Auch auf dieser Seite biete ich weiterführende Informationen zu den Schiffen mit Namen KARLSRUHE an. Der Schwerpunkt liegt bei Zusatzinformationen von Bord und der Verwendung der Fregatte F 212 KARLSRUHE (V).
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41. Gedenktage Kreuzer und Fregatten KARLSRUHE bis 2015
Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus! Der für mich wichtigste Termin in den nächsten Jahren ist der 100. Geburtstag der Taufe des Kleinen Kreuzer KARLSRUHE (I) am 11. November 1912. Seit diesem Tag besteht zwischen der Stadt Karlsruhe in Baden und inzwischen vier weiteren Schiffen in den Deutschen Marinen eine intensiv gelebte Patenschaft auf Gegenseitigkeit.
Es gibt aber auch weitere "kleine und große Gedenktage" der bisherigen Schiffe KARLSRUHE (I/V) in den Deutschen Marinen seit 1912, auf die ich nachfolgend bis 1915 hinweisen möchte:
Schiffstyp
Schiffsname
Datum
Gedenktag aus Anlaß
Leichter Kreuzer
KARLSRUHE (III)
09.04.2010
70 Jahre Untergang
Kleiner Kreuzer
KARLSRUHE (II)
31.01.2011
95 Jahre Schiffstaufe
Fregatte F 212
KARLSRUHE(V)
08.01.2012
30 Jahre Schiffstaufe
Leichter Kreuzer
KARLSRUHE (III)
20.08.2012
85 Jahre Schiffstaufe
Kleiner Kreuzer
KARLSRUHE (I)
11.11.2012
100 Jahre Patenschaft
Fregatte F 223
KARLSRUHE (IV)
28.03.2013
30 Jahre außer Dienst
Fregatte F 212
KARLSRUHE(V)
19.04.2014
30 Jahre in Dienst
Kleiner Kreuzer
KARLSRUHE (II)
21.06.2014
95 Jahre Untergang
Fregatte F 223
KARLSRUHE (IV)
24.10.2014
55 Jahre Schiffstaufe
Kleiner Kreuzer
KARLSRUHE (I)
04.11.2014
100 Jahre Untergang
Warten wir ab, was sich die Deutsche Marine mit Fregatte F 212 KARLSRUHE (V) und die Stadt Karlsruhe für den 11.11.2012 einfallen lassen.
Ich selbst plane für Ende November 2012 die 3. erweitere Auflage meines Buch "KARLSRUHE eine Stadt- fünf Schiffe" und/oder eine Sonderausgabe mit dem vorläufigen Arbeitstitel "100 Jahre Patenschaft KARLSRUHE - KARLSRUHE".
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42. Vor 70 Jahren am 9. April 1940: Untergang Kreuzer KARLSRUHE (III)
Kleiner Kreuzer KARLSRUHE (III)
Der am 20.8.1927 in Kiel vom Stapel gelaufene Leichte Kreuzer KARLSRUHE (III) wurde zwischen Mai 1938 und November 1939 in der Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven wegen schlechten Seegangsverhaltens umgerüstet. Ohne ausreichende Erprobungsfahrten und mit einer neuen und noch unzureichend ausgebildeten Besatzung nahm das Schiff dann im April 1940 am Unternehmen „Weserübung“ teil. Unter dem Kommando von Kapitän zur See Rieve hatte der Kreuzer die Aufgabe, die Landung deutscher Truppen im norwegischen Kristiansand zu sichern.
Auf dem Rückmarsch im Skagerrak gelang am 9. April kurz vor 20.00 Uhr dem britischen U-Boot HMS TRUANT ein Torpedotreffer. Beide Maschinen, die elektrische Anlage, das Ruder und die Lenzmittel wurden außer Betrieb gesetzt. Das Schiff zeigte sehr schnell Schlagseite und begann zu sinken. Gegen 21.00 Uhr stieg die Besatzung auf die Torpedoboote LUCHS und SEEADLER über. Als das Schiff bis zur Schanz weggesackt war, gab Kapitän z.S. Rieve dem Torpedoboot GREIF den Befehl, den Kreuzer durch Torpedoschuss zu versenken. Dieser Befehl wurde um 22.50 Uhr ausgeführt. Zwei abgeschosseneTorpedos trafen Kreuzer KARLSRUHE, der anschließend auf der Position 58°4‛N,8°4‛O versank.
Das britische U-Boot HMS TRUANT.
Das deutsche Torpedoboot GREIF.
Am 18. Mai 1940 findet in der Städtischen Festhalle Karlsruhe ein "Großes Wunsch-Konzert" statt, dessen Gesamtertrag für einen neuen Kreuzer KARLSRUHE verwendet werden sollte. Diese Vorhaben wurde allerdings nicht umgestzt.
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43. Sport auf F 212 KARLSRUHE
Sport wird an Bord Fregatte F 212 KARLSRUHE „groß geschrieben“. Mit nachfolgendem Artikel, zu dem ich redaktionell „beigesteuert“ habe und einer Auswahl von Bildern aus meinem Archiv möchte ich die sportlichen Aktivitäten unserer Kameraden an Bord auf See, sowie während Hafenaufenthalt zu Hause und auf Reisen, vorstellen.
Muskeltraining maritim 10. März 2010 NOVUM, Alexander Kias, Mittweide – Bei monatelangen Einsätzen an Bord der deutschen Fregatte F 212 Karlsruhe ist der sportliche Einsatz der Bundesmarine besonders wichtig – und gleichzeitig eine Dienstverordnung, die Kalorien verbrennt.
Egal ob Indischer Ozean, Mittelmeer, Nordsee oder Ostsee – die Besatzung der Fregatte Karlsruhe ist auf fast allen Weltmeeren zu Hause. Im Kampf gegen den internationalen Terrorismus kreuzte die Fregatte zuletzt im Golf von Aden, tausende Seemeilen vom Stützpunkt Wilhelmshaven entfernt. Eine Einsatzzeit von bis zu sechs Monaten auf See ist für die 220 Männer und Frauen der Fregatte keine Seltenheit. Bewegungsmangel durch langes Arbeiten im Sitzen oder Stehen ist dabei ein Problem – eine Gewichtszunahme oftmals die Folge. „Von der letzen Fahrt habe ich schon das ein oder andere Gramm mehr mitgebracht“, schildert Sönke Nischik gegenüber NOVUM. Der Oberbootsmann und erste Navigationsmeister hat auf der „Karlsruhe“ die Wahl zwischen verschiedenen Sportmöglichkeiten. „Neben den Klassikern, wie Laufband und Hometrainer ist auch die traditionelle Morgengymnastik an Deck eine gern gesehene Abwechslung zur maritimen Routine“, erläutert Dipl.- Ing. Klaus Lehmann, Major der Reserve außer Dienst, gegenüber NOVUM. Durch den sportlichen Kalorienabbau kommt die Mannschaft auch ihrer Verpflichtung nach, im Einsatz physisch und psychisch in der bestmöglichen Verfassung zu sein. „In einem Zeitraum vom mehreren Monaten ohne Sport schwindet der Muskelapparat und es kann zu einer Gewichtszunahme von durchaus zehn Kilogramm kommen“, macht die Ernährungsberaterin Dagmar Herold gegenüber NOVUM deutlich. Auch wenn die Matrosen wohl nicht so ins Schwitzen kommen wie die knapp 52.000 PS starken Gasturbinen- und Dieselmotoren der Fregatte – die körperliche Ertüchtigung spielt an Land meist noch eine größere Rolle als anBord. Während den Hafenaufenthalten organisiert die Besatzung auch Radtouren oder Skiausflüge. Aber auch Fußballturniere mit den Besatzungen anderer Schiffe der am Manöver beteiligten Einheiten würden veranstaltet, erzählt Klaus Lehmann. „Solche Aktivitäten sind bei dem stressigen Arbeitsalltagan Bord auch immer eine Wohltat für Geist und Seele“, macht Sönke Nischik deutlich. Momentan befindet sich die Fregatte Karlsruhe in Wilhelmshaven und wird voraussichtlich Anfang April wieder in See stechen. Neben einer NATO- Übung sind nach offiziellen Meldungen auch mehrere Hafenbesuche in Kanada geplant. Vielleicht bleibt dann auch wieder Zeit um gemeinschaftlich das ein oder andere Kilo abzutrainieren. Dies sei schließlich auch der tiefere Sinn der sportlichen Aktivitäten an Bord, definiert Lehmann. „Etwas Eitelkeit darf auch bei den ‚Blauen Jungs‘ nicht fehlen, denn beim Einlaufen in den Heimathafen warten ja die Seemannsbräute.“ Weitere Informationen unter: www.karlsruhe-maritim.de
Lauftraining "auf dem Fließband".
Fahrradtraining auf dem "Ergometer".
Gymnastik auf dem Flugdeck.
Taktisches Fußball-Training auf dem Flugdeck.
Eine beispielhafte "Elf" der Fregatte F 212 KARLSRUHE.
Kräftemessen beim Tauziehen.
Von der Besatzung organisierte Radtour in Holland.
Von der Besatzung organisierte Skitour in Norwegen.
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44. Über das MFG 3 „Graf Zeppelin“
Aktuell gehören dem Marinefliegergeschwader 3 (MFG 3) „Graf Zeppelin“ in Nordholz acht Seefernaufklärer P-3C ORION, zwei Seefernaufklärer BRÉGUET ATLANTIC in SIGINT –Version, zwei Ölaufklärungs-/ Transportflugzeuge DO 228 LM und 22 Bordhubschrauber SEA LYNX MK 88A an.
Bordhubschrauber SEA LYNX sind zeitweise auch auf der Fregatte F 212 KARLSRUHE im Hauptabschnitt 500 (HA 500) eingesetzt. Neben bis zu zwei Hubschraubern werden dann an Bord der Fregatte bis zu 18 Mann fliegendes und technisches Personal zusätzlich eingeschifft.
(siehe hierzu auch Link: „EXTRA´s KAR 2“ – Pkt. 32: Über den Bordhubschrauber SEA LYNX)
SEA LYNX MK 88A im Anflug auf Fregatte F 212 KARLSRUHE.
SEA LYNX MK 88A auf dem Flugdeck der Fregatte F 212 KARLSRUHE.
Flugtechnisches- und Wartungspersonal im Hangar an Bord Fregatte F 212 KARLSRUHE.
Beliebt sind bei den Marinefliegern „Sticker“, von denen nachfolgend – auch von Bord F 212 KARLSRHE – eine kleine Auswahl vorgestellt wird.
Sticker: KARLSRUHE-FLIGHT Fregatte F 212 German-Navy-Lynx
Sticker: Fregatte KARLSRUHE SNMG 2 2008
Sticker: KAR F 212 EU NAVFOR Somalia (2009)
Sticker: F 212 KARLSRUHE ATALANTA 2009
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45. Über „Patenonkels“ und das Karlsruher „Sybelheim“
Das Kinderheim der Stadt Karlsruhe wurde 1913 gegründet und ist in der Sybelstraße angesiedelt. Umgangssprachlich wird es deshalb auch „Sybelheim“ genannt. Seit 1995 trägt es den Namen „Kinder- und Jugendhilfezentrum der Heimstiftung“.
Wenige Tage nach Indienststellung des Geleitboot/Fregatte G5/F 223 KARLSRUHE (IV) am 15.12.1962 übernahm die Besatzung eine Patenschaft über das Karlsruher Kinderheim. Bereits am 21. Dezember 1962 besuchte eine dreiköpfige Abordnung des Schiffes das „Sybelheim“ und überbrachte Süßigkeiten und Geschenke. Dieser Besuch entwickelte sich in den folgenden Jahren auch für die Besatzungen der heutigen Fregatte F 212 KARLSRUHE (V) zu einer festen Tradition.
Auch wenn die Beatzungen in der Adventszeit aus dienstlichen Gründen abwesend waren, wurde immer ein Weg gefunden, die Kinder im „Sybelheim“ zu beschenken. Für Generationen von Besatzungen der Marineschiffe KARLSRUHE (IV/V) ist das Karlsruher „Sybelheim“ zu einem festen Begriff geworden – ebenso, wie alle ehemaligen und heutigen Bewohner des Karlsruher Kinderheims „Ihre Patenonkels von der Fregatte“ nicht vergessen werden.
Zumal einige von ihnen auch an Sommerfeizeiten als "Leichtmatrosen" in Wilhelmshaven teilnehmen konnten, die die jeweiligen Besatzungen für „ihre Patenkinder“ ausgerichtet haben.
Die Patenschaft genießt in der Deutschen Marine und in der Karlsruher Bevölkerung höchste Wertschätzung. Fotos: Eigenes Archiv
Die "Patenonkels von der Fregatte KARLSRUHE" erwerben in einem Karlsruher Kaufhaus Geschenke für "ihre Sybelkinder".
Bescherung 1967 im Karlsruher "Sybelheim". Im Bild (1.v.l.) die Taufpatin der F 223 KARLSRUHE (IV), Frau Hanna Klotz.
Strahlende Kinderaugen beim Weihnachtsbesuch 1974.
1979 vorweihnachtlche Bescherung durch Fregattenkapitän Gerhard Kähler.
1988 "auf den Knien": Fregattenkapitän Richard Himstedt und OLtn.z.S. Norbert Freudenberg (Patenschafts-offizier).
"Sybelkinder" lauschen den Worten von Fregattenkapitän Karl-Eckard Dröge.
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46. Dientsgrade der Deutschen Marine
Vorbemerkung: Nicht alle Besucher meiner Seiten haben bei der Marine gedient. Manche waren beim Heer oder der Luftwaffe. Andere sind maritim interessierte Zivilisten. Für diese User nachfolgend eine knappe Übersicht über die Dienstgrade der Deutschen Marine in aktueller Fassung.
Einführung: Die Dienstgrade in der Bundeswehr unterliegen für alle Teilstreikräfte (Heer, Luftwaffe und Marine) gleichen Voraussetzungen. Auf Besonderheiten in derMarine (Dienstgradbezeichnungen) wird nachfolgend (kursiv) hingewiesen.
Dienstgrade der Mannschaften, Unteroffiziere und Portepeeunteroffiziere in der Marine.
Dienstgrade der Mannschaften
Matrose (Matr) Bei Heer und Luftