Auf dieser Seite biete ich weiterführende Informationen zu den Schiffen mit Namen KARLSRUHE an. Der Schwerpunkt liegt bei Zusatzinformationen von Bord und der Verwendung der Fregatte F 212 KARLSRUHE (V).
1. Über eine Karriere als Soldat und Künstler
ObermaatKay Elzner ist Ende 1996 als Zeitsoldat nach acht Dienstjahren aus der Deutschen Marine ausgeschieden. Die meiste Zeit seines aktiven Dienstes verbrachte er an Bord der Fregatte F 212 KARLSRUHE. Nach mehreren Reserveübungen wurde Kay Elzner Ende 2004 zum Bootsmann d. R. und Ende 2007 zum Oberbootsmann d. R. ernannt.
Beide Beförderungen erfolgten an Bord der Fregatte F 212 KARLSRUHE.
Seine zeichnerische Begabung nutzte Kay Elzner seit Ende 1996 zum Aufbau einer Existenz als freischaffender Illustrator.
Die Arbeiten des erfolgreichen Künstlers finden zwischenzeitlich national und international Anerkennung. Zuletzt erhielt er den "Kulturpreis 2007" seiner Heimatstadt Oschersleben. Weitere Informationen unter: www.kayelzner.de
Rückblick:
Am 24. April 1999 übergibt Kay Elzner (l.) aus Anlaß des 15. Jahrestag der Indienststellung (19.4.1984) der Fregatte F 212 KARLSRUHE (V) als Geschenk ein Gemälde (s.u.) an seine ehemaligen Kameraden der U-Messe.
Das Gemälde ziert als Reproduktion auch die Umschlagseite meines Buch:
An dieser Stelle Dank an Kay Elzner für die Überlassung seines Gemäldes als Reproduktion für mein Projekt: "KARLSRUHE eine Stadt - fünf Schiffe"
Bitte besuchen Sie auch den Link:"Meine Bücher"
Aktuell 2009:
Am19. April 2009 übergibt Kay Elzner (l.) aus Anlaß des 25. Jahrestag der Indienststellung (19.4.1984) der Fregatte F 212 KARLSRUHE (V) als Geschenk ein Gemälde (s.u.) an seine heutigen Kameraden der PUO-Messe.
Gemälde: @ 2009 by Kay Elzner
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2.Wissenswertes über die UN-Mission UNIFIL vor der Küste des Libanon Stand: Mai 2009
Fregatte F 212KARLSRUHEgehört vom 21.9.2006 bis 10.3.2007 zum erstenKontingent der Deutschen Marine.
Emblem der UN-Missionen "UNIFILLEBANON"
UN - Mission UNIFIL seit 1979 Die United Nations Interim Force in Lebanon (UNIFIL) ist eine Beobachter-Mission der UNO im Libanon seit 1979. In der Karte (dunkel) die Zone im Grenzgebiet zwischen Israel und Libanon, in der "Blauhelme" zur Beobachtung stationiert sind.
Erweitere UN-Mission UNIFIL II seit 2006 Mit der Annahme der Resolution 1701 vom 11. August 2006 des UN-Sicherheitsrates wurde die Mission sowohl hinsichtlich ihres Mandats als auch ihrer Stärke grundlegend erweitert. Die Mission wird deswegen auch als UNIFIL II oder UNIFIL Plus bezeichnet. Im Gegensatz zu dem ursprünglichen Auftrag der Beobachtertruppe sind die Soldaten jetzt mit einem „robusten Mandat“ nach Kapitel VII der UN-Charta ausgestattet. Eine neue Aufgabe der Friedenstruppen besteht nun darin, Waffenlieferungen an die Hisbollah auf See zu unterbinden.
Das Überwachungsgebiet auf See ist in vier Zonen aufgeteilt:
Zone 1: Entlang der libanesischen Küste auf einer Tiefe von 12 sm bis 50 sm. Zone 2: Die 12-sm-Zone von der Höhe des Fluß Litani bis zur Grenze mit Israel Zone 3: Die 6-12-sm-Zone von der Grenze zu Syrien bis Höhe Fluß Litani. Zone 4: Die 6-sm-Zone von der Grenze zu Syrien bis Höhe Fluß Litani.
In den Zonen 2, 3 und 4 sind Einsätze des Marineeinsatzverbandes nur auf Anforderung des Libanon und bei der Verfolgung eines Schiffes möglich. Allerdings bestehen Vereinbarungen mit der libanesischen Regierung, dass die UNIFIL II bis auf weiteres den kompletten Schiffsverkehr auch ohne Anforderung durch die libanesische Regierung in allen Zonen eigenständig überwachen darf.
Welche Bezeichnungen werden für die UN-Mission UNIFIL II verwendet? Im Internet kursieren seit Oktober 2006 (teils verwirrende) Bezeichnungen für den maritimen Anteil der UN-Mission UNIFIL. So z. B.: "MAROPS UNIFIL“, "MAROPS Task Force 448“, “TASK FORCE 448”, “Maritime Task Force (MTF) UNIFIL”, “MAROPS (Maritime Opposition Forces)” und andere.Ich habe mich für die Bezeichnung: UN-Mission UNIFIL II entschieden.
Auf welcher rechtlichen Grundlage erfolgt der Einsatz der Deutschen Marine bei UNIFIL II? Die Beteiligung an UNIFIL erfolgt auf Grundlage der Resolutionen 1701 vom 11. August 2006 und 1773 vom 24. August 2007 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen (UN). Der Deutsche Bundestag hat der Beteiligung deutscher Streitkräfte erstmalig am 20. September 2006 zugestimmt. Am 12. September 2007 stimmte der Deutsche Bundestag der Verlängerung des Mandates bis zum 15. September 2008 zu. Die Verlängerung um ein weiteres Jahr wird spätestens im September 2008 erwartet.
Wer führt die deutschen Soldaten? Die deutschen Soldaten der im Einsatz befindlichen Schiffe (Fregatten, Schnellboote, Minenabwehreinheiten, Versorger, Hubschrauber, Sondereinsatzkräfte) werden vom Kommandanten des jeweiligen deutschen Führungsschiff geführt, der wiederum dem Kommandeur UNIFIL II („Maritime Task Force") untersteht.
Bisherige deutsche Kommandeure von UNIFIL II („Maritime Task Force“)
Oktober 2006 – März 2007: Flottillenadmiral Andreas Krause
März 2007 – September 2007: Flottillenadmiral Karl-Wilhelm Bollow
September 2007 – Februar 2008: Flottillenadmiral Cristian Luther
Welchen Auftrag hat die „Maritime Task Force“ (MTF) bei UNIFIL II? Auftrag für die MTF bei UNIFIL II ist es, in enger Abstimmung mit den libanesischen Streitkräften die Seewege vor der libanesischen Küste zu kontrollieren und damit einen möglichen Waffenschmuggel auf dem Seeweg zu unterbinden.
Wie setzt sich die MTF bei UNIFIL II zusammen? Theoretisch können sich alle Staaten, die in der UNO vertreten sind, den an so genannten "Blauhelmeinsätzen" der UN beteiligen. Seit September 2006 stellen für die UN-Mission UNIFIL II europäische Staaten einschließlich Türkei mehrheitlich die jeweiligen Kontingente (Kommando- und Einsatzdauer jeweils etwa 6 Monate).
Wann dürfen Soldaten der UNIFIL II Gewalt anwenden? Die Soldaten der UNIFIL II sind autorisiert, in Abstimmung mit den Libanesischen Streitkräften alle erforderlichen Maßnahmen einschließlich der Anwendung militärischer Gewalt zu ergreifen, um den Auftrag gemäß Resolution des Sicherheitsrates durchzusetzen. Die Soldaten der UNIFIL II haben auch die Befugnis zur Wahrnehmung des Rechts auf bewaffnete Nothilfe zugunsten Jedermann. Die einzelnen Bestimmungen sind in den Einsatzregeln (Rules of Engagement) festgelegt und für die deutschen Soldaten in einer Taschenkarte umgesetzt. Diese ist allen Soldaten vertraut.
Wie werden deutsche Marinesoldaten auf den Einsatz bei UNIFIL II vorbereitet? Alle Soldaten der Marine werden grundsätzlich in intensiver Ausbildung auf ihre jeweiligen Tätigkeiten an Bord von Schiffen und Booten vorbereitet. Für diesen speziellen Einsatz wurde außerdem ein intensives Training anhand der spezifischen Risikoanalyse ebenso durchgeführt, wie das Training in See zur multinationalen Zusammenarbeit.
Wo werden die deutschen Soldaten bei UNIFIL II eingesetzt? Das Einsatzgebiet UNIFIL II ist das Seegebiet vor der Küste Libanons.
Darüber hinaus verfügt die Bundeswehr über einen so genannten logistischen Abstützpunkt in Limassol auf Zypern zur Versorgung der Schiffe und Boote.
Fregatte F 212 KARLSRUHE im Hafen von Limassol/Zypern. Der Liegeplatz an der Pier ist mit Containern "abgesichert" und "militärischer Sperrbereich", der von deutschen Marineschutzkräften (MSK) bewacht wird.
Marineschutzkräfte (MSK) Die Marineschutzkräfte schützen und unterstützen die Einheiten der Marine, deren Einrichtungen und andere Objekte gegen Angriffe terroristischer Kräfte, um die Überlebensfähigkeit der Angehörigen der Bundeswehr, die Funktionsfähigkeit wichtiger Infrastruktur und die Durchsetzungsfähigkeit eigener Kräfte zu sichern. Die Marineschutzkräfte sind an Land, im Bereich von Häfen, Reeden und küstennahen Gewässern tätig. Sie wirken mit ihren Mitteln insbesondere im Verbund mit anderen See- und Seeluftstreitkräften und sind auf enge Zusammenarbeit angewiesen. Dies schließt einen streitkräftegemeinsamen oder multinationalen Einsatz ein.
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3.Fregatte F 212 KARLSRUHE im Einsatz für die Standing Nato Groups (SNG) Stand: März 2010
Die Standing NATO Groups (SNG) sind vier ständige multinationale maritime Reaktionsverbände welche sicherstellen, dass die NATO schnell und flexibel operieren kann. Dazu gehören im ständigen Wechsel auch SNMG 1 (ex STANAVFORLANT) und SNMG 2 (ex STANAVFORMED).
Standing NATO Maritime Group 1 (SNMG 1)
Der Verband wurde bereits 1967 unter dem Namen Standing Naval Force Atlantic (STANAVFORLANT bzw. SNFL) gegründet. Aufgabe im „Kalten Krieg“ bis 1990 war es, in Krisenfällen schnell als multinationaler Verband Bündnissolidarität demonstrieren zu können. Der Verband wurde hauptsächlich im Nordatlantik eingesetzt. Mit dem Ende des „Kalten Krieg“ wurde die STANAVFORLANT zwischen 1994 und 2004 auch in anderen angrenzenden Regionen (Mittelmeer) eingesetzt. Als solche nahm sie unter anderem auch an der „Operation Direct Endeavour“ teil. Im Januar 2005 wurde die Gruppe schließlich in Standing NATO Maritime Group 1 (SNMG 1) umbenannt. Der Verband operiert vor allem im Atlantik und der Nordsee, kann bei Bedarf aber sofort in andere Krisengebiete verlegt und dort eingesetzt werden. Die Deutsche Marine stellt in diesem Verband permanent mindestens eine Einheit.
Teilnahmen Fregatte F 212 KARLSRUHE (V) an STANAVFORLANT /SNMG 1:
STANAVFORLANT 1986 (24.04. – 26.08.1986)
STANAVFORLANT 1987 (20.08. – 10.12.1987)
STANAVFORLANT 1990 (04.01. – 30.05.1990)
STANAVFORLANT 1994 (22.08. – 26.11.1994)
STANAVFORLANT 2001/02 (15.10.2001 – 18.02.2002) mit Einbindung in die Operation Direkt Endeavour - "War against Terrorism“.
SNMG 1 (12.04. - 16.07.2010)
Anmerkung: Die Fregatte F 223 KARLSRUHE (IV) nahm zwischen 1971 und 1982 vier Mal an STANAVFORLANT teil. Einzelheiten siehe Link: „F 223 KARLSRUHE (IV)“.
Standing NATO Maritime Group 2 (SNMG 2)
Der Verband wurde 1969 unter der Bezeichnung „On-Cal Force for the Mediterranean“ nach dem Vorbild der Standing Naval Force Atlantic STANAVFORLANT (SNFL) für den Einsatz im Mittelmeer gebildet und erhielt 1992 die Bezeichnung Standing Naval Force Mediterranean (STANAVFORMED bzw. SNFM). Im Januar 2005 wurde die Gruppe schließlich in Standing NATO Maritime Group 2 (SNMG 2) umbenannt. Der Verband operiert vor allem im Mittelmeer, kann bei Bedarf aber sofort in andere Krisengebiete verlegt und dort eingesetzt werden. Die Deutsche Marine stellt in diesem Verband permanent mindestens eine Einheit.
Teilnahmen Fregatte F 212 KARLSRUHE (V) an STANAVFORMED /SNMG 2:
STANAVFORMED 1993 (09.08. - 20.12.1993)
STANAVFORMED 1995 (02.12.1995 - 16.04.1996)
STANAVFORMED 1996(24.06. - 09.08.1996) in Verbindung mit AAG 197/96 und "Corporated Partners"
STANAVFORMED 2000 (10.01. - 05.05.2000) in Verbindung mit AAG 197/96 und "Corporated Partners"
SNMG 2 (24.08 - 15.11.2008) Einsatz vorzeitig abgebrochen!
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4. Neues Waffensystem für F 212: Das Marineleichtgeschütz 27 (MLG 27)
Das neue Marineleichtgeschütz 27 (MLG 27) ist seit Nov. 2007 auf Fregatte F 212 KARLSRUHE im Einsatz. Foto: Rheinmetall (2), Marine (3), Kay Elzner (5)
Die seit Indienststellung (19. April 1984) auf der Fregatte F 212 KARLSRUHE eingebauten zwei Flugabwehrkanonen 20 mm (Flak 20 mm) wurden während der Liegezeit im Marinearsenal Wilhelmshaven von Mitte März bis Mitte November 2007 durch zwei Geschütze von „Rheinmetall“ des Typ MLG 27 (Marineleichtgeschütz 27) ersetzt. Ein erstes Übungsschießen während Seeklarbesichtigung Ende November 2007 in der Nordsee wurde erfolgreich abgeschlossen.
Das fernbedienbare System wurde für den Selbstschutz von Kampfschiffen (Fregatten), Versorgern und kleineren schwimmenden Einheiten (Schnellboote) im Nahbereich entwickelt und ermöglicht die effektive Bekämpfung von Flugzeugen, Helikoptern, Schnellbooten und auch küstennahen Zielen.
Das MLG 27 wird von einer abgesetzten Bedieneinheit gesteuert. Das Geschütz ist mit einer tag- und nachtsichtfähigen Zielfolgesensorik ausgerüstet, die sowohl eine automatische Zielverfolgung als auch das manuelle Richten der Waffe erlaubt. Ein Deckdurchbruch ist nicht erforderlich.
Im Einsatz zur Selbstverteidigung im Nahbereich, bringt das MLG 27 mit seiner theoretischen Feuergeschwindigkeit von 1700 Schuss pro Minute eine gewaltige Feuerkraft ins Ziel. Mit seiner elektro-optischen Steuerung ist es ausgesprochen beweglich und kann auch gegen so genannte asymmetrische Bedrohungen wie der Abwehr terroristischer Speed-Boat-Attacken eingesetzt werden.
Letzte Abnahme durch den Hersteller vor "Seeklarbesichtigung" Mitte November 2007 im Marinearsenal Wilhelmshaven.
Letzte Vorbereitungen vor "Erprobung" auf See (1)
Letzte Vorbereitungen vor "Erprobung" auf See (2)
Erprobung MLG 27 erfolgreich abgeschlossen.
Auch OBtsm d.R. Kay Elzner ist mit dem "Erstschuß" des MLG 27 auf Fregatte F 212 KARLSRUHE zufrieden.
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5. Alle Schiffseinheiten der Einsatzflottille 2 (Wilhelmshaven) im Bild Stand: Oktober 2010
Schiffe der Einsatzflottille 2
In der Einsatzflottille 2 sind die größten Schiffseinheiten der Deutschen Marine: Fregatten (15 Einheiten), Einsatzgruppenversorger (2 Einheiten) sowie kleinere Trossschiffe (6 Einheiten) zusammengefasst. Heimathafen der Einsatzflottille 2 ist Wilhelmshaven.
Die Einsatzflottille 2 gliedert sich in folgende Einheiten: 2. Fregattengeschwader 4. Fregattengeschwader mit F 212 KARLSRUHE Trossgeschwader
Übersicht: 25 Einheiten der Einsatzflottille 2
Übersicht: 15 Fregatten der Klassen 122, 123 und 124 im 2. und 4. Fregattengeschwader mit Heimathafen Wilhelmshaven. Bild: Wolfgang Kramer, Schwann
2. Fregattengeschwader 4 Einheiten der "BRANDENBURG - Klasse" (123)
F 215 BRANDENBURG
F216 SCHLESWIG - HOLSTEIN
F217 BAYERN
F 218 MECKLENBURG - VORPOMMERN
2. Fregattengeschwader 3 Einheiten der "SACHSEN - Klasse" (124)
F 219 SACHSEN
F 220 HAMBURG
F 221 HESSEN
4. Fregattengeschwader 8 Einheiten der "BREMEN - Klasse" (122)
F 207 BREMEN
F 208 NIEDERSACHSEN
F 209 RHEINLAND - PFALZ
F 210 EMDEN
F 211 KÖLN
F 212 KARLSRUHE
F 213 AUGSBURG
F 214 LÜBECK
Trossgeschwader
Einsatzgruppenversorger (EGV) 2 Einheiten der "BERLIN – Klasse" (702)
A 1411 BERLIN (Heimathafen Wilhelmshaven)
A 1412 FRANKFURT AM MAIN (Heimathafen Kiel)
Betriebsstofftanker 2 Einheiten der "Walchensee - Klasse" (703)
A 1425 AMMERSEE
A 1426 TEGERNSEE
Betriebsstofftransporter 2 Einheiten der "RHÖN – Klasse" (704)*
A 1442 SPESSART
A 1443 RHÖN
Bergungsschlepper 1 Einheit der "FEHMARN – Klasse" (720)*
A 1458 FEHMARN
Seeschlepper 2 Einheiten der "Wangerooge – Klasse" (722 B)*
A 1451 WANGEROOGE (Heimathafen Wilhelmshaven)
A 1452 SPIEKEROOG (Heimathafen Kiel)
Versorger 1 Einheit der "WESTERWALD – Klasse" (760 A)*
A 1435 WESTERWALD
* zivile Besatzung
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6. Übersicht acht Fregatten der BREMEN - Klasse im 4. Fregattengeschwader
Die ersten sechs zwischen 1982 und 1984 in Dienst gestellten Fregatten der BREMEN - Klasse bildeten ursprünglich das 4. Fregattengeschwader. Mit dem Zulauf von AUGSBURG (1989) und LÜBECK (1990) wurde das Geschwader geteilt. Die Schiffe F 211 bis F 214 bildeten fortan das 2. Fregattengeschwader. Im Januar 2006 wurden alle acht Schiffe wieder im 4. Fregattengeschwader zusammengefasst, das der am 1. Juli 2006 aus der Zerstörerflottille hervorgegangenen Einsatzflottille 2 in Wilhelmshaven untersteht. Heimathafen der acht Fregatten ist seit ihrer Indienststellung zwischen 1982 und 1990 ununterbrochen Wilhelmshaven.
Nr.
Name
Rufzeichen
Bauwerft
Stapellauf
Indienststellung
F 207
BREMEN
DRAQ
Bremer Vulkan
27.09.1979
07.05.1982
F 208
NIEDERSACHSEN
DRAR
AG Weser
09.06.1980
15.10.1982
F 209
RHEINLAND-PFALZ
DRAS
Blohm & Voss
03.09.1980
09.05.1983
F 210
EMDEN
DRAT
Nordseewerke
17.12.1980
07.10.1983
F 211
KÖLN
DRAU
Blohm & Voss
29.05.1981
19.10.1984
F 212
KARLSRUHE
DRAV
Howaldtswerke
08.01.1982
19.04.1984
F 213
AUGSBURG
DRAN
Bremer Vulkan
17.09.1987
03.10.1989
F 214
LÜBECK
DRAO
Nordseewerke
15.10.1987
10.03.1990
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7.Wissenswertes über die Operation ENDURING FREEDOM (OEF) Stand: März 2010
Satellitenbild Horn von Afrika
Geographische Lage von Djibouti (auch: Dschibouti).
Karte des Stadtstaat Djibouti mit der gleichnamigen Hauptstadt Djibouti.
Emblem von Djibouti.
Die Operation Enduring Freedom (OEFengl. für „Operation andauernde Freiheit“) ist die erste und bisher einzige militärische Großoperation im Rahmen des von den Vereinigten Staaten ausgerufenen „Krieg gegen Terrorismus“ als Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 („nine/eleven“) in den USA.
OEF begann am 7. Oktober 2001 auf Initiative der USA und hatte das Ziel, Führungs- und Ausbildungseinrichtungen von Terroristen auszuschalten, Terroristen zu bekämpfen, gefangen zu nehmen und vor Gericht zu stellen. Außerdem sollen Dritte von der Unterstützung terroristischer Aktivitäten abgehalten werden.
An der der Operation OEF sind etwa 70 Nationen beteiligt, darunter auch Deutschland.
Als Rechtsgrundlage wird Resolution 1368 der UN vom 12. September 2001 in Anspruch genommen. Diese Resolution verurteilte die Ereignisse vom 11. September 2001 als grauenhafte Terroranschläge und als Bedrohung für den internationalen Frieden sowie die internationale Sicherheit. Die Resolution bekräftigt das Recht zur individuellen und kollektiven Selbstverteidigung.
Der NATO - Rat beschloss daraufhin, die Anschläge vom 11. September 2001 als Angriff auf die Vereinigten Staaten unter Artikel 5 des Washingtoner - Vertrag zu werten. In diesem Artikel ist festgesetzt, dass "ein bewaffneter Angriff gegen eine oder mehrere von ihnen (gemeint sind die Vertragsparteien) in Europa oder Nordamerika als ein Angriff gegen sie alle angesehen werden wird."
Der Deutsche Bundestag hat erstmals am 16. November 2001 die Beteiligung der Bundeswehr an den Operationen Enduring Freedom beschlossen. Das Mandat wird jährlich durch den Deutschen Bundestag überprüft und nach erneutem Beschluß für weitere 12 Monate verlängert.
OEF wird vom amerikanischen Regionalkommando USCENTCOM mit Hauptquartier in Tampa/Florida geführt. Dazu gehört auch die maritime TASK FORCE 150 mit Basis in Djibouti.
Emblem: "Deutscher Marine-Einsatzverband Task Group 500.01" innerhalb der "Task Force 150".
Welchen Auftrag hat die Deutsche Marine bei der OEF am Horn von Afrika?
Die Deutsche Marine ist in einen multinationalen Verband eingegliedert, dessen Führung regelmäßig auch von deutschen Marineoffizieren übernommen wird. Gemeinsam mit Koalitionskräften aus den USA, Frankreich, Italien, Großbritannien und Pakistan schützen die deutschen Einheiten in der TASK FORCE 150 die Seeverbindungslinien im Operationsgebiet. Der Auftrag gliedert sich auf in die drei Komponenten Identifikation, Überwachung und Aufklärung. Der Seeverkehr am Horn von Afrika wird möglichst umfassend beobachtet und dokumentiert. Ziel ist es, den Transport von Personen und Gütern (z.B. Waffen, Munition, Drogen) zu unterbinden, die der Unterstützung des internationalen Terrorismus dienen.
Wie werden die Marinesoldaten auf den Einsatz bei OEF vorbereitet?
Marinesoldaten werden eingehend auf ihre Aufgabe und die besonderen Bedingungen des Einsatzes vorbereitet. Dazu gehören Informationen über die Bevölkerung und die historischen Wurzeln der Staaten am Horn von Afrika ebenso wie das Üben richtigen Verhaltens in Krisensituationen. Hinzu kommen die Maßnahmen zum Selbstschutz und die Einsatzregeln. Die Fregatten der Deutschen Marine absolvieren regelmäßig das international anerkannte Basic Operational See Training (BOST) im englischen Plymouth, welches den Grundstock für Einsatzaufgaben bietet. Jeder Soldat erhält eine einsatzbezogene Sanitätsausbildung. Die körperliche Fitness der Soldaten ist Voraussetzung, um im Einsatz leistungsfähig zu bleiben
Mitwelchen Einheiten ist die Deutsche Marine bei OEF vertreten?
Seit Beginn der Operation Enduring Freedom 2001 wurden ohne Unterbrechung Kräfte der Deutschen Marine zur Seeraumüberwachung am Horn von Afrika eingesetzt. Umfang der Einheiten und die Anzahl der Soldaten wurden seit dem ständig reduziert. Die vom Bundestag genehmigte Höchstzahl von zuletzt 1500 Soldaten wurde nie erreicht. Zur Zeit (Stand: Anfang Juli 2008) sind im deutschen Marinekontingent und dem zugeordnetem Verbindungs-kommando etwa 300 Soldatinnen und Soldaten eingesetzt. Dieses Kontingent setzt sich etwa wie folg zusammen:
Besatzung einerFregatte der Bremen-Klasse,
Fliegerisches- und technisches Personal für ein (zwei) Bordhubschrauber SEA LYNX,
Boardingsoldaten,
sowie der Deutschen Verbindungs- und Unterstützungsgruppe (DVUG) in Djibouti. Zuständig für die logistische Unterstützung der jeweils delegierten Fregatte (der Seefernaufklärer) und die Verbindung zu den amerikanischen und französischen Streitkräften in Djibouti.
Bei Einsatz von bis zu zwei Seefernaufklärern vom Typ P-36 ORION (z.B. Aug. bis Nov. 2008) anstelle einer Fregatte der Bremen-Klasse reduziert sich die Personalstärke des Kontigent sogar auf unter 100 Soldaten.
Wo werden die Einheiten und Soldaten der Deutschen Marine bei OEF (TASK FORCE 150) eingesetzt?
Der größte Teil der Marinesoldaten ist an Bord der Einheiten eingeschifft. Als Stützpunkt für den Einsatz am Horn von Afrika dient der Deutschen Marine der Hafen Djibouti.
Die in See stehenden Einheiten absolvieren ihren Dienst in einem Gebiet, mit der achtfachen Größe der Bundesrepublik Deutschland. Es umfasst das Rote Meer mit dem Bab el Mandeb, den Golf von Aden, die Arabischen See, den Golf von Oman bis hin zur Straße von Hormus sowie das Seegebiet entlang der Küste von Somalia. Unterstützung erhalten sie von den fliegenden Besatzungen der Bordhubschrauber SEA LYNX und der Seefernaufklärer P-3C ORION. Die Hoheitsgewässer der Anrainerstaaten dürfen nur mit Zustimmung der jeweiligen Regierung befahren oder überflogen werden. Unbenommen davon ist der Grundsatz, dass die Deutsche Marine in Notfällen Hilfe leistet.
Darf die Deutsche Marine Gewalt anwenden?
Der deutsche Einsatzverband hat das Recht auf Kontrolle von Handelsschiffen bei begründetem Verdacht auf Unterstützung des Terrorismus. Zur Überprüfung von Mannschaft, Ladung und Papieren geht ein dafür speziell ausgebildetes Kommando an Bord verdächtiger Schiffe. Diesen Vorgang nennt man Boarding. Bei eindeutigen Beweisen für die Unterstützung terroristischer Organisationen oder Aktionen sind auch Zwangsmaßnahmen, wie etwa die Umleitung in Häfen zur weiteren Untersuchung von Schiff und Besatzung möglich. Die Bestimmungen dafür sind im Einzelnen in den so genannten Rules of Engagement (Einsatzregeln) festgelegt, die der Geheimhaltung unterliegen.
In welchem Umfang sind die deutschen Marinesoldaten selbst geschützt?
An Bord ihrer Schiffe verfügen die Soldaten nicht nur im Einsatz, sondern ständig über umfangreiche aktive und passive Schutzeinrichtungen. Dazu gehören die Waffen ebenso wie die hoch entwickelten Aufklärungs- und Frühwarnsysteme. Außerdem können die Schiffe durch Druckschleusen hermetisch nach außen abgeriegelt werden. Der wichtigste Schutz ist jedoch das auf solider militärischer Ausbildung beruhende, umsichtige, vorsichtige und entschlossene Verhalten der Soldaten.
Wie funktioniert die Versorgung deutscher Marinesoldaten während des Einsatz bei OEF?
Der deutsche Einsatzverband am Horn von Afrika wird sowohl auf dem Seeweg als auch auf dem Luftweg versorgt. Mit zivilen Frachtern werden aus Deutschland Versorgungsgüter nach Djibouti gebracht. Transportflugzeuge der Luftwaffe liefern bei Bedarf vor allem solche Güter, die kurzfristig benötigt werden.
Wie lange dauert der Einsatz deutscher Marinesoldaten bei OEF?
Grundsätzlich gilt auch für die Marineeinheiten die neue 4-Monatsregelung. Aufgrund des langen An- bzw. abmarschweges von jeweils über 6000 sm und der Besonderheiten des Einsatzes werden daraus aber in der Regel ~ 6 Monate.
Rückblick und Vorausschau
Seit Beginn der Operation ENDURING FREEDOM sind inzwischen fast sieben Jahre vergangen. Heute lässt sich sagen, dass der Einsatz nicht nur mit Blick auf den Kampf gegen den Terror gerechtfertigt ist, denn die deutschen Marinesoldaten haben das Gebiet insgesamt sicherer gemacht. Beispiele dafür gibt es viele. Vom Rettungseinsatz über medizinische Hilfe bis zur Verteidigung gegen Piraten haben deutsche Soldaten vielerlei Aufgaben übernommen. Auch wurden viele Frachtschiffe und Tanker - einmal sogar das „Traumschiff“ MS DEUTSCHLAND - durch das notorisch unsichere Seegebiet eskortiert oder verbündeten Einheiten geholfen.
Auch bei den Einheimischen genießen die deutschen Soldaten einen guten Ruf, ob an Land im Hafen von Djibouti oder auf See. Immer wieder eilen die deutschen Einheiten bei Schiffbruch oder Seenot zur Hilfe. Auch freiwillige humanitäre Hilfe wurde gewährt. Bis jetzt haben mehr als 8000 Soldaten der Deutschen Marine auf etwa 40 Einheiten ihren Dienst am Horn von Afrika versehen. In den Jahren seit „nine/eleven“ hat sich gezeigt, dass die Deutsche Marine bereit und in der Lage ist, einen angemessenen Beitrag zur Operation ENDURING FREEDOM zu leisten. Der gute Ruf, den sie dabei erworben hat, spricht für sich – und die Deutsche Marine ist willens, diesem Ruf weiterhin gerecht zu werden.
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8.Anlaufhäfen Fregatte F 212 KARLSRUHE seit Indienststellung 1984
AnlaufhäfenFregatte F 212 KARLSRUHE (V): Stand: März 2010 Hinweis: Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit - einige Häfen wurden mehrmals angelaufen !
Kartar - Kiel - Kingston upon Hull, England - Korfu, Griechenland, - Kristiansand, Norwegen -Kuwait City, Kuwait
La Goulette, Tunesien - Las Palmas/Kanaren, Spanien - Limassol/Kreta, Griechenland - Leith, Schottland - Lissabon, Portugal - Liverpool, England - London, England - Lorient, Frankreich – Lübeck
Neapel, Italien - New Orleans, USA - Newcastle, Nordirland - Norfolk, USA
Palermo/Sizilien, Italien - Palma de Mallorca, Spanien - Piräus, Griechenland - Ponta Delgada/Azoren, Portugal - Port Victoria,Seychellen - Portland, England - Portsmouth, England
Quatar
Reykjavik, Island - Roosevelt Roads, USA - Rosyth, Schottland - Rota, Spanien - Rotterdam, Holland
Safa, Ägypten - Salalah, Oman - San Juan/Puerto Rico, USA - Santander, Spanien Souda/Kreta, Griechenland - St. Thomas/Antillen, USA - Sta. Cruz de Teneriffe, Spanien - Stavanger, Norwegen - SwinoujĹ›cie (Swenemünde), Polen
„Freizügige Verabschiedung" ! (Fotograf, Hafen und Datum nicht bekannt !)
Fregatte F 212 KARLSRUHE in den Ländern der Welt Stand: Mai 2009 Hinweis: Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit
Ägypten, – Algerien - Bahrain - Belgien – Bermudas – Dänemark – Djibouti – England – Frankreich - Griechenland – Island – Israel – Italien – Jordanien – Kanada – Katar – Kenia - Kuwait - Libanon - Niederlande – Norwegen – Oman - Polen – Rumänien – Schottland – Schweden – Seychellen – Somalia – Spanien – Tunesien - Türkei – USA
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9.Die Waffensysteme der Fregatte F 212 KARLSRUHE(BREMEN-Klasse 122)
Die Fregatten der BREMEN-Klasse, einschließlich Fregatte F 212 KARLSRUHE, weisen ein vielseitiges Leistungsprofil auf. Sie verfügen über die Fähigkeit, sich unter Mehrfachbedrohung (Überwasser, Unterwasser, Luft) durchzusetzen. Ihre Hauptaufgabe liegt in der Bekämpfung von U - Booten. Dazu nutzen sie die Bordhubschrauber SEA LYNX MK 88A. Sie besitzen darüber hinaus auch die Fähigkeit, anfliegende Flugzeuge und Flugkörper zum Eigenschutz sowie andere Schiffe oder Landziele aus großer Entfernung zu bekämpfen. Dazu stehen die nachfolgenden Waffensysteme (Stand: April 2009) zur Verfügung.
1 x 76 mm OTO-Melara Geschütz Das System kann sowohl gegen Luft- wie auch Bodenziele (Schiffe und Küstenbeschuss) eingesetzt werden. Die Schussfrequenz liegt bei 85 Schuss pro Minute, die Reichweite beträgt 18 Kilometer.
Übungsschuß mit 76 mm Geschütz (1)
Übungsschuß mit 76 mm Geschütz (2)
16 x NATO Sea Sparrow SeaSparrow ist ein schiffsgestütztes, radargesteuertes Flugabwehrsystem mittlerer Reichweite.
Wartungsarbeiten am System Sea Sparrow
Übungsschuss mit Sea Sparrow *)
2 x 4 HARPOONAbschussrampe Der Seezielflugkörper HARPOON ist eine fliegende, lenkbare Waffe zur Bekämpfung von Schiffen oder anderen maritimen Zielen.
Übungsschuß mit HARPOON.
2 x RAM (Rolling Airframe Missile) 21 Zellen RAM ist ein flugkörperbasierendes Nahbereichsverteidigungssystem für Schiffe, das in der Lage ist, feindliche Seezielflugkörper abzuschießen.
Detailansicht RAM mit 21 Zellen
Übungsschuss mit RAM *)
4 x Torpedorohre für Torpedos 324 mm
Torpedo Mk 32
Übunsschuss mit Torpedo Mk 32
2 x Flugabwehrkanone 20 mm (1984 - 2007)
seit 2007 2 x 27 mm Rheinmetall Marineleichtgeschütz (MLG 27) Das fernbedienbare System ermöglicht die effektive Bekämpfung von Flugzeugen, Helikoptern, Schnellbooten oder auch küstennahen Zielen mit großer Trefferwahrscheinlichkeit und hoher Munitionswirkung.
4 x 6 SRBOC Raketenwerfer (Super Rapid Bloom Offboard Chaff) Aus jedem der 6 Rohre des Raketenwerfer SRBOC (Düppelwerfer) können jeweils Täuschkörper mit einem Kaliber von 130 mm zum Schutz vor Seezielflugkörpern abgefeuert werden. Die Täuschkörper können Aluminiumstreifen oder brennendes Phosphor enthalten, um Flugkörpern mit Radar bzw. Hitzesensor ein falsches Ziel zu bieten.
Übungsschuss mit Düppelwerfer (Phosphor)
2 x Bordhubschrauber SEA LYNX MK 88A Ausrüstung und Bewaffnung des Hubschraubers sind auf seine Hauptrolle U - Bootjagd ausgelegt. In dieser Rolle dient der Hubschrauber als verlängerter Arm des Schiffes, dessen Fähigkeiten er wesentlich um seine eigene Reichweite, seine Geschwindigkeit und Flexibilität erhöht. Der Sea Lynx ist ausgerüstet mit einem tiefenvariablen Sonar für aktive und passive Ortung, sowie mit zwei Torpedos zur U-Bootbekämpfung.
Landung SEA LYNX MK 88A auf Fregatte F 212 KARLSRUHE.
Anmerkung: Die mit *) gekennzeichneten Bilder sind Beispiele und stammen nicht von Bord der Fregatte F 212 KARLSRUHE.
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10. Die Kommandanten der Fregatte F 212 KARLSRUHE seit Indienststellung am 19. April 1984
Foto: WZ vom 24.4.2004 (20 Jahre Fregatte „Karlsruhe“)
Im Bild: stehend v.l.n.r.: FKpt. Reinhold Siener (6.), Kpt.z.S. Norbert Lux (4.), FKpt. Jürgen Looft (7.), Kpt.z.S. Richard Himstedt (2.), Kpt.z.S. Eckhard Dröge (3.) - vorn: Kpt.z.S.a.D. Peter Hoffmann (1.) und FKpt. Joachim Gutow (8.). Es fehlt (dienstl. in USA) FKpt. Karl-Wilhelm Bollow (5.).
01. FKpt. Peter Hoffmann Kommandant F 212 KARLSRUHE: 10.83 – 10.86 → 36 Monate (einschließlich Erprobung 10.83 – 03.84)
02. FKpt. Richard Himstedt Kommandant F 212 KARLSRUHE: 10.86 – 07.89 → 33 Monate
Hinweis: Eine genaue Analyse zur bisher längsten Verwendung als Kommandant Fregatte F 212 KARLSRUHE seit 1984 siehe "EXTRA´s KAR 2" - Pkt. 23
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11. Wissenswertes über die EU-Mission NAVFOR ATALANTA zur Piratenbekämpfung vor der Küste Somalias Stand:Oktober 2009
Die EU NAVFOR Somalia – Operation Atalanta ist eine multinationale Mission der EU zum Schutz der freien Seefahrt und zur Bekämpfung der Piraterie vor der Küste Somalias, am Horn von Afrika und im Golf von Aden. Die Küste vor Somalia gilt als eines der gefährlichsten Gewässer der Welt. Besonders im Golf von Aden – zwischen dem Jemen und dem Norden Somalias –, der eine zentrale Schifffahrtslinie vor allem für Öllieferungen aus dem Nahen Osten bildet, ist der Schutz der Handelsschiffe notwendig. Die Mission ist die erste Marineoperation in der Geschichte der EU.
Die Abkürzung NAVFOR steht für Naval Forces (dtsch. etwa: „Seestreitkräfte“) Der Operationsname Atalanta(auch: ATALANTA)leitet sich von der gleichnamigen jungfräulichen Jägerin aus der griechischen Mythologie ab.
Anfang November 2008 beschloss die Europäische Union im Rahmen der Mission EU NAVFOR Somalia (Operation Atalanta) Kriegsschiffe und Soldaten zur Bekämpfung der Piraterie vor die Küste Somalias zu entsenden und die bisherige NATO-Operation Allied Provider mit Schiffen der Standing NATO Maritime Group 2 (SNMG 2) abzulösen. Die EU-Operation begann am 8. Dezember 2008 mit französischen und britischen Schiffen und ist zunächst auf einen Zeitraum von zwölf Monaten begrenzt. An ihr nehmen mindestens sechs Schiffe sowie Aufklärungsflugzeuge teil. Die eigentliche Operation begann am 8. Dezember 2008 mit der Begleitung des WFP (Welternährungsprogramm) -Schiffes MV SEMLOW von Mombasa nach Mogadischudurch die britische Fregatte SMS NORTHUMBERLAND.
Der Auftrag des Marineverbands ist der Schutz humanitärer Hilfslieferungen nach Somalia, der Handelsseefahrt im Golf von Aden und die Bekämpfung jeglicher Piraterie. Laut Beschluss des Rats der Europäischen Union vom 10. November 2008 ist die Mission zur Abwehr von Überfällen auf See zu allen notwendigen Mitteln (robustes Mandat) befugt, um ihre Aufgabe durchzusetzen.
Die rechtliche Grundlage der EU-Operation „Atalanta“/NAVFOR bilden das allgemeine Völkerrecht, das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen von 1982, die Bestimmungen der Resolutionen 1814 (2008), 1816 (2008),1838 (2008) und 1846 (2008) des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen (UNSC), die Gemeinsame Aktion 2008/851/GASP des Rates der Europäischen Union vom 10. November 2008 und ggf. weitere multilaterale Vereinbarungen.
Zu Beginn der Operation am 08.12.2008 verpflichten sich folgende Staaten am Einsatz im ersten Jahr teilzunehmen: Belgien, Deutschland, Griechenland, Frankreich, Niederlande, Spanien, England und Schweden.
Erster Operation Commander ist der britische Konteradmiral Philip Jones (Berufung am 8. November 2008), das Operations-Hauptquartier befindet sich in Northwood/England. Vor Ort wird der Verband im viermonatigen Wechsel durch Griechenland, Spanien und die Niederlande geführt. Erster Kommandeur ist der griechische Flottillenadmiral Antonios Papaioannou (Berufung am 8. November 2008). Ihm folgte Mitte April 2009 der spanische Kapitän z.S. Juan Garat Caramé.
Die deutsche Beteiligung erfolgte ab 22. Dezember 2008 durch Beschluss des Bundestages vom 19. Dezember 2008. Der Schwerpunkt des deutschen Beitrags liegt im Schutz für die Schiffe des "Welternährungsprogramms", auch durch Einsatz „von bewaffneten Kräften an Bord dieser Schiffe“, insbesondere wenn sie die Hoheitsgewässer Somalias durchqueren. Darüber hinaus sollen die deutschen Kräfte „im Einzelfall und bei Bedarf zivilen Schiffen im Operationsgebiet“ Schutz gewähren und zur „Überwachung der Gebiete vor der Küste Somalias, einschließlich der somalischen, sowie „zur Abschreckung, Verhütung und Beendigung von seeräuberischen Handlungen oder bewaffneten Raubüberfällen, die im Operationsgebiet begangen werden könnten“ beitragen. Das Mandat schreibt eine Personalobergrenze von 1.400 Soldaten vor und legt als Einsatzgebiet das Seegebiet und den Luftraum vor Somalia bis zu 500 Seemeilen vor der Küste und seiner Nachbarländer fest. Es ist zeitlich zunächst bis zum 15. Dezember 2009 begrenzt.
Fünf statt bisher 3,5 Millionen Quadratkilometer soll das Einsatzgebiet für die „Anti-Piraterie-Mission Atalanta“ der Europäischen Union zukünftig umfassen. Diese Erweiterung des Seegebietes bis zu den Seychellen hat das Bundeskabinett am 27. Mai beschlossen. Die Zustimmung durch den Deutschen Bundestag erfolgte am 18. Juni 2009.
Bislang umfasste das Seegebiet der Anti-Piraterie-Mission den Golf von Aden und das Seegebiet vor der Küste Somalias und Kenias, rund 500 Seemeilen hinaus auf den Indischen Ozean. Mit der Ausweitung umfasst das Operationsgebiet nun rund 700 Seemeilen hinaus in den Indischen Ozean.
Nationale Unterstützungselemente (Logistik, Truppenverwaltung, sanitätsdienstliche Unterstützung), die in der Region zur Unterstützung deutscher Kräfte aus der Operation Enduring Freedom (OEF) in Dschibuti eingesetzt sind, können zur Unterstützung von Kräften der EU-Mission NAVFOR, Operation „Atalanta“, herangezogen werden.
Als erstes Schiff der Deutschen Marine nimmt ab 22. Dezember 2008 die Fregatte F 212 KARLSRUHE an der EU-Mission ATALANTA/NAVFOR teil.
Fregatte F 212 KARLSRUHE wurde am 8. Februar 2009 von Fregatte F 209 RHEINLAND-PFALZ abgelöst.
An Bord des neuen Flaggschiffes des Verbandes, der spanischen Fregatte F 83 NUMANCIA, übertrug der stellvertretende Befehlshaber des OHQ in Northwood, der französische Konteradmiral Jean Pierre Labonne Mitte April 2009 das Kommando vom bisherigen Verbandsführer, Kommodore Antonios Papaioannou - genannt "Papa" - (li.) auf seinen Nachfolger, den spanischen Kapitän zur See Juan Garat Caramé (re.).
Kapitän zur See Garat wird bis August 2009 das Kommando inne haben, um anschließend von einem niederländischen Verbandsführer abgelöst zu werden.
Am 13. Aug. 2009 Kommandowechsel (für die nächsten vier Monate) vom spanischen KzS Garant an den niederländischen Commodore Pieter Bindt (r.).
Fregatte F 212 KARLSRUHE löst am 18. Sept. 2009 Fregatte F 215 BRANDENBURG bei EU NAVFOR ATALANTA ab. Der zweite Einsatz bei der EU-Mission wird bis Ende Oktober dauern. F 212 KARLSRUHE operiert parallel auch für die OEF.
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12. Gedenken an SMS Kleiner Kreuzer KARLSRUHE (I)
15. 03.2009/PIZ Marine – Östlich der Insel Trinidad, Position 11°7 Nord / 55°25 West, mit stark verlangsamter Fahrt gleiten die Schiffe des Einsatz- und Ausbildungsverbandes durch das leicht bewegte und azurblaue Wasser des westlichen Atlantiks. Die Schiffe fahren dichter beieinander als sonst, das Flaggschiff, die Fregatte F 219 SACHSEN, in der Mitte, eingerahmt von der Fregatte F 214 LÜBECK und dem Einsatzgruppenversorger A 1412 FRANKFURT AM MAIN.
Besatzungen in Passieraufstellung angetreten.
Die Besatzungen der beiden außen fahrenden Schiffe sind in ihrer weißen Ausgehuniform auf der zur SACHSEN gewandten Seite in Passieraufstellung angetreten. Auf dem Flugdeck der SACHSEN stehen die Besatzung des Schiffes und der Stab des Verbandes ebenfalls in Weiß angetreten. Alle sind sehr feierlich und besinnlich. Der Trompeter spielt „Ich hatte einen Kameraden“ und ein Kranz versinkt in den Fluten des Meeres.
Diese Position zu überfahren war für den Einsatz- und Ausbildungsverband etwas Besonderes. Hier sank vor 95 Jahren der Kleine Kreuzer SMS KARLSRUHE und riss 263 Männer mit sich in die Tiefen des Atlantiks. Warum es zu einer Explosion im vorderen Bereich des Schiffes kam, konnte nie geklärt werden, ausgeschlossen wird jedoch, dass er durch gegnerische Schiffe versenkt wurde.
SMS Kleiner Kreuzer KARLSRUHE (I) war in Friedenszeiten von Kiel aus aufgebrochen, um die Südamerika Station zu übernehmen und fand sich dann kurz nach ihrer Ankunft in der Karibik mitten im Ersten Weltkrieg wieder. Hier hatte die KARLSRUHE den Auftrag, möglichst viele gegnerische Schiffe zu versenken, was ihr auch gelang. Während der Gedenkfeier für die verstorbenen Seeleute appellierte der Kommandeur des Einsatz- und Ausbildungsverbandes Kapitän zur See Jens Beckmann an die Besatzungen, sich dieser Leistungen immer bewusst zu werden, was es heißt seine Menschlichkeit auch in den Schrecken und der Not des Krieges zu bewahren. Hierbei hob er hervor, dass insbesondere die Solidarität und Kameradschaft unter Seefahrern aller Nationen bis heute die Ideale eines jeden Seemanns sein sollen. „Alle Seefahrer teilen das gleiche Schicksal und kennen die gleichen Nöte, aber auch die gleichen Freuden“, so Beckmann.
Die Deutsche Marine pflegt das Andenken an SMS KARLSRUHE damit, dass mittlerweile das fünfte Schiff mit dem Namen Karlsruhe im Dienst ist. Die Fregatte F 212 KARLSRUHE (V) ist seit 1984 beim 4. Fregattengeschwader in Wilhelmshaven beheimatet und feiert 2009 ihr 25. Jahr im Dienst der Flotte.
Die letzten Töne des Trompeters verklingen und werden vom Brummen der Maschinen und dem Rauschen des Wassers verschlungen. Der Kranz versinkt in den Fluten, ein paar Blütenblätter treiben noch auf dem schäumenden Heckwasser der Fregatte SACHSEN. Die Besatzungen treten wieder weg. Eine auch für die jungen Soldatinnen und Soldaten bewegende Gedenkfeier ist vorbei. Eine Gedenkfeier für völlig unbekannte Angehörige einer anderen Deutschen Marine, aber sie waren Seeleute, genau wie die Besatzungen der drei Schiffe des Einsatz- und Ausbildungsverbandes.
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13. Ab Saisonbeginn 2010neues "altes" Fahrgastschiff im Karlsruher Rheinhafen
FGS KARLSRUHE wird ausgemustert Nachfolger des FGS KARLSRUHE ...
... wird das gebrauchte Passagierschiff "WAPPEN VON BONN" (im Bild links), das ab der Saison 2010 unter anderem Namen im Karlsruher Rheinhafen zum Einsatz kommt. Das Passagierschiff „Wappen von Bonn" (Bau-Nr. 112) wurde 1988/1989 auf der Lux-Werft in Niederkassel-Mondorf gebaut und am 22. April 1989 getauft und in Dienst gestellt.
Das neue "alte" Schiff hat eine Länge von 46m. Die Breite beträgt 10,5m und der Tiefgang 1,20m. Der Antrieb erfolgt durch zwei MAN-Dieselmotoren von je 385 PS, die rheinaufwärts eine Höchstgeschwindigkeit von 15km/h ermöglichen.
Der großzügig angelegte Innenraum ist luxuriös und behaglich ausgestattet.
Insgesamt stehen in den Salons und auf dem Freideck ca.400 Sitzplätze zur Verfügung.
Über die weitere Verwendung des „alten“ FGS KARLSRUHE Baujahr 1972 (im Bild links) ist noch nicht entschieden. Ebenso über die Namensgebung für das „neue“ Schiff. Sicher ist nur, dass das Schiff nicht mehr "Wappen von Bonn" heißen wird. Hierzu haben sich die Karlsruher Rheinhäfen vertraglich verpflichtet.
Nachtrag: Das "neue" Fahrgastschiff (FGS) im Karlsruher Rheinhafen startet am 27. März 2010 unter dem Namen KARLSRUHE - in meiner Schiffsliste FGS KARLSRUHE (2) mit der Nr. 41 - in die Saison 2010.
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14. Interview mit einem Karlsruher auf KARLSRUHE
ka-news, Karlsruhe (Lukas Hollerbach) – KptLtn. Matthias Schütte ist nicht nur Karlsruher, sondern war auch als Erster Führungsmittel- und Waffeneinsatzoffizier auf der Fregatte "Karlsruhe" in Somalia und dem Golf von Aden im Einsatz. Der Kapitänleutnant berichtet am 17./18. April 2009 im ka-news-Interview von Kampfeinsätzen mit Piraten, der Rettung von Flüchtlingen und Weihnachten auf hoher See, wie seine Crew Piraten entwaffnete, somalischen Flüchtlingen das Leben rettete und warum er immer noch stark mit Karlsruhe verbunden ist. Foto: F 212/ka-news
ka-news: Sie haben in Karlsruhe Abitur gemacht. Sind Sie auch in Karlsruhe aufgewachsen? Matthias Schütte: Ich bin in Hannover geboren, aber in Karlsruhe aufgewachsen. Als ich zehn Jahre alt war, ist unsere Familie nach Karlsruhe umgezogen und ich habe die gesamte Gymnasialzeit hier verbracht. Unter anderem war ich Mitglied des Karlsruher Kammerchors, Schülersprecher am Helmholtz-Gymnasium und Mitglied des Blasorchesters des Badischen Konservatoriums. Insgesamt war es also eine sehr prägende Zeit meines Lebens, die ich in Karlsruhe verbracht habe.
ka-news: Wohin hat Sie Ihre vierjährige Tätigkeit auf deutschen U-Booten geführt und was war in dieser Zeit Ihr "Heimathafen"? Matthias Schütte: Die U-Boot der deutschen Marine sind in Eckernförde stationiert. Ich wurde bereits zwei Mal im Rahmen der Operation "Active Endeavour" im östlichen Mittelmeer eingesetzt. Während der Einsätze war ich hauptsächlich in türkischen und griechischen Marinehäfen, aber auch in Tanger, Marokko, und Rota, Spanien. Außerdem war ich zu Torpedoschießübungen und Manövern in Norwegen, Dänemark, Südengland und Schottland.
ka-news: Was waren Ihre Aufgaben als Erster Führungsmittel- und Waffeneinsatzoffizier (I FWO) an Bord der „Karlsruhe“? Matthias Schütte: Als I FWO bin ich vorrangig für die U-Bootjagd an Bord verantwortlich. In Übungen oder im Ernstfall bedeutet dies, dass ich in der Operationszentrale das U-Bootjagdteam leite, dafür die beiden Bordhubschrauber einsetze und das Schiff fahre. Im "normalen" Seebetrieb – wenn also gerade keine U-Boote zu jagen sind – leite ich eine der drei Wachen in der Operationszentrale. Hier ist es meine Aufgabe, die ständige Verteidigungsbereitschaft des Schiffes sicherzustellen und den fahrenden Wachoffizier auf der Brücke in nautischer und seemännischer Hinsicht zu beraten. Außerdem war ich als Gefechts-Wachoffizier eingesetzt. Im Falle einer Annäherung an ein verdächtiges Fahrzeug habe ich auf der Brücke als Wachoffizier das Schiff gesteuert.
ka-news: Die "Karlsruhe" ist der "Mission Atalanta" unterstellt worden, womit sich ja auch Ihr Dienst an Bord bis zum 28. Februar dieses Jahres verlängerte. Wie empfanden Sie das? Matthias Schütte: Die "Karlsruhe" wurde am 19. Dezember 2008 als erstes deutsches Schiff der "Operation Atalanta" unterstellt. Diese Verlängerung kam für die Besatzung nicht völlig überraschend, da uns die Schiffsführung bereits frühzeitig darüber informiert hatte, dass wir für eine eventuelle EU-Mission ausgewählt werden würden. Trotzdem kristallisierte sich erst Anfang Dezember endgültig heraus, dass wir bis Ende Februar im Einsatz sein würden. Vor allem die Wartezeit und die Ungewissheit, mit der jedes Besatzungsmitglied klar kommen musste, war hart, da man insgeheim immer hofft, doch noch an Weihnachten zu Hause zu sein. Außerdem war es sehr unbefriedigend, den unterstellten Soldaten keine umfassenden Antworten auf die zahlreichen Fragen geben zu können.
ka-news: Diese Mission war doch bestimmt spannender und zugleich heikler als Ihre vorherigen Einsätze? Matthias Schütte: Als der Einsatzbefehl kam, war ich fast ein bisschen erleichtert, weil endlich klar war, wie die Seefahrt weiter verlaufen würde. Angst vor einem robusten Einsatzmandat hatte ich nicht – im Gegenteil: Durch unsere Erfahrungen, die wir bereits während der Teilnahme an einem ständigen Einsatzverband der NATO in diesem Gebiet sammeln konnten, war mir klar, dass die Handelsschiffe dankbar dafür sein würden, dass sich Kriegsschiffe im Seegebiet aufhalten, die ihnen im Notfall zur Hilfe kommen. Außerdem war ich froh, dass wir mit einem umfassenden Mandat ausgestattet wurden, das uns die Möglichkeit gab, etwas gegen die Piraten unternehmen zu können.
ka-news: Wie war es, Weihnachten und Silvester - mit den Kameraden, aber ohne Familie - auf der "Karlsruhe" zu verbringen? Matthias Schütte: Die Feiertage an Bord haben wir uns schön gestaltet: An Heiligabend haben wir nach dem Nachmittagsgottesdienst, den der eingeschiffte Militärpfarrer hielt, auf dem Flugdeck Tische und Bänke aufgebaut. Aus der Patenstadt waren uns Kekse und Weihnachtsgebäck zugeschickt worden - die haben wir gemeinsam gegessen, Kaffe getrunken und dem Krippenspiel zugeschaut, das ein Teil von uns aufführte. Danach gab es Würstchen und Kartoffelsalat und abends haben wir uns mit einem kleinen Kreis von Offizieren in der Offiziermesse getroffen, um gemeinsam unsere Geschenke auszupacken - das war sozusagen ein bisschen "Familie" an Bord. Silvester lag das Schiff in Salalah im Oman und wir hatten eine große Silvesterparty mit Buffet, Konfetti, Luftschlangen und Bowle an Bord – also alles was dazu gehört. Im Nachhinein betrachtet war es eine schöne und interessante Erfahrung, die Feiertage an Bord mit den Kameraden zu verbringen, auch wenn natürlich besonders an Heiligabend und zum Jahreswechsel meine Freundin und die Familie sehr gefehlt haben.
ka-news: Wie haben Sie die Vorkommnisse am 25. Dezember vergangenen Jahres erlebt, als der Notruf des ägyptischen Frachters "Wadi Al Arab" auf der "Karlsruhe" einging und Sie ausrücken mussten? Matthias Schütte: Am ersten Weihnachtstag hatten wir uns eigentlich auf einen besinnlichen Feiertag gefreut - bis der Notruf an Bord einging und wir auf Station gerufen wurden. Danach lief alles genauso ab, wie wir es vorher unzählige Male geübt hatten - es war kaum Zeit, sich Gedanken über die Situation zu machen. Anscheinend war das Handelsschiff von Piraten angegriffen worden und es hatte einen Schussverletzten an Bord gegeben. Als unser Hubschrauber "Captain Hook" vor Ort war, meldete er, dass sich ein Skiff direkt an der "Wadi Al Arab" befand, welches jedoch sofort abgedreht hatte, als es den Hubschrauber bemerkte. Also konzentrierten wir uns zunächst auf die Rettung und Versorgung des Verletzten. Dann wurde der zweite Bordhubschrauber klar gemacht, der den Ersten Offizier, den Schiffsarzt und zwei Mann des Boardingteams als Schutz zur "Wadi Al Arab" transportierte. An Bord des Handelsschiffes stellte der Schiffsarzt fest, dass der Verletzte aufgrund des hohen Blutverlustes inzwischen in Lebensgefahr schwebte und sofort zu einer Not-Operation an Bord unseres Schiffes gebracht werden musste. Die unverzüglich eingeleitete mehrstündige OP verlief erfolgreich und der Verletzte konnte stabilisiert werden – er war außer Lebensgefahr. "Captain Hook" bekam derweil den Befehl, vor seiner Rückkehr noch einmal einen Suchkreis um den Ort des Überfalls zu fliegen. Und tatsächlich gelang es den Piloten, das Skiff wiederzufinden und die "Karlsruhe" fuhr mit Höchstfahrt in Richtung der angegeben Position. Nachdem wir das Skiff erreicht hatten, befahl der Sprachmittler den Piraten, alle Waffen von Bord zu werfen, was sie bereitwillig taten. Wir konnten zusehen, wie eine Panzerfaust, mehrere Sturmgewehre, Pistolen und zahlreiche Munition von Bord geworfen wurden. Auf Befehl des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr ließen wir jedoch nach der Entwaffnung die Piraten in Richtung Jemen wegfahren. Erst hinterher wurde mir bewusst, dass wir den ersten Piratenangriff während der EU-Operation auf ein Handelsschiff erfolgreich abgewehrt hatten. Das schwer verletzte Besatzungsmitglied war gerettet, wurde in ein Krankenhaus an Land ausgeflogen und die "Wadi Al Arab" konnte ihre Fahrt sicher fortsetzen. Es war ein Gefühl großer Erleichterung und auch Stolz auf die gemeisterte Situation.
ka-news: Wie ist Rettung der somalischen Flüchtlinge am 13. Januar abgelaufen? Matthias Schütte: Die Rettung der Flüchtlinge verlief dagegen relativ unspektakulär. Nachdem "Captain Hook" auf einem seiner Patrouillenflüge ein Skiff mit zahlreichen Personen an Bord meldete, entschied der Kommandant, eine Kontaktaufnahme durchzuführen. Beiboot "Karlchen" wurde klar gemacht und der Erste Offizier und das Boardingteam fuhren zur Befragung der Besatzung hinüber. Je dichter "Karlchen" dem Skiff kam, desto mehr Köpfe wurden über der Bordwand sichtbar und schließlich zählten wir 40 Personen in dem total überladenen Boot, das orientierungslos im Meer trieb. Unter den Personen an Bord, die alle seit längerem nichts mehr gegessen und getrunken hatten, waren Frauen und Kinder. Der Kommandant entschied sich, das Boot bis zur Grenze der jemenitischen Hoheitsgewässer zu begleiten und es dort an die Küstenwache zu übergeben. Es war ein bedrückendes Gefühl, die vielen Menschen in dem viel zu kleinen Boot zu sehen, die sich von einer Flucht in den Jemen ein besseres Leben erhofften. Da der Kompass ihres Skiffs defekt war, wären sie wahrscheinlich noch tagelang herumgefahren, ohne Land zu sehen. Immerhin konnten wir sie mit Wasser und Lebensmitteln versorgen und haben ihnen so das Leben gerettet. Ein bitterer Beigeschmack blieb trotzdem, weil die Zukunft der Menschen sehr ungewiss war – doch mehr konnten wir in diesem moment nicht für sie tun.
ka-news: Wie haben Ihre Familie und Ihre Freundin auf die Nachricht von dem verlängerten Einsatz reagiert? Matthias Schütte: Meine Freundin und meine Familie waren natürlich nicht besonders angetan davon, dass ich auch über Weihnachten und Silvester im Einsatz bleiben musste, vor allem da wir ja schon am 24. August ausgelaufen waren - zu diesem Zeitpunkt war ich also schon vier Monate unterwegs. Die Sorge um meine persönliche Sicherheit ist natürlich immer da gewesen, da zu Beginn eines Einsatzes niemand das vorhandene Gefahrenpotential einschätzen kann. Wie würden die Piraten auf uns reagieren? Würde es zu Schusswechseln kommen? Wie werden wir als Besatzung auf verwundete Kameraden reagieren? Hatten die vielen Übungen uns ausreichend vorbereitet? Ich habe versucht, mich nach einer kritischen Situation immer so schnell wie irgendwie möglich zu Hause zu melden - möglichst bevor in der Presse etwas bekannt wurde. Das ist auch fast immer gelungen. Außerdem hat der tägliche E-Mail-Kontakt, in dem man seinen Tagesablauf schildern konnte, dazu beigetragen, ein Gefühl der Sicherheit und der Zusammengehörigkeit aufrecht zu erhalten. So konnte ich aus der Ferne am täglichen Leben teilhaben und Probleme konnten diskutiert werden. Ich war also nicht völlig "aus der Welt“. Trotzdem sind sechs Monate eine sehr lange Zeit und man braucht ein paar Wochen, um sich wieder an das Leben zu Hause und an die vertrauten Personen zu gewöhnen. Ich denke aber, dass es für die Daheimgebliebenen noch härter ist als für uns als Besatzung. Wir sind mit Leuten unterwegs, die in der gleichen Situation leben und mit denen man über Probleme sprechen kann. Zu Hause sitzt meine Freundin alleine in der gemeinsamen Wohnung, lebt ihr normales Alltagsleben und bekommt nur bruchstückhaft erzählt, was im Einsatz so passiert. Natürlich redet sie darüber mit ihren Eltern und Freunden, aber so richtig nachvollziehen können das nur wenige. Das ist eine sehr schwierige Situation für beide Seiten, die erst jetzt nach meiner Rückkehr langsam aufgearbeitet werden kann.
ka-news: Inwieweit sind Sie noch mit Ihrer Heimat Karlsruhe verbunden und was mögen Sie am meisten an der Stadt? Matthias Schütte: Ich habe immer noch eine enge Bindung an meine Heimatstadt und bin mehrere Male im Jahr dort. Meine Eltern wie auch die Eltern meiner Freundin wohnen in Karlsruhe und mein Bruder lebt in der Nähe von Baden-Baden. Außerdem habe ich noch viel Kontakt zu alten Schulfreunden, die zum Großteil ebenfalls noch in Karlsruhe wohnen. Sie waren natürlich während des Einsatzes sehr interessiert daran, zu erfahren, was ihr Karlsruher auf der "Karlsruhe" so zu berichten hat. Um so schmerzlicher ist es, wenn man dann an liebgewordenen Traditionen nicht teilnehmen kann - wie dem alljährlichen Treffen auf dem Christkindlesmarkt. Aber in diesem Jahr werden wir die ausgefallenen Treffen an Ostern nachholen. Weitere Gründe, um nach Hause zu kommen, sind natürlich "Das Fest", das Altstadtfest in Durlach oder sonstige Punkte des umfangreichen Festkalenders, an denen man Freunde und Bekannte treffen kann. Ich freue mich immer, wenn ich in die Heimat zurückkomme. Denn obwohl ich schon seit zwölf Jahren nicht mehr zu Hause wohne, verbinde ich immer noch ein Heimatgefühl mit Karlsruhe. Dieses Gefühl von Heimat, das mir meine Familie und Freunde, die Stadt und die Menschen vermitteln, das mag ich am liebsten an Karlsruhe.
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15. Vor 120 Jahren eroberte "Karlsruhe" die Weltmeere
Zwischen 1888 und 1891 ließ der Norddeutsche Lloyd (NDL) bei der britischen Werft Fairfield in Glasgow insgesamt acht Passagierdampfer der damaligen Städte-Klasse bauen.
Die Nummer drei in dieser Schiffsfamilie war der Passagierdampfer KARLSRUHE, der historisch als erstes Schiff zu betrachten ist, welches den Namen Karlsruhe über die Weltmeere trug.
Am 31. August 1889 lief Passagierdampfer „Karlsruhe“ in der Werft von Fairfield in Glasgow vom Stapel. Das Schiff kann man aus heutiger Sicht auch als einen frühen Vorläufer eines „Kombi – Frachter“ bezeichnen, der sowohl Passagiere als auch Ladung befördern konnte. Das Schiff war aus stabilen Stahlplatten gefertigt und verfügte bereits über Dynamos zur Versorgung der meisten Räume mit elektrischem Licht. Auch sorgten die modernen elektrischen Ventilatoren, besonders bei Reisen in tropische Zonen, für einen angenehmeren Aufenthalt in den Kammern und Salons. Die Kabinen für 44 Gäste der I. Klasse befanden sich im Achterdeck. Mittschiffs fanden 36 Passagiere der II. Klasse Aufnahme. Die Mehrzahl der Reisenden wurde in zwei Decks entlang der gesamten Schiffslänge untergebracht
Am 5. Oktober 1989 übernahm der Norddeutsche Lloyd „Karlsruhe“ und fertigte den Dampfer bereits am 10. November des gleichen Jahres zur Jungfernreise von Bremerhaven an den Rio de la Plata (Montevideo) in Uruguay ab. Trotz des extrem schweren Novemberwetters in der Biskaya bewährte sich der Neubau bereits bei dieser Reise in hervorragender Weise. Im Februar 1890 wurde „Karlsruhe“ erstmals auf der Bremerhaven – Baltimore – Route nach Nordamerika eingesetzt. Bei diesen Reisen über den Atlantik wurde auch New Yorck angelaufen. Im September 1892 stand Sydney/Australien auf dem Programm. Ende Januar 1894 schließlich dampfte das Schiff von der Weser in den fernen Osten nach Shanghai/China.
Dampfer „Karlsruhe“ erfüllte bereits 1889 hohe Sicherheitsanforderungen
An Bord der Schiffe des NDL waren nach den Weisungen der Reederei peinlichste Vorkehrungen zur Sicherheit der Fahrgäste zu treffen. Die Besatzung musste z.B. bei regelmäßigen Feuerlöschübungen und Manövern zur Bedienung der Rettungsboote stets aufs neue beweisen, das sie alle denkbaren Gefahrensituationen im Griff hat. Die stählernen Rettungsboote konnten bis zu 80 Personen aufnehmen und waren zur besseren Schwimmfähigkeit zusätzlich mit Luftkästen ausgestattet. Ihre ständige Ausrüstung bestand aus Kompaß, Rudern, Mast, Segeln, Öl und Notproviant (Hartkeks und Trinkwasser). Auf der „Karlsruhe“ konnten die Rettungsboote mittels einem vom NDL entwickelten und patentiertem neuartigen Gerät (einem sogen. Davit) besonders schnell ausgesetzt werden. Nach den Bedienungsvorschriften musste die Dampferbesatzung ein Rettungsboot durch einen einzigen Hebelzug nach außen schwingen und binnen elf Sekunden zu Wasser bringen können. Sofort nach dem Auslaufen wurde die Belegung der Boote für Passagiere und Besatzungsmitglieder festgelegt, damit jeder wusste, wo er im Notfall seinen Platz findet. Dieser Notfall ist glücklicherweise für Passagiere und Besatzung in den vielen Jahren seiner Bestimmung niemals eingetreten. Der robuste Dampfer zeigte sich stets zuverlässig nur von seinen guten Seiten und blieb auch von den Gewalten der Weltmeere verschont.
Zwischen der Jungfernfahrt 1889 und der letzten Reise im Frühjahr1908 wurden vom Schiff des Norddeutschen Lloyd mit Heimathafen Bremerhaven im Wechsel Linien nach Nord- und Südamerika, Fernost und Australien bedient. Dabei lief „Karlsruhe“ u. a. so bedeutende Häfen wie New York, Baltimore, La Plata (Montevideo), Shanghai und Sydney an und machte dort den Namen der Stadt Karlsruhe bekannt. Die „Stammroute“ der „Karlsruhe“ aber war Südamerika. Von Bremerhaven nach Montevideo waren dabei immerhin je Reise etwa 13650 Seemeilen, oder umgerechnet ca. 25000 km, zurück zu legen.
Grüße von Bord des Dampfers „Karlsruhe“ vom 26. November 1902 aus New York.
Im Frühjahr 1908 musste Passagierdampfer „Karlsruhe“ dann Platz machen für eine neue, modernere Schiffsgeneration. Am 25. Mai 1908 wurde das Schiff endgültig aus der Flotte des NDL ausgemustert und in Lemwerder/Weser bei Bremen verschrottet.
Ausführliche Angaben zum Passagierdampfer „Karlsruhe“ von 1889 und weiteren 39 Schiffen mit Namen „Karlsruhe“ gibt es im Buch „Karlsruhe in der Welt – zu Lande, zu Wasser und in der Luft“ von Klaus Lehmann (ISBN 3-8334-3674-3), erhältlich im Internet (www.libri.de) und im Buchhandel für 27,90 Euro.
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16. Ein viertel Jahrhundert Fregatte F 212 KARLSRUHE - ein Rückblick
Rückblick auf die Dienstjahre der Kreuzer und Fregatten KARLSRUHE (I-V) Seit 1914 war es noch keinem Kriegsschiff KARLSRUHE vergönnt, den 25. Jahrestag seiner Indienststellung in den Deutschen Marinen zu begehen.
Fregatte F 212 KARLSRUHE (V): seit 19. April 1984 bisher >25 Jahre
Fregatte F 212 KARLSRUHE (V) begehtam 19. April 2009 in der nach dem Typschiff benannten "Bremen-Klasse" (Klasse 122) nach F 207 BREMEN (07.05.2007), F 208 NIEDERSACHSEN (15.10.2007), F 209 RHEINLAND-PFALZ (09.05.2008) und F 210 EMDEN (07.10.2008) alsfünftes Schiff der Deutschen Marine den 25. Jahrestagder Indienststellung. Am 19.10.2009 folgt noch F 211 KÖLN und erst am 03.10.2015 F 212 AUGSBURG bzw. am 10.03.2015 als letzte Einheit der "Bremen-Klasse" F 214 LÜBECK.
Bleibt zu hoffen, das Fregatte F 212 KARLSRUHE (V) auch den 30. Jahrestag als Schiff der Deutschen Marine erlebt und darüber hinaus der Traditionsname KARLSRUHE in der Deutschen Marine durch ein Kriegsschiff KARLSRUHE (VI) erhalten bleibt.
Am 11.11.2012 (Taufe Kleiner Kreuzer KARLSRUHE I am 11.11.1912) wird die Patenschaftder Stadt Karlsruhezu bisher fünf Kriegsschiffen in den Deutschen Marinen ein Jahrhundertjubiläumfeiern. Aus heutiger Sicht wird die Besatzung der Fregatte F 212 KARLSRUHE (V) diesen Termin ebenso wahrnehmen, wie auch am 19. April 2014 das 30. Jubiläum als immer noch aktives Schiff der Deutschen Marine. Weitergehende Planungen (Verwendung) sind nicht bekannt.
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Rückblick auf die bisherigen Dienstjubiläen der Fregatte F 212 KARLSRUHE Im bisherigem Lebenslauf der Fregatte F 212 KARLSRUHE (V) sind offizielle Feierlichkeiten aus Anlaß von Dienstjubiläen seit dem „15. Geburtstag der Indienststellung“ anno 1999 archiviert. Warum z. B. der „10. Geburtstag“ nicht gefeiert wurde, ist nicht bekannt.
Am 24. April 1999 wird der 15. Jahrestag der Indienststellung der Fregatte F 212 KARLSRUHE (V) im Gorch-Fock-Haus in Wilhelmshaven mit aktiven und ehemaligen Besatzungsangehörigen und einer starken Delegation aus der Patenstadt Karlsruhe feierlich begangen.
Am 23. April 2004 feiert die Besatzung der Fregatte F 212 KARLSRUHE (V) den 20. Jahrestag der Indienststellung mit einem Festakt im Gorch-Fock-Haus in Wilhelmshaven. Neben aktiven und ehemaligen Besatzungsangehörigen nimmt auch eine „Busladung“ Karlsruher aus der Patenstadt an der Veranstaltung teil.
In Karlsruhe wird aus Anlaß des 20. Jahrestags der Indienststellung der Fregatte F 212 KARLSRUHE (V) in den Räumen des Landesgewerbe-amt, Dirktion Karlsruhe, vom 13.5. - 29.5.12004 eine Ausstellung gezeigt. Neben dem Themenschwerpunkt „Einblicke in das Bordleben“ wird auch auf die Historie zu den bisherigen fünf Patenschiffen der Stadt Karlsruhe seit 1912 hingewiesen.
Die Ausstellung wurde von der Besatzung der Fregatte F 212 KARLSRUHE (V) und vom "Karlsruher Freundeskreis" mit Unterstützung des Patenschaftsbüro (im Bild 2.v.l. Frau Andrea Faltermeier) der Stadt Karlsruhe organisiert und betreut.
Der Beitag zur "Historie" wurde von Klaus Lehmann, Bad Herrenalb, zusammengestellt.
Ausstellungseröffnung am 13. Mai 2004: Der Karlsruher OB Heinz Fenrich (2.v.r.) im Bereich "Historie".
"Alte Männerfreunde": Der Erstkommandant der Fregatte F 212 KARLSRUHE (V) K.z.S.a.D. Peter Hoffmann (04/84 - 10/86) Wilhelmshaven (li.) und Klaus Lehmann, Bad Herrenalb.
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F 212 KARLSRUHE 25 Jahre im Einsatz für NATO, UN und EU In den vergangenen 25 Jahren war Fregatte F 212 KARLSRUHE an fast allen Unternehmungen und Einsätzen der Deutschen Marine im Rahmen der NATO, UN und EU beteiligt. Schiff und Besatzung haben im In- und Ausland einen ausgezeichneten Ruf. Weltweite Beachtung fanden u. a. humanitäre Einsätze zur Rettung Schiffbrüchiger im Indischen Ozean während der „Operation Enduring Freedom“ (OEF) und jüngst die erfolgreiche Vertreibung von Piraten im Rahmen der EU-Mission „Atalanta“. Mehrere tausend Marinesoldaten haben seit 1984 darüber hinaus als „Botschafter in Blau“ die Bundesrepublik Deutschland, die Deutsche Marine und den Namen der Patenstadt Karlsruhe in vielen Häfen der Welt würdig vertreten.
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Fregatte F 212 KARLSRUHE - Besondere Auffälligkeiten nach Beendigung des „Kalten Kriegs“. Bis zur Beendigung des „Kalten Kriegs“ zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt Ende 1990 erfüllte Fregatte F 212 KARLSRUHE überwiegend Aufgaben im Bündnis der NATO. Über die Teilnahme an nationalen und internationalen Manövern wurde öffentlich nur wenig bekannt.
Erst in den Jahren danach wurde die Verwendung der Fregatte F 212 KARLSRUHE auch für die Öffentlichkeit transparenter. Über einige ausgewählte „Premieren“ innerhalb der Deutschen Marine und Ereignisse mit weltweiter Beachtung bei verschiedenen Einsätzen der Fregatte F 212 KARLSRUHEwirdan dieser Stelle aus Anlaß des „25. Jubiläums der Indienststellung“ am 19. April 2009 beispielhaft berichtet:
1991: „Glockenfahrt“ – bisher einmalig in der Deutschen Marine Vom 11. Oktober bis 16. Oktober 1991 fuhr Fregatte F 212 KARLSRUHE nach Kingston upon Hull (GB), um die von britischen Tauchern geborgene Schiffsglocke des am 21. Juni 1919 in Scapa Flow durch die Kaiserliche Marine selbst versenkten Kleinen Kreuzer KARLSRUHE (II) nach einer 72-jährigen Odysse wieder nach Hause zu holen.
Nach gründlicher Restauration in der Patenstadt Karlsruhe hat die Schiffsglocke des Kleinen Kreuzer KARLSRUHE (II) seit 1992 in der O-Messe der Fregatte F 212 KARLSRUHE (V) wieder einen angemessenen Ehrenplatz gefunden.
1993: Fregatte F 212 KARLSRUHE auf kleiner Kanalfahrt.Während Einsatz für die Standing Naval Force Mediterranean (STANAVFORMED) – auch SNFM – vom 9. August bis 20. Dezember 1993 durchfuhr Fregatte F 212 KARLSRUHE als erstes Schiff der Klasse 122 am 5. Oktober 1993 den Kanal von Korinth.
1994: Fregatte F 212 KARLSRUHE auf großer Kanalfahrt -Erste Äquatortaufe Während der „Operation Southern Cross“ (German Task Group 501.02) war Fregatte F 212 KARLSRUHE an der Rückführung von etwa 1400 deutschen Blauhelm-Soldaten aus Somalia beteiligt. Die Evakuierung der Heeressoldaten erfolgte aus Mogadischu (Somalia) auf dem Seeweg nach Mombasa (Kenia) und Djibouti. Von dort erfolgte der Rücktransport nach Deutschland mit Flugzeugen der Luftwaffe. Dieser Einsatz (1. Februar bis 14. April 1994) war der erste in der Geschichte der Bundeswehr, in dem außerhalb des Gebiets der NATO alle drei Teilstreitkräfte der Bundeswehr zusammen arbeiteten. Während dieses Einsatzes durchfuhr Fregatte F 212 KARLSRUHE am 9./10. Februar 1994 zum ersten Mal mit Kurs Süd den Suezkanal. Die erste Überquerung des Äquators für Schiff und die damalige Besatzung erfolgte am 19. Februar 1994.
Eine weitere Besonderheit nur für diesen Einsatz war eine Zusatzbewaffnung auf dem „Dach“ des Hubschrauberhangars. Die damalige Besatzung nannte die Kanone "Goalkeeper".
2003: Einmalig in der deutschen Marine – Bordstempel aus Karlsruhe Während des „Christkindlesmarkt“ vom 27.November – 23.Dezember 2003 bezog für einige Tage eine Weihnachtsabordnung der Fregatte F 212 KARLSRUHE direkt vor dem Rathaus der Patenstadt einen Stand. Eine besondere Attraktion der Besatzung für die Besucher des Karlsruher Weihnachtsmarktes war die Abgabe eines Bordstempels (Cachet) unter dem Slogan: „Fregatte KARLSRUHE zum Weihnachtsmarkt 2003 in der Patenstadt Karlsruhe“.
2005: Fregatte F 212 KARLSRUHE rettet Schiffbrüchige
Während Zugehörigkeit zur amerikanisch geführten „Taskforce 150“, dem maritimen Anteil der Operation „Enduring Freedom 2005“ (OEF), vom 19. März – 16. September 2005 findet Fregatte F 212 KARLRUHE weltweite Beachtung durch zwei humanitäre Einsätze in somalischen Gewässern und vor Oman zur Rettung arabischer Schiffbrüchiger aus Seenot.
2006/07 (1): Fregatte F 212 KARLSRUHE erstes Schiff der Klasse 122 bei UNIFILL Vom 21. September 2006 bis 10. März 2007 gehört Fregatte F 212 KARLSRUHE zum 1. Kontingent der Deutschen Marine bei UNIFIL. Offiziell ausgewiesen als Schiff der UN.
2006/07 (2): Exkommandant Fregatte F 212 KARLSRUHE wird zum Admiral befördert Vom 04.95– 03.97 ist Fregattenkapitän Karl-Wilhelm Bollow als Kommandant der Fregatte F 212 KARLSRUHE der 25. Kommandant der Kriegsschiffe KARLSRUHE (I–V) seit Indienststellung des Kleinen Kreuzers KARLSRUHE (I) am 15.1.1914.
Am 1. Oktober 2006 übernimmt Kapitän zur See Karl-Wilhelm Bollow (li) in Wilhelmshaven das Kommando über die Einsatzflottille 2 von Flottillenadmiral Hans-Jochen Witthauer.
Der Befehlshaber der Flotte, Hans-Joachim Stricker (re), befördert den Commander Task Force 448 (UNIFIL) vor der Küste des Libanon an Bord der Fregatte F 216 SCHLESWIG-HOLSTEIN, Karl-Wilhelm Bollow, am 16. Juli 2007 zum Flottillenadmiral.
2008: Fregatte F 212 KARLSRUHE im robusten Einsatz gegen Piraten vor Somalia Fregatte F 212 KARLSRUHE ist das erste Schiff der Deutschen Marine, das durch Beschluß des Deutschen Bundestags vom 19. Dezember 2008 mit einem Mandat für einen robusten Einsatz (Waffengebrauch zulässig) bei der "EU-NAVFOR Somalia" eingesetzt wurde.
Hinweis an Bord Fregatte F 212 KARLSRUHE.
2008/09: Erstmalig in der Deutschen Marine: Eine Reise – Drei Verwendungen für Fregatte F 212 KARLSRUHE Nach Auslaufen am 24. August 2008 läuft Fregatte F 212 KARLSRUHE am 28. Februar 2009 nach 189 Tagen Abwesenheit wieder in den Heimathafen Wilhelmshaven ein. Die Besonderheit dieser Reise bestand in drei Verwendungen während einer Reise: Zuerst für die NATO bei SNMG 2, danach für die von den USA geführte OEF und zum Schluß für die EU-NAVOR Somalia (ATALANTA).
Darüber hinaus hat die Besatzung der Fregatte F 212 KARLSRUHE (V) in der Festschrift aus Anlaß "25. Jahrestag der Indienststellung" weitere bedeutende Einträge aus dem "Logbuch F 212" aufgezeichnet.
Hinweis: Besuchen Sie auch Link: "EXTRAS´s KAR 2", Pkt. 22 - dort biete ich u.a. interessante statistische Betrachtungen zum bisherigen Lebenslauf Fregatte F 212 KARLSRUHE.
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17.Pressespiegel zum "25. Jahrestagtag der Indienststellung Fregatte F 212 KARLSRUHE"
Über das Ereignis haben umfangreich u.a. berichtet: "BNN" Karlsruhe, "Der SONNTAG" Karlsruhe, "Stadtzeitung" Karlsruhe, "Karlsruhe news", "WZ" Wilhelmshaven, "PIZ Marine". Viele weitere Meldungen konnten im Internet gelesen werden.
Für alle, die "rund um den Termin" des "25. Jahrestag der Indienststellung der Fregatte F 212 KARLSRUHE (V)" keinen direkten Zugriff auf die lokale Presse in Karlsruhe und Wilhelmshaven hatten, habe ich die Presseberichte an dieser Stelle in voller Textlänge - ausgestattet mit zusätzlicher Bebilderung - den Besuchern meiner Seite zum "nachlesen" zur Verfügung gestellt. Das hat "viel Platz" und Speicherkapazität beansprucht.
Hinweis: „Nichts ist älter, als was gestern in der Zeitung stand"! Mein vorübergehendes Serviceangebot habe ich deshalb wieder gelöscht. Die wesentlichen Inhalte und Aussagen des "Pressespiegel" finden sich an anderen Stellen meines Angebot zum bisherigen Lebenslauf der Fregatte F 212 KARLSUHE (V) und in der 2. Auflage meines Buch: "KARLSRUHE eine Stadt - fünf Schiffe"!
Nachfolgend ausgewählte "Belege" zur Berichterstattung aus Karlsruhe und Wilhelmshaven (in Vergrößerung bedingt zum "nachlesen" geeignet:
WZ Wilhelmshaven vom 15. April 2009
Der SONNTAG Karlsruhe vom 19. April 2009
BNN Karlsruhe vom 20.April 2009
WZ Wilhelmshaven vom 20. April 2009
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18. Festschrift zum "25. Geburtstag der Indienststellung Fregatte F 212 KARLSRUHE"
Titelblatt der Festschrift aus Anlaß des 25. Jahrestag der Indienststellung der Fregatte F 212 KARLSRUHE am 18./19. April 2009 in Wilhelmshaven und Jever.
Impressum: Redaktion: KptLtn. Böning Beiträge: Helmut Barz Kay Elzner Dipl.-Ing. Klaus Lehmann
Inhalt:
Grußwort Oberbürgermeister Stadt Karlsruhe Grußwort Kommandeur der Einsatzflottille 2 Grußwort Kommandeur 4. Fregattengeschwader Grußwort Kommandant Vorstellung der Fächerstadt Blick in die Historie Kleiner Kreuzer Karlsruhe I Kleiner Kreuzer Karlsruhe II Leichter Kreuzer Karlsruhe III Fregatte Karlsruhe IV Die Kommandanten der Fregatte Karlsruhe V Die Ersten Offiziere der Fregatte Karlsruhe V Fregatte Karlsruhe V Die Geburtsstunde des Freundeskreises *) Von der Volksmarine zur Deutschen Marine *) Reisebericht 2008/09 *) Glückwunsch *) Übersicht über die bedeutendsten Ereignisse der Fregatte Karlsruhe V
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Nachfolgend oben ausgewählte Beiträge*) aus der Festschrift anläßlich "25. Geburtstag der Indienststellung Fregatte F 212 KARLSRUHE" zum nachlesen!
Hinweis: Die wiedergegebenen Beiträge wurden ohne Sinnentstellung redaktionell bearbeitet und mit zusätzlichen Fotos aus meinem Archiv bildlich aufgewertet.
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Die Geburtsstunde des "Freundeskreises der Fregatte Karlsruhe" von StBtsm.a.D. Helmut Barz, Karlsruhe
Begonnen hat alles damit, dass der Verfasser, ein ehemaliger Marineangehöriger mit Dienstort Karlsruhe im Jahr 1978 vom Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Firma Siemens zu einem Abend in die Räume der Brauerei Binding eingeladen wurde. Dort war eine Delegation der Fregatte KARLSRUHE IV unter der Führung des damaligen Kommandanten, Fregattenkapitän Gerhard Kähler, zu Gast. Der Siemensvertreter, Rolf Schuh, selbst ehemaliger Marineangehöriger im zweiten Weltkrieg und damals Fregattenkapitän d. R. der Bundesmarine kümmerte sich bei den Patenschaftsbesuchen schon seit längerer Zeit intensiv um die Patenschaftspflege und scharte schon damals „Fans“ und „Sympathisanten“ der Marine im allgemeinen und der Fregatte „Karlsruhe“ im besonderen um sich.
In memoriam Rolf Schuh * 13.5.1924 – † 23.3.1998 Nach seiner Pensionierung erkrankte er schwer und verstarb nach langem Leidensweg.
Da ich mich schon während der Krankheit von Herrn Schuh nebenbei um den oben genannten Personenkreis mit Unterstützung verschiedener Sponsoren kümmerte, rutschte ich immer mehr in die Funktion eines Organisations- und Verbindungsmannes zwischen der Stadt Karlsruhe und der Fregatte „Karlsruhe“. So organisierte ich die so genannten „Fregattenabende“, allerdings immer mit einem Sponsor als Gastgeber. Zuletzt waren das nur noch die Brauereien Binding und Moninger.
Als wieder mal so ein Abend zu organisieren war und wir bei dieser Gelegenheit dam damaligen Patenschaftsoffizier, Leutnant zur See Thomas Cornelius, als Dank für seine hervorragende Arbeit ein Abschiedsgeschenk machen wollten, musste ich die Eingeladenen um eine finanzielle Spende für das Geschenk bitten. Die Reaktion war überwältigend. Ich konnte nicht nur ein tolles Stück von der Majolika erwerben, sondern es blieb darüber hinaus sogar noch ein ordentlicher Betrag übrig. Als bald darauf wieder ein „Fregattenabend“ organisiert werden sollte und ich die Teilnehmer wieder um einen Kostenbeitrag bitten musste, kam erneut ein beachtlicher Überschuss heraus. Das beunruhigte mich dann doch relativ stark; denn ich sah meinen angeblich noch guten Ruf in Gefahr. Also musste ich nach einem Gremium fahnden, das bereit war, mich bei der Verwendung des Geldes zu kontrollieren.
Ich wurde fündig und konnte den ehemaligen Regimentskommandeur des Fernmelderegiment 12, Herrn Oberst Werner Fricke, den damaligen Ersten Polizeihauptkommissar Herrn Hans Mücke, den stellvertretenden Verwaltungschef des Badischen Staatstheaters, Herrn Klaus Essig und den ehemaligen Bundesanwalt mit maritimer Vergangenheit, Herrn Gerhard Völz, für meine Idee begeistern. Einig waren wir uns alle, dass kein eingetragener Verein gegründet werden sollte. Unser Jurist schlug daher die Rechtsform einer „Gesellschaft bürgerlichen Rechts“ (GbR) vor.
Alle waren einverstanden und so wurde nach einigen Sitzungen am 18. November 1997 die:
„Gesellschaft zur Förderung des Freundeskreis der Fregatte Karlsruhe“
(GzFdFKdFK) gegründet.
Jetzt fehlte eigentlich nur noch der Freundeskreis. Die zuvor auch eingeladenen Karlsruher Bürger wurden durch ein Informationsschreiben der Gesellschaft auf die neue Situation aufmerksam gemacht. Und jeder hatte die Möglichkeit dem Freundeskreis beizutreten. Dazu meldeten sich etwa 90 Interessierte. Ein sehr illusterer Kreis aus allen Bevölkerungsschichten. Auch der Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe, Herr Heinz Fenrich und der damalige Generalbundesanwalt, Herr Kay Nehm, ein Reserveoffizier, ließen es sich nicht nehmen, mit vielen anderen Bürgern Angehörige dieses Freundeskreises zu werden.
Der „Freundeskreis der Fregatte Karlsruhe“ war geboren.
Das auch aktive und ehemalige Besatzungsangehörige der Fregatte „Karlsruhe“ dem Freundeskreis angehören wollten war uns anfänglich nicht bewusst. Der damalige Kommandant, Fregattenkapitän Reinhold Siener, äußerte diesen Wunsch – denn die Zugehörigkeit ermögliche weiterhin Kontakt zur Patenstadt, der schönen Stadt Karlsruhe im Herzen von Europa, zu haben. Nicht umsonst heißt der Werbeslogan der Stadt:
„Karlsruhe kennen – Karlsruhe lieben!"
Mittlerweile sind alle ehemaligen Kommandanten und auch drei ehemalige Patenschaftsoffiziere Angehörige des Freundeskreises, der sich inzwischen auf 123 Personen erweitert hat.
Nun haben wir 2007 bereits das 10-jährige Jubiläum erreicht und rückblickend stelle ich fest, das es eine Freude war diese Jahre zusammen mit den anderen Gesellschaftern und dem Freundeskreis die Patenschaft zwischen der der Stadt Karlsruhe und der Fregatte „Karlsruhe“ mit vielen Ideen, Initiativen und Veranstaltungen begleitet zu haben.
An dieser Stelle möchte ich hier einmal den Polizeisportverein Karlsruhe hervorheben, der schon seit Jahrzehnten unermüdlich Ski- (seit 1977) und Tennisfreizeiten (seit 1987) für Besatzungsangehörige der Fregatte „Karlsruhe“ organisiert.
Hoffen wir, dass die Marine den Namen „Karlsruhe“ nicht aussterben lässt und somit noch einige Jahre hinzu kommen.
Helmut Barz StBtsm a.D.
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Von der Volksmarine zur Deutschen Marine von OBtsm. d.R. Kay Elzner Maler und Illustrator, Oschersleben
„Fidelitas“ heißt Treue und das internationale Rufzeichen der Fregatte Karlsruhe DRAV bedeutet „Dem Ruf allzeit verpflichte“. Der Wappenspruch der Patenstadt Karlsruhe und damit auch des Schiffes sowie die Auslegung des Rufzeichens sind Synonyme einer Tradition, die sich über fünf Generationen von Karlsruhe-Fahrern entwickelt hat.Eine wesentliche Rolle spielt dabei auch der „Freundeskreis der Karlsruhe“, dem Bürger der Stadt, Mitglieder der Marinekameradschaft, Familienangehörige der Besatzung und auch aktive Reservisten angehören. Kay Elzner ist einer von ihnen. Er war Obermaat auf einem Minensucher der Volksmarine und wechselte nach der Wiedervereinigung in die Deutsche Marine.Vor etwa 15 Jahren führte ihn sein Dienst direkt vom Fachlehrgang 1 an der Marineunteroffizierschule in Plön auf die Fregatte Karlsruhe nach Wilhelmshaven. Das Schiff befand sich mitten in einem der ersten Auslandseinsätze der Bundeswehr, der Operation Sharp Guard, einergemeinsamen Operation der NATO und der Westeuropäischen Union. Sie begann offiziell am 15. Juni 1993 und löste die separaten Operationen Maritime Guard (NATO) und Sharp Fence (WEU) ab. Die Missionen im Rahmen Sharp Guard endeten am 19. Juli 1996. Offiziell liefen sie aber noch bis zum 2. Oktober 1996. Ziel der Mission war das Durchsetzen der Wirtschaftssanktionen und des Waffenembargos gegen Jugoslawien. Die Operation wurde durch mehrere UN-Resolutionen gedeckt.Im Rahmen der Operation in der Adria wurden mehr als 74.000 Schiffe angehalten, fast 6.000 Schiffe auf See kontrollier (Inspektion an Bord) und fast 1.000 zu einer Inspektion in einen Hafen umgeleitet. Als Nebenprodukt iher Überwachungs- und Abfangaufgaben hat Sharp Guard kriminelle Aktivitäten auf See behindert, darunter z.B. Drogenhandel, Menschenhandel und illegalen Waffentransport sowie deren Unterstützungsstrukturen.
Auf Grund der harten Arbeit an Bord, die unter schwierigsten Wetterbedingungen erfolgte, hatte ich schnell die Möglichkeit, mich einzubringen und mir Anerkennung und Respekt zu verdienen. Die Integration an Bord lief für mich als ehemaligen NVA-Angehörigen ohne Vorbehalte, schneller und reibungsloser als ich es unter den damaligen Umständen für möglich gehalten hätte.Ein Jahr später, im Jahre 1994, konnten sich Schiff und Besatzung bei der größten Evakuierungsaktion der Deutschen Marine seit dem Zweiten Weltkrieg beweisen. Die Fregatte Karlsruhe war beteiligt an der Operation Southern Cross, der heißen Evakuierung des deutschen Kontingents aus Beletwen und Mogadischu/Somalia; die integriert war in die Operation UNOSOM II. Das Boarding- Team des Schiffes, dessen Mitglied ich war, beteiligte sich während des Transfers freiwillig, auch an Land, mit Hilfs- und Sicherungsmaßnahmen: Im gleichen Jahr führte die Besatzung die ersten „scharfen“ Boardings, diesmal innerhalb der Standing Naval Force Atlantic (STANAVFORLANT), wieder vor der Küste des ehemaligen Jugoslawiens durch und kontrollierte dort zahlreiche Schiffe in der Straße von Otranto.
Als sich das Ende meiner Dienstzeit näherte, entschloss ich mich, der Deutschen Marine und damit auch „meinem“ Schiff als Reservist treu zu bleiben. Zur gleichen Zeit nahm ich Verbindung zur Marinekameradschaft meiner Heimatstadt Oschersleben auf. Seit 1996 bin ich nun Reservist und Mitglied der MK Oschersleben und absolviere regelmäßig Wehrübungen auf der Karlsruhe. Dies führte auch zu engen Kontakten zwischen Besatzung der Fregatte und der MK aus Sachsen-Anhalt.Interessant ist es auch, den Generationswechsel und die Entwicklung auf der Fregatte Karlsruhe zu beobachten. Im Verhältnis zu einem langjährigen Reservisten wird die Besatzung natürlich immer jünger. Ich stelle aber fest, dass die jungen Besatzungen mit unglaublichem Enthusiasmus und Tatendrang an die gestellten Aufgaben herangehen und sie lösen. Als Reservist kann man sein Wissen und seine Erfahrungen an diese jungen Menschen weitergeben und wird als Ausbilder und Vorgesetzter akzeptiert. Auch die Weiterbildungsmöglichkeiten in der Laufbahn der Portepeeunteroffiziere konnte ich nutzen.
Das war von großem Vorteil für meine letzte Wehrübung. Einzelausbildung zur Vorbereitung auf GOST, das German Operation Seatraining in Großbritannien war angesagt. Notfall- und Gefechtsübungen, die in ihrer Intensität den Einzelnen und das Team an die Grenzen führten. Ein Großteil der Besatzung war zu dieser Zeit neu an Bord. Dies war eine gute Gelegenheit, die Besatzung zu einem Team zusammen zu schweißen. Ausbildungsschwerpunkte waren Sanitätsausbildung, Versorgung auf See, ABC-, Leck- und Brandabwehr, Seemannschaft, Dienst in der OPZ und das Einschießen der neuen Marineleichtgeschütze (MLG). Besonderen Herausforderungen mussten sich die Soldaten der Schiffssicherung und des Antriebsabschnitts stellen. Sie sind allerdings schweißtreibende Lagen gewöhnt und meisterten sie deshalb mit kreativen Ansätzen und hohem fachlichen Können.
Bei der Besichtigung durch den Kommandeur der Einsatzflottille 2 wurden der Leitung Fregatte „Karlsruhe“ einige meiner maritimen Illustrationen (z. B. für das Buch von Klaus Lehmann: „Karlsruhe eine Stadt – fünf Schiffe“) übergeben. Die Leistung der Besatzung fand lobende Anerkennung und es wurde so manches „Bravo-Zulu“ ausgesprochen.
Durch den Dienst an Bord wird man teamfähig. Diese Eigenschaft ist heute im Berufsleben selten geworden. Firmen entsenden ihre Führungskräfte in so genannt „Abenteuercamps“, um ein neues „Wir-Gefühl“ zu schaffen. In der Marine ist das Alltag. An Bord von Schiffen und Booten ist das Team und die gelebte Kameradschaft absolute Grundlage für das Gelingen aller Vorhaben.Für viele Reservisten ist es nicht einfach, Wehrübungen mit dem Berufsleben zu koordinieren. Für mich stellt sich dieses Problem aber nicht. Als freischaffender Illustrator und Maler bin ich unabhängig. Die Wehrübungen an Bord geben mir die Möglichkeit, persönliche Eindrücke und Erfahrungen in Illustrationen und maritime Projekte einzubringen.
Die Fregatte „Karlsruhe“ und ihre Besatzung wird auch zukünftig, da bin ich mir ganz sicher, ein erfolgreicher Botschafter der Deutschen Marine gemäß ihrem Wahlspruch DRAV sein.
Kay Elzner OBtsm. d.R.
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Die Reise von F 212 2008/09
Das stolzeste aller Kriegsschiffe, die Fregatte Karlsruhe, lief am 24. August 2008 zu einer knapp viermonatigen Reise Richtung Mittelmeer und Persischer Golf aus. Ursprünglich um an UNIFIL…ähem…OEF, … SNMG 2, … OEF, …, nee, dann doch SNMG 2 … und OEF und ATALANTA und OAE teilzunehmen. Für die Unwissenden: „4 Monate“ sind je nach Definition 121 oder 189 Tage lang. Erste Station der reise war Rota/Spanien, vom 31.08.08 bis 08,09.08, wo sich die Karlsruhe mit ihrem internationalen Freundeskreis aus den USA, der Türkei, Großbritannien, Griechenland unsere deutschen Versorgerkumpel des Tender Rhön und den Kriegern aus dem ehemals glorreichen Römischen reich traf, um unter der „Führung“ letzterer nach einigen Manövern im Mittelmeer den arabisch sprechenden Raum zu erkunden. Nach Rota führte der Weg für zwei Halte nach Cartagena/Spanien, vom 13.09.08 bis 14.09.08 und 19.09.08 bis 21.09.08. Dort wurden in den kulturellen Stätten Bande geknüpft, die zumindest für die Dauer eines Abends vom gemeinsamen westlich-europäischen Geiste zeugten. In Anschluss daran konnten die Besatzungen in Catania/Sizilien, vom 25.09.08 bis 26.09.08 die Schönheit des „Paten-Eilands“ bewundern, um sich dann im operativen Highlight der Tour, der Übung „Noble Midas“, auszutoben. Von den Strapazen dieser Schleiferei konnte sich in Souda auf Kreta/Griechenland vom 09.10.08 bis 13.10.08 erholt werden. Für ausreichend ruhe sorgten die Sicherheitsvorkehrungen der Base. Am 16.10.08 passierte der Verband den Suezkanal südwärts, um die ICI-Mission (Istanbul Cooperation Initiative) der NATO zu erfüllen. Nach Proviantübernahme in Djibouti/Djibouti am 20.10.08 machte der Verband am 29.10.08 in Manama/Bahrain fest … zumindest das, was von dem Verband übrig geblieben war. Unsere Kameraden aus Großbritannien und Griechenland hatten sich frühzeitig der Piratenjagd gewidmet und als Bahrain am 01.11.08 verlassen wurde, waren auch die Türken plötzlich weg. Dessen ungeachtet stach die Karlsruhe – ganz deutsche Zuverlässigkeit – nur noch mit der Rhön und amerikanischer Unterstützung in See, um den Kuwaitis die NATO näher zu bringen.
Dieses Vorhaben wurde zwischen dem 04.11.08 und 09.11.08 in Kuwait City/Kuwait umgesetzt, gekrönt von einer rauschenden Force Reception an Bord unseres Schiffes. Es gab zwar nur noch wenig „Force“, die hätte beherbergt werden können, dafür aber umso mehr externe Gäste in orientalischem Gewand und Leckereien für die eigene Besatzung – nach offiziellem Ende der Veranstaltung. Schweren Herzen verließ die Beatzung Kuwait und bereitete sich gewohnt fleißig auf den Aufenthalt in Doha/Qatar vor. In Steigerung der anfangs der Tour notwendigen mediterranen Gelassenheit, wurde dort von uns die arabische Gelassenheit entdeckt … das Einlaufen fand nicht statt. Nicht weiter schlimm, denn nach einem Grillabend auf dem Flugdeck mit Kameraden der Bundespolizei See wurden wir aus der bedeutungsschwangeren ICI-Reise entlassen und verlegten nach Safaga/Ägypten. Dort wurde vom 20.11.08 bis 30.11.08 ein Nachversorgungsaufenthalt durchgeführt, um Fregatte Karlsruhe für ein Zwischenspiel bei OEF und die sich langsam abzeichnende Operation ATALANTA zu rüsten. Zwei weitere Stops in Djibouti (03.12.08 – 05.12.08 und 15.12.08 – 18.12.08) folgten und dann wurde Fregatte Karlsruhe als erste deutsche Einheit der EU NAFOR ATALANTA unterstellt.
Der Bundesminister der Verteidigung und zahlreiche Mitglieder des deutschen Bundestags sagten uns vom 22.12.08 bis zum 23.12.08 Dank für bisher Geleistetes und wünschten Glück für Kommendes, so dass anschließend für eine Weihnacht in See ausgelaufen werden konnte. Am 25.12.08 kamen wir der „Wada al Arab“ tatkräftig zu Hilfe und retteten einem von Piraten angeschossenen Seemann das Leben. Eine Ruhepause über Sylvester wurde der Karlsruhe in Salalah/Oman vom 29.12.08 bis 03.01.09 gegönnt, um anschließend in einen weiteren ereignisreichen Seetörn zu starten. Djibouti war uns vom 21.01.09 bis 24.01.09 erneut Ort der Nachversorgung. In der Zeit vom 05.02.09 bis zum 08.02.09 … richtig, in Djibouti .. übergaben wir uns operationell an die Fregatte Rheinland-Pfalz, die und nun würdig am Horn von Afrika vertreten will. Der Transit durch das Rote Meer und den Suezkanal verlief unkompliziert und der Wechsel von der Operation ATALANTA zu Active Endeavour ging beinahe fließend ineinander über. Im schönen Valetta auf Malta war es vom 15.02.09 bis zum 18.02.09 allen möglich, sich wieder an europäische Gepflogenheiten zu gewöhnen. Die maltesische Wirtschaft wird es uns danken.
Danach stand uns nur noch ein Bunkerstop in Rota bevor, bis wir dann nach „4 Monaten“ am 28. Februar 2009 um 10:00 Uhr wieder in Wilhelmshaven am Liegeplatz „WE“ der Westmole eingelaufen sind. Spaß hatten wir jedenfalls, trotz oder wegen allem … und unserem Motto „DRAV – Dem Ruf Allzeit Verpflichtet“ sind wir mehr als einmal gerecht geworden. Safeguard, ohne Scheiß!
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Glückwunsch von Klaus Lehmann, Bad Herrenalb
In den vergangenen 25 Jahren haben mehrere tausend Marinesoldaten seit 1984 als „Botschafter in blau“ die Bundesrepublik Deutschland, die Deutsche Marine und den Namen der Patenstadt Karlsruhe in aller Welt würdig vertreten
Die intensiv gelebte Patenschaft zwischen der Stadt Karlsruhe und der Besatzung der Fregatte „Karlsruhe“ genießt mehrheitlich bei Karlsruher Bürgern und in der Deutschen Marine einen hohen Stellenwert.
Schiff und Besatzung für die nächsten Dienstjahre „Allzeit gute Fahrt, immer „eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“ und stets „eine glückvolle Heimkehr“.
Hinweis zum "Druckfehlerteufel": In der Bildüberschrift (oben in Zeile 3) muß es selbstverständlich richtig heißen: 19. April 1984 - 19. April 2009!
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19. Fotostrecke zum "25. Geburtstag der Indienststellung Fregatte F 212 KARLSRUHE"
Einladung zum Ereignis:
Persönliche Einladung von Kommandant und Besatzung zum 25. Geburtstag am 18./19. April 2009 nach Wilhelmshaven und Jever.
Logo zum "25. Geburtstag" in den Farben der Patenstadt Karlsruhe mit dem Motto: EIN VIERTEL JAHRHUNDERT - FREGATTE KARLSRUHE
Persönliche Anmerkung: Leider mußte ich absagen. Wilhelmshaven und Jever liegen altersbedingt für mich inzwischen "außer Schußweite". In Gedanken und mit einem kräftigen Schluck aus der Pulle habe ich am feierlichen Ereignis in Gedanken dennoch teilgenommen.
Mit diesem Cachet leistet die Besatzung der Fregatte F 212 KARLSRUHE ihren Beitrag für die Freunde von Marineschiffspost (MSP) aus Anlaß des "25. Geburtstag der Indienststellung“.
Fotostrecke
... vom "open ship" im Marinestützpunkt Wilhelmshaven am 18. April 2009 ...
... und der Festveranstaltung im "Schützenhof", Jever, am 18./19. April 2009 aus Anlaß des "25. Jahrestag" der Indienststellung Fregatte F 212:
Das "Geburtstagskind" am 18. April 2009 an der Pier im Marinestützpunkt Wilhelmshaven.
Fregattenkapitän und Kommandant Hans-Joachim Kuhfahl und Bürgermeister Wolfram Jäger mit dem Gästebuch der Fregatte F 212 KARLSRUHE (V). Foto: Liane Wilhelm, Stadt Karlsruhe
Eintrag im Gästebuch F 212: "Als Ausdruck einer lebendigen Patenschaft freue ich mich zusammen mit den Delegationsmitgliedern den 25. Jahrestag der Indienststellung feierlich gemeinsam begehen zu können." gez. Wolfram Jäger
Der Karlsruher Bürgermeister Wolfram Jäger (links), Leiter der offiziellen Delegation der Stadt Karlsruhe, mit Fregattenkapitän Hans-Joachim Kuhfahl an Bord F 212 KARLSRUHE. Foto: WZ
Das Karlsruher Stadtwappen auf der Bordkanone der Fregatte F 212 KARLSRUHE.
An der Festveranstaltung nimmt auch eine "Busladung" des Karlsruher Freundeskreis teil.
Willkommen an Bord !
Gespräche mit Kommandant FKpt. Kuhfahl.
Ansprache von Fregattenkapitän und Kommandant Fregatte F 212 KARLSRUHE, Hans-Joachim Kuhfahl.
Ansprache von Bürgermeister Wolfram Jäger, Delegationsleiter der offiziellen Abordnung der Stadt Karlsruhe.
Übergabe des "Geburtstagsgeschenk" der Stadt Karlsruhe - eine neue Stadtfahne. Foto: Liane Wilhelm, Stadt Karlsruhe
Im Bild (l.) der Geschäftsführer des "Freundeskreis der Fregatte Karlsruhe", StBtsm.a.D. Helmut Barz.
Einblick in den dekorierten Festsaal im "Jägerhof" von Jewer.
OBtsm. d.R. Kay Elzner (l.), heute freischaffender Maler und Illustrator, übergibt ein von ihm geschaffenes Erinnerungsgeschenk an den "Präsident der PUO-Messe" der Fregatte F 212 KARLSRUHE - seinem ehemaligen Schiff.
Das Original des Erinnerungsgeschenk: @ by Kay Elzner, Oschersleben
Der Reservist Kay Elzner mit aktiven Soldatinnen der Fregatte F 212 KARLSRUHE.
Herzlichen Dank für die Bereitstellung von Fotos an: Jörg Henke, Weimar (6); Kay Elzner, Oschersleben (3); Rüdiger Homberg, Stadt Karlsruhe (1); und Liane Wilhelm, Stadt Karlsruhe (3).
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20. 160 Jahre deutsche Marinen - ein historischer Rückblick seit 1848
Die Namen deutscher Marinen –von der „Reichsflotte“ (1948) bis zur „Deutschen Marine“ (seit 1990)
Die erste Marine der deutschen Marinegeschichte wurde während der bürgerlich-demokratischen Revolution von 1848/49 am 14. Juni 1848 von der Nationalversammlung in der Paulskirche in Frankfurt am Main gegründet und Reichsflotte genannt. Aus diesem Grund begeht auch die heutige Deutsche Marine am 14. Juni eines jeden Jahres ihren "Geburtstag"!
Zum ersten Befehlshaber der Reichsflotte mit Heimathafen in Brake wurde Konteradmiral Karl Brommy (1804 – 1860) ernannt.
Die historischen Namen der deutschen Marineverbände seit 1848 lauten:
Reichsflotte (1848 bis 1853)
Der Zusammenbruch der Revolution von 1848/49 verhinderte, dass aus den zu diesem Zeitpunkt vorhandenen Schiffsbeständen jemals eine Reichsflotte wurde, da die verabschiedete Reichsverfassung nicht in Kraft treten konnte. 1852/53 wurden die gesamten Schiffsbestände in Brake, Bremerhaven und Vegesack versteigert.
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Marine des Norddeutschen Bundes (1866 bis 1871)
Ein Teil der 1852/53 versteigerten Schiffe wurde von der Preußischen Marine weiter verwendet, die wiederum 1867 - nach dem preußisch-österreichischen Krieg - in die Marine des Norddeutschen Bundes einging.
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Kaiserliche Marine (1871 bis 1918)
Durch die Proklamation des deutschen Kaiserreiches im Spiegelsaal von Versailles wurde aus der Marine des Norddeutschen Bundes die Kaiserliche Marine, die unter Wilhelm I. und Otto von Bismarck ein eher bescheidenes Dasein fristete.
Wilhelm II, der 1888 deutscher Kaiser wurde, besaß eine ausgesprochene Marineaffinität. Es war sein erklärtes Ziel, eine starke Flotte zu erschaffen, die Deutschlands Seegeltung zum Ausdruck bringen sollte. Mit der Kurzformel: "Weltmacht als Ziel, Weltpolitik als Aufgabe und Flotte als Instrument" kann die Zielsetzung wilhelminischer Flottenpolitik, die durch Admiral von Tirpitz, seit 1897 Staatssekretär im Marineministerium, seine praktische Ausgestaltung erfuhr, pointiert ausgedrückt werden. Die sich verschärfende Konkurrenz zwischen Großbritannien und dem Deutschen Kaiserreich gipfelte letzthin in einem ungehemmten Wettrüsten zur See, welches politisch durch Flottengesetze von deutscher Seite abgesichert war und von der deutschen Bevölkerung ebenso euphorisch begleitet wurde, wie der überseeische Aufbau deutscher Schutz- und Kolonialgebiete. Mit Kriegsausbruch im August 1914 wurde die Kaiserliche Marine konzeptionell auf eine harte Bewährungsprobe gestellt. Anfang 1915 scheiterte die Idee des Kreuzerkrieges.
Erfolgreich war allerdings der Kleine Kreuzer KARLSRUHE (I), der als "Gespensterkreuzer" in karibischen Gewässern in die Marinegeschichte einging.
Die deutsche Hochseeflotte in Wilhelmshaven konnte ihren Auftrag, eine Entscheidungsschlacht gegen die Marine Großbritanniens in der Deutschen Bucht zu führen, nicht erfüllen. Dramatische Lebensumstände an Bord der Hochseeflotte führten im Jahr 1917 zu Flottenunruhen, die Mannschaften verweigerten sich und meuterten. Diese Meuterei war Anlass für den Ausbruch der Revolution in Deutschland, die letzthin das Ende des Deutschen Kaiserreiches besiegelte. Mit der Selbstversenkung der von den Alliierten internierten deutschen Flotte in Scapa Flow am 21. Juni 1919 wurde der Gipfelpunkt traumatischer Erlebnisse der Kaiserlichen Marine und deren Ende bewirkt.
In Scapa Flow sank auch der Kleine Kreuzer KARLSRUHE (II) durch Selbstversenkung der eigenen Besatzung.
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Reichsmarine (1919 bis 1935)
Aufgrund der Ereignisse während des Ersten Weltkrieges wurde in der neu gegründeten Weimarer Republik bereits frühzeitig die Frage nach dem Sinn einer deutschen Marine gestellt. Man entschied sich - auf der Grundlage des Versailler Vertragswerkes - eine Marine beibehalten. Diese „vorläufige Reichsmarine“ (1919 – 1921) wurde seit 1921 Reichsmarine genannt.
Mit ersten Neubauten (Nr. 1 war 1925 der Leichte Kreuzer EMDEN) versuchte die Marine schiffbautechnisch unter Beücksichtigung der im Vertrag von Versaille vorgegebenen Tonnagebeschränkung an die europäischen Nachbarstaaten aufzuschließen.
Zu den Neubauten der Reichsmarine gehörte 1928 als Nr. 3 auch der Leichte Kreuzer KARLSRUHE (III).
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Kriegsmarine (1935 bis 1945)
Hinweis: Ausdrücklich distanziere ich mich von dem in der Flagge der Kriegsmarine gezeigten nationalsozialistischem Symbol.
1935 erhielt die Reichsmarine ihren zweckbestimmten Namen: Sie hieß fortan Kriegsmarine. Das ungeliebte schwarz-rot-gold der Flagge der Reichsmarine wurde von den damaligen Machthabern durch eine neue Fahne ersetzt.
Admiral Erich Raeder, der die Marine seit 1928 führte, überstand die verschiedenen Gleichschaltungsversuche unbeschadet und verfolgte bis zum Kriegsausbruch vor allem marineeigene Zielsetzungen. Trotz zügelloser Aufrüstung war die Marine im September 1939 materiell wie personell noch nicht einsetzbar. Der in der Kaiserzeit aufgewachsene und von der Kaiserlichen Marine geprägte Raeder konnte zwar in der Anfangszeit des Zweiten Weltkrieges Erfolge mit seinem Großkampfschiffkonzept verbuchen, scheiterte allerdings letzthin im Dezember 1942 und trat als Oberbefehlshaber im Januar 1943 zurück.
Sein Nachfolger Admiral Karl Dönitz verfolgte danach die Strategie mit U-Booten den Kriegschauplatz Nordatlantik zu bestimmen, scheiterte in den großen Geleitzugschlachten bereits im März/April 1943, den eigentlichen Wendemonaten des Zweiten Weltkrieges. Seitdem wurde der Kriegsschauplatz zur See vom Atlantik über die Nordsee schließlich in die Ostsee bis an die deutschen Küsten zurückgetragen. Nach dem Selbstmord Hitlers wurde Karl Dönitz testamentarisch zu seinem Nachfolger als Reichspräsident ernannt. Dieser leitete, nachdem ein ausschließlich auf den Westen gerichtetes Waffenstillstandsersuchen gescheitert war, die von den Alliierten geforderte bedingungslose Kapitulation des "Dritten Reiches" und damit auch das Ende der Kriegsmarine ein.
Zuvor wurden Ende 1944/Anfang 1945 während der Unternehmung "Rettung" von Einheiten der Kriegsmarine und durch Begleitschuzt von deutschen Handelsschiffen über zwei Millionen Kriegsflüchtlinge aus Ostpreußen und Pommern in westliche Reichsteile und in das besetzte Dänemark evakuiert.
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Deutscher Minenräumdienst (1945 - 1947)
Hinweis: Der "Deutsche Minensuchdienst" hatte unter alliierter Aufsicht nicht den Status einer "eigenständigen deutschen Marine". Mit anfangs 27.000 ehemaligen Angehörigen der Kriegsmarine darf dieser Abschnitt aus der Geschichte deutscher Marinen jedoch nicht übersehen werden.
Bereits am Tag der bedingungslosen Kapitulation, dem 8. Mai 1945, ordnete der Oberbefehlshaber der Alliierten Streitkräfte an, dass die Kriegsmarine Minenräumboote für die Räumung verminter Gewässer bereitzustellen habe. Nach der Auflösung des Oberkommandos der Marine am 21. Juli 1945 bestand weiterhin eine Marineverwaltung, die für den Erhalt und den Betrieb der deutschen Minenräumboote, die Verwaltung der Seewege und die Personalverwaltung zuständig war. Als Chef des „Deutscher Minenräumdienst" (DMRD) – auch: „German Mine Sweeping Administration“ (GMSA) - wurde von den Briten der deutsche Konteradmiral Fritz Kraus eingesetzt, der diese Aufgabe bis Ende 1947 wahrnahm. Der Stab des DMRD befand sich zunächst in Glückstadt, später in Hamburg. Die Schiffe führten den Doppelstander „C“ als Flagge.
Im Herbst 1945 verfügte der DMRD noch über etwa 300 Fahrzeuge und 27.000 Marinesoldaten. Bis 1946 reduzierte sich diese Zahl auf etwa 15.000 Mann. Sie dienten als nicht aus der Kriegsmarine entlassenes Personal und waren dienstverpflichtet. Zunächst trugen die Besatzungen ihre alten Marineuniformen mit allen Orden, jedoch ohne Hakenkreuze. Der Zusammenhalt der Soldaten und der sich angesichts der Gefahr beim täglichen Räumdienst entwickelnde Korpsgeist wurden den Alliierten bald suspekt. Deshalb wurden im Mai 1946 neue Uniformen eingeführt. Als außerdem die Sowjetunion gegen den Bestand des Verbandes als heimliche deutsche Wiederbewaffnung protestierte, wurde er zum 31. Dezember 1947 aufgelöst. Zu diesem Zeitpunkt waren die deutschen Gewässer von Ankertauminen geräumt, jedoch bestand weiterhin Gefahr durch Grundminen. Bei verschiedenen Minenexplosionen und Unfällen gingen insgesamt 10 Fahrzeuge verloren. 348 Angehörige ließen im Deutschen Minenräumdienst ihr Leben.
Hinweis: Die aufgelösten Verbände gingen teils in den Bundesgrenzschutz See, teils in eine Arbeitsgruppe der Amerikaner, die "Labour Support Unit" über.
Später war das 1. Minensuchgeschwader das erste Geschwader, das in der Bundesmarine nach dem 2. Weltkrieg aufgestellt wurde. Seit seiner Gründung am 16. Mai 1956 bis zur Auflösung am 21. Dezember 2005. Seine Aufgabe bestand zunächst vor allem darin, die im Krieg verminten Seewege vor den Küsten Westdeutschlands wieder frei zu räumen.
Minenräumtätigkeiten in der sowjetisch besetzten Zone, der SBZ, sind zunächst nicht feststellbar. Erst nach Gründung der DDR und der Aufstellung "maritimer Polizeikräfte" wurden Zugangswege zu den ostdeutschen Häfen weitestgehend schifffahrtssicher gemacht.
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Bundesmarine der Bundesrepublik Deutschland (1955 bis 1990)
Vorbereitungen für einen Verteidigungsbeitrag der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) begannen ab 1950 im Amt Blank, einer Dienststelle des Bundeskanzleramtes. Jedoch verhinderte die französische Nationalversammlung den Abschluss des EVG-Vertrages im Jahr 1954 und ermöglichte so der Bundesrepublik Deutschland die Vorbereitung zum Beitritt in die Westeuropäische Union (WEU) und die NATO im gleichen Jahr auf der Londoner Neun-Mächte-Konferenz.
Nach der Aufnahme in die NATO am 8.5.1955 wurde das Amt Blank zum Verteidigungsministerium erweitert und erhielt eine Marineabteilung, den späteren Führungsstab der Marine (FüM).
An deren Spitze stand der erste Inspekteur der Marine Vizeadmiral Friedrich Ruge (1.3.56-30.9.61).
Der erste vom Parlament genehmigte Schiffbauplan sah mit Stand vom 1.7.1955 folgende Einheiten vor: zwölf Zerstörer, sechs Geleitboote (darunter auch das spätere Geleitboot G5/F 223 KARLSRUHE), 40 Schnellboote, 24 Küstenminensuchboote, 30 Schnelle Minensuchboote, zwölf U-Boote, 36 Landungsboote, zwei Minenschiffe, zehn Küstenwachboote, elf Tender für Kleinboote, ein Schulschiff, ein Segelschulschiff, 65 Flugzeuge, sowie diverse Hilfs-, Versuchs- und Übungsfahrzeuge.
Für das Neubauprogramm der Bundesmarine galt es zu berücksichtigen, dass die deutschen Werften seit 1945 keine Kriegsschiffe mehr gebaut hatten. Den Kern der neuen Marine bildeten daher auf längere Sicht die von den vormaligen Kriegsgegnern und jetzigen Verbündeten zurückgegebenen ehemaligen Boote der Kriegsmarine sowie von ihnen erworbene andere Einheiten, so dass die Bundesmarine im Dezember 1956 über 65 Einheiten und 7657 Mann verfügte.
In Abstimmung mit den NATO-Partnern stellten sich der Bundesmarine folgende Aufgaben, die bis Ende der 80er Jahre fast unverändert blieben:
Sicherung der Ostseezugänge sowie der Seeverbindungen in heimischen Gewässern in Kooperation mit verbündeten Marinen, Bekämpfung feindlichen Schiffsverkehrs in der Ostsee und Sicherung alliierter Verstärkungstransporte in der Nordsee und im Nordatlantik.
Nach der friedlichen Herstellung der Einheit Deutschlands am 3. Oktober 1990 ging die Bundesmarine in die heutige Deutsche Marine über.
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Volksmarine der DDR (1956 bis 1990)
Nach Gründung der DDR wurden zunächst „maritime Polizeikräfte“ aufgestellt. Seit dem "konterrevolutionären Putschversuch am 17. Juni 1953", wurden Schiffseinheiten der mittlerweile in "Volkspolizei-See" umbenannten Streitkräfte auch zur Küstenbewachung landeinwärts eingesetzt. 1960 erfolgte die Umbenennung in Volksmarine.
Zusammen mit den anderen sozialistischen Ostseeflotten des „Warschauer Pakt“ hatte die Volksmarine folgende Aufgaben:
Sicherung der Seegrenzen der sozialistischen Ostseestaaten und Abwehr jeder Aggression. Alle Aufgaben und ihre Erweiterungen wurden immer abgeleitet aus strategischen Entwicklungen der NATO beziehungsweise den materiellen und operativen Fortschritten der Bundesmarine.
Nach dem Ende der DDR, der Auflösung des "Warschauer Pakt" und der friedlichen Herstellung der Einheit Deutschlands am 3. Oktober 1990 wurden Teile der am Tage zuvor aufgelösten Volksmarine in die Bundesmarine, der heutigen Deutsche Marine integriert.
Hinweis: Zwei Angehörige der ehemaligen Volksmarine haben nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 den Dienst in der Deutschen Marine fortgesetzt und neben anderen Verwendungen auch auf der Fregatte F 212 KARLSRUHE gedient:
Oberbootsmann d.R. Kay Elzner, (Jahrg. 1971) Aug. 93 - Nov. 96 und mehrere Reserveübungen - zuletzt Nov. 2004 und Nov. 2007.
Fregattenkapitän und Kommandant Fregatte F 212 KARLSRUHE Hans-Joachim Kuhfahl (Jahrg. 1961) Dez. 2005 - Mai 2009.
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Hinweis: Die Bundesmarine der Bundesrepublik Deutschland und die Volksmarine der DDR waren beide Bündnis-Marinen der NATO bzw. des "Warschauer Pakt". Sie leisteten in diesen Bündnissen einen maritimen Beitrag im Rahmen der möglich gewesenen "heißen Blockkonfrontation auf dem Schlachtfeld Deutschland und den angrenzenden Gewässern".
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Deutsche Marine seit 1990
Die deutsche Einheit im Jahr 1990 wurde im rechtlichen Sinne nicht durch die Vereinigung zweier Staaten, sondern durch den Beitritt der fünf neuen Länder sowie dem wiedervereinigten Berlin zur Bundesrepublik Deutschland vollzogen. Mit der DDR sind ihre Institutionen untergegangen, während die der Bundesrepublik fortbestehen, so auch bezüglich der Streitkräfte. Personal und in geringem Umfang das Material der Volksmarine der DDR wurden übernommen. Die Führung der Marine hat trotz der institutionellen Kontinuität entschieden, die bisherige, stets inoffizielle, Bezeichnung Bundesmarine nicht mehr zu verwenden, sondern fortan den Begriff Deutsche Marine zu benutzen.
Nach 1990 hatte die Marine zunächst ihre bisherige Struktur im Wesentlichen beibehalten, war jedoch, wie die gesamte Bundeswehr, schrittweise verkleinert worden. Die Regelungen des Zwei-plus-Vier-Vertrages erlaubten es bis Ende 1994 nicht, der NATO zuzuordnende Streitkräfte auf dem Territorium der vormaligen DDR zu stationieren. Deshalb wurden die Teile der ehemaligen Volksmarine, die zunächst noch weiterhin in Dienst gehalten werden sollten, in einem eigenen Marinekommando Ost mit Sitz in Rostock zusammengefasst, das zunächst dem Bundeswehrkommando Ost in Strausberg unterstand.
Ab 1995 konnte eine einheitliche Marinestruktur geschaffen und die im Beitrittsgebiet stationierten Kräfte der NATO eingebunden werden. Das Marinekommando Ost wurde aufgelöst, stattdessen wurden einige neue Dienststellen im Beitrittsgebiet aufgestellt (Marineabschnittskommando Ost, Marinetechnikschule), andere wurden von Westen dorthin verlagert (Schnellbootflottille, Marineamt).
Mit der 2000 eingeleiteten Bundeswehrreform begann sich auch die Organisationsstruktur der Deutschen Marine grundsätzlich zu verändern. Dieser Prozeß wurde um 2006 abgeschlossen.
An der Spitze der Marine steht der Inspekteur der Marine im Bundesministerium der Verteidigung. Als truppendienstlicher Vorgesetzter seiner Teilstreitkraft untersteht er direkt dem Bundesminister der Verteidigung. Der Inspekteur wird unterstützt durch den Führungsstab der Marine, eine Abteilung des Ministeriums in Bonn. Die Teilstreitkraft Marine besteht aus zwei Kommandobereichen, der Flotte und dem Marineamt.
Wie vor 1990 bleibt die Marine in die NATO-Kommandostruktur eingebunden, die sich ihrerseits den Veränderungen nach Ende des Ost-West-Konflikts angepasst hat. Schiffe und Boote beteiligen sich an den ständigen Einsatzverbänden der NATO, die im Wechsel mit anderen Nationen auch von deutschen Marineoffizieren geführt werden.
Die Flotte der Deutschen Marine wird vom Befehlshaber der Flotte im Flottenkommando in Glücksburg operativ und administrativ geführt. Für die Führung von seegehenden Verbänden wird beim Flottenkommando ein Einsatzstab eingerichtet, der zur Unterstützung eines Verbandsführers eingeschifft werden kann. Größere Einsätze werden seit 2002 durch das Einsatzführungskommando in Potsdam geführt. Zur Flotte gehören die Schiffe und Flugzeuge der Deutschen Marine und sonstige Einsatzkräfte.
Die Flotte gliedert sich in zwei Einsatzflottillen und zwei Marinefliegergeschwader. Die Einsatzflottille 1 in Kiel mit einem Einsatzstab umfasst alle Schnellboote, U-Boote, Minenabwehrfahrzeuge, spezialisierten Einsatzkräfte und Marineschutzkräfte. Zur Einsatzflottille 2 in Wilhelmshaven mit ebenfalls einem Einsatzstab gehören die Fregatten und die größeren Versorgungsschiffe. Aus den Einsatzflottillen werden lageabhängig Einsatzverbände für Eingreif- und Stabilisierungsoperationen zusammengestellt.
Kommandeur der Einsatzflottille 2 ist seit 1.10.2006 Flottillenadmiral Karl-Wilhelm Bollow, Kommandant der Fregatte F 212 KARLSRUHE von 04.95 - 03.97.
Im Bild Fregattenkapitän Karl-Wilhelm Bollow mit Gattin und "kleiner Delegation" der Besatzung Fregatte F 212 KARLSRUHE während Patenschaftsbesuch im November 1995 vor dem Karlsruher Rathaus.
Seit 1990 haben sich die Aufgaben der Bundeswehr einschließlich der Deutschen Marine immer mehr weg von der Landesverteidigung hin zu friedensunterstützenden Einsätzen am Rande und außerhalb Europas gewandelt. Das sind insbesondere: Internationale Konfliktverhütung und Krisenbewältigung einschließlich des Kampfes gegen den internationalen Terrorismus und Piraterie, Unterstützung von Bündnispartnern, Schutz Deutschlands und seiner Bürgerinnen und Bürger, Rettung und Evakuierung, partnerschaftliche Hilfsleistungen einschließlich Amtshilfe bei Naturkatastrophen und besonders schweren Unglücksfällen.
In internationale Aufgaben (Kampf gegen Terrorismus/gegen Piraterie/Verhinderung von Waffenschmuggel) vor Somalia, am Horn von Afrika und vor der Küste des Libanon war erfolgreich auch die Fregatte F 212 KARLSRUHE eingebunden. Schiff und Besatzung haben während dieser Einsätze national und international Beachtung und Anerkennung gefunden.
Operation ENDURING Freedom (19.3. - 16.9.2005)
UN-Mission UNIFIL (21.9.2006 - 10.3.2007)
EU-Mission ATALANTA (23.12.2008 - 28.2.2009) und (24.08. - 05.12.2009)
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1848 - 2008: 160 Jahre deutsche Marinen
Frankfurt am Main im Sommer 1848: Der Paulsplatz ist voller Menschen, die dabei zusehen, wie die Abgeordneten des ersten frei gewählten gesamtdeutschen Parlaments in die Paulskirche einziehen. Dort wollen sie ihre erste Sitzung abhalten und dabei unter anderem den Grundstein für 160 Jahre deutsche Marinegeschichte legen.
160 Jahre später zeigt sich ein ganz ähnliches Bild. Nur sind es diesmal nicht Abgeordnete eines Parlaments, sondern von ihren Einheiten entsandte Marinesoldaten und Soldatinnen, die in die Paulskirche strömen. Sie alle, zusammen mit Gästen aus Politik und Gesellschaft, folgen der Einladung des Inspekteurs der Marine, Vizeadmiral Wolfgang E. Nolting, und des Präsidenten des Deutschen Marine Instituts, Vizeadmiral a.D. Lutz Feldt. Zusammen mit dem Bundesminister der Verteidigung, Dr. Franz Josef Jung, dem Chef der hessischen Staatskanzlei, Staatsminister Stefan Grüttner, und der Oberbürgermeisterin von Frankfurt am Main, Dr. Petra Roth, wollen sie den 160. Gründungstag der ersten gesamtdeutschen Marine feiern.
Sehen wir heute die Entwicklung des Novembers 1989 in der ehemaligen DDR und die daraus resultierende Vereinigung beider Deutscher Staaten am 3. Oktober 1990, so drängt sich die Rückbesinnung auf die Ideen der ersten deutschen Reichsflotte auf, aus der nach 160 Jahren inzwischen die Deutsche Marine geworden ist. Gesamtdeutsch sollte sie sein, unter parlamentarischer Kontrolle sollte sie stehen, die schwarz-rot-goldene Fahne sollte sie führen, von ausländischen Marinen sollte sie in der Aufbauphase profitieren und an deren Entwicklungen partizipieren. Sie sollte einen ausgewogenen Auftrag ihrer Zusammenstellung nach haben und sollte mit Seemächten kooperieren und im Bündnis mit ihnen verbunden sein. Dieses Ziel, nach vielen Höhen und Tiefen deutscher Geschichte, scheint nun erreicht.
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"EXTRA´s Schiffe KAR 1" wird unter Link: "EXTRA´s Schiffe KAR 2" fortgesetzt!