelmshaven die „Fregatte Karlsruhe“ F 212 in Dienst gestellt. Es ist das fünfte von sechs Schiffen einer neuen Serie, auf dem am 19.April erstmalig die Flagge der Seestreitkräfte und der Wimpel des Kommandanten gesetzt worden sind. „Solche Tage zählen zu den herausragenden im Leben eines Kriegsschiffes“, würdigte der Befehlshaber der Flotte, Vi zeadmiral Günter Fromm das Ereignis. Auf dem Flugdeck des 550 Millionenobjekts als Ehrengäste mit an Bord: OB Otto Dullenkopf, Taufpatin Edeltrud Dullenkopf, SPD-Fraktionsvorsitzende Gerlinde Hämmerle, die Stadträte August Vogel (CDU) und Peter Berendes (FDP) als Repräsentanten des Gemeinderats sowie zahlreiche Freunde der Marine aus der Patenstadt. „Wir sind stolz darauf, daß wieder ein Schiff der deutschen Seestreitkräfte - das fünfte - den Namen der Stadt Karlsruhe übers Meer in ferne Kontinente trägt“, erinnerte OB Dullenkopf an 72 Jahre aktive Patenschaft, als er die 202 neuen maritimen Patenkinder“ herzlich willkommen hieß. Am 4. Mai lichtet das Schiff seine Anker.

Mit dem Befehl „Großreinschiff“ zehn Minuten nach Sonnenaufgang hatte der Tag.der Indienststellung für die Besatzung um 6.30 Uhr nicht gerade „feierlich“ begonnen. Anders, als nur wenige Stunden später das Marine-Musikkkorps an der Pier der Westmole mit einem zünftigen Platzkonzert weithin das frohe Ereignis verkündete, als unter Trommelwirbel die Ehrengäste an Bord gingen, OB Dullenkopf mit Vizeadmiral Fromm und Fregattenkapitän Peter-Jürgen Hoffmann die Front der Ehrenkompanie abschritt und unser Schiff unter den Klängen der Nationalhymne „einfuhr“: „Ein Wunschkind für den Erzeuger, eine Empfehlung für die Erbauer, ein Ereignis für die Taufpatin und Patenstadt“, versicherte Dullenkopf in seiner Grußadresse. Karlsruhe, seit Generationen eine Heimat der Soldaten, habe sich seines Rufes, Garnisionstadt zu sein, auch in den dunkelsten Jahren deutscher Geschichte nicht geschämt.

Niemand kann Frieden garantieren
Als ein Beispiel zur Rechtfertigung von Nachkriegspolitik und Bündnis sah es der OB, daß der Vorgängerin, der vierten „Karlsruhe“, das Glück zugefallen war, über zwei Jahrzehnte im Kranz von Verbündeten dienen zu dürfen, die für die ersten drei Namensträger noch Feinde gewesen waren. Denn niemand könne in unserer Welt den Frieden wie ein Grundrecht garantieren und kein Staat seinen Bürgern eine lückenlose Friedensversorgung verbriefen. In seiner vielbeachteten Rede stellte er unter anderem fest: „Es ist wohlfeil bei uns geworden, den Frieden einzufordern. Besonders den, den man nicht selbst halten muß. Frieden stiften ist schwer. Weil es ein eigenes Zutun verlangt. Nicht nur in der Politik, sondern auch im eigenen Lebenskreis. Wo ein Staat aber seine Politik auf eine Verhinderung des Krieges, auf die Ermöglichung von Abrüstung und auf die Verteidigung der sittlich politischen Wertordnung gegen totalitäre Bedrohung ausrichtet, da ist der Dienst der Soldaten nur gerechtfertigt, da ist er unverzichtbar. Wer die Waffen abschaffen will, der muß zunächst die Bosheit der Menschen reduzieren.“

Die Indienststellung der Fregatte „Karlsruhe“ sollte angesichts der politischen Weltlage ein Tag der Befriedigung für alle Bürger unseres Staates sein. Der Befehlshaber der Flotte, Vizeadmiral Fromm, stützte diesen Wunsch mit dem Hinweis darauf, daß sich das Kräfteverhältnis auf See erheblich zum Nachteil des Westens verändert habe. Die „Karlsruhe“ werde deshalb „einen notwendigen, sichtbaren, unmittelbaren und schon im Frieden hochwirksamen Beitrag zur Sicherung der NATO-Nordflanke, zur Sicherung unserer nationalen Interessen und zur Stärkung der Abschreckungskraft des Bündnisses auch an der Landfront in Mitteleuropa leisten“.

Eine „schwimmende Stadt“
„Ich melde die Fregatte Karlsruhe in Dienst gestellt!“ -Fregattenkapitän Peter-Hoffmann ist der erste Kommandant an Bord der „schwimmenden Stadt“ die dem 4. Flottengeschwader der Bundesmarine unterstellt ist. Zielstrebigkeit und Festigkeit des OB, unterstützt von Wohlwollen und Aktivitäten des Gemeinderates, sei es zu verdanken, daß „Karlsruhe“ weiterhin von einem Schiff der Marine mit dem Fidelitaswappen am Bug über die Meere getragen werde, freute sich Hoffmann. Und die gleiche Standfestigkeit und Ausdauer, mit der Edeltrud Dullenkopf am 8. Januar 1982 zur Taufe des Schiffes die gefrorene Champagner-Flasche im vierten Anlauf am Bug zerschellen ließ, habe sich angesichts der vorzeitigen Fertigstellung des Schiffes als glückhaftes Omen erwiesen. Diese Demonstration der Beharrlichkeit, Ausdauer und Zielstrebigkeit werde für den zukünftigen Dienst an Bord beispielgebend sein, versprach der Kommandant.

Nach erfolgreichem Funktionsnachweis der Fregatte „Karlsruhe“ vor den norwegischen Fjorden und der portugiesischen Küste, sind die Aufgaben der nächsten Wochen Meilensteine auf dem Weg zur vollen Gefechtsbereitschaft und ausgerichtet auf die Anforderungen an eine Flotteneinheit im Frieden. In knapp vier Wochen muß die „Seeklarbesichtigung“ den Nachweis erbringen, daß die Besatzung in der Lage ist, die „Karlsruhe“ seemännisch, navigatorisch und technisch sicher zu handhaben. Erst danach ist unsere Fregatte ein gleichwertiges Mitglied im Geschwader und in der Zerstörerflottille und in der Lage, die anderen Schiffe von ihren vbielfältigen Aufgaben zu entlasten.

Bordfest badisch
Ehe unsere maritimen Schützlinge dazu die „Ärmel hochkrempeln“, durften sie mit einem „Open Schiff“ das 1. Bordfest feiern. Bei Binding-Bier, Brezeln, Leberkäs und Hohenwettersbacher Wein hätt´s „badischer“ kaum sein können. Im kleinen Flaggenschmuck lag das 3600 Tonnen schwere Patenkind an der Pier, als Militärs und (viele Karlsruher) Zivilisten das Schiff eroberten .In sämtlichen Messen und Mannschaftsräumen boten die Mannen Nonstop-Programm bis kurz vor Mitternacht. Daß die Patenschaft keine „Einbahnstraße“ ist, das stellte die Besatzung bereits am Tage der Indienststellung eindrucksvoll unter Beweis: Ersttagsbriefe, Aufkleber, Manschettenknöpfe und viele maritime Kostbarkeiten mehr wechselten am Souvenirstand auf Deck den Besitzer; zugunsten der „städtischen“ Karlsruher Patenkinder aus der Sybelstraße. Aber auch mit der Marine- und der Reservistenkameradschaft aus Karlsruhe wird die „Karlsruhe“ weiterhin eine enge Freundschaft verbinden.

Für Stadtrat August Vogel brachte das Fest, zu dem zahlreiche Angehörige der Besatzungsmitglieder aus der ganzen Bundesrepublik angereist waren, fast 40 Jahre nach Kriegsende unvermittelt eine Begegnung, die lange nachhalten wird: Er traf mit Bernhard Schmitz einen alten Kameraden wieder, mit dem er gemeinsam vor mehr als vier Jahrzehnten als Marinesoldat auf dem Flaggschiff „Lützow“ eingesetzt war.

Taufpatin backt „Hildabrötle“ für die crew
„Fregatte Karlsruhe“, das sind allein werftseitig über eine Million Fertigungsstunden, sind 1100 Tonnen verbauter Stahl und knapp 200 Kilometer verlegte Ka- bel an Bord des 130 Meter langen, eindrucksvollen Schiffes, das alle guten Wünsche in eine weiterhin friedvolle Zukunft begleiten.

„Fregatte Karlsruhe“, das ist das Patenkind der Stadt und ihrer Bürger, dem Edeltrud Dullenkopf bei der Taufe schwungvoll diesen traditionsreichen Namen gegeben hat. Ihre damit übernommene Verpflichtung sieht sie als Ehre und Ansporn und als Freude zugleich. Sie will „keine Gelegenheit auslassen“, um die Kontakte zu ihren 204 Patenkindern intensiv zu pflegen. Ob an der Nordsee oder bei Landgängen in der Patenstadt Karlsruhe, immer will die Taufpatin „mit von der Partie“ sein. In Wilhelmshaven hat sie eine Idee geboren, mit der sie sicher in die Geschichte der Marine-Städtepatenschaften eingehen wird. „Zum Weihnachtsfest möchte ich meinen Blauen Jungs echte Karlsruher Brötle backen, vor allem Hildabrötle, denn die ißt mein Mann auch am liebsten!“ „Das kann man als ein Gemeinschaftswerk Karlsruher Frauen organisieren“, stieg Stadträtin Gerlinde Hämmerle spontan in die genußreiche Patenschaftsaktion ein, wobei es die Taufpatin für sich in Anspruch nimmt, die Rezeptur bestimmen zu dürfen!

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Schmuckblatt aus Anlaß "Indienststellung Fregatte F 212 KARLSRUHE" am 19. April 1984.

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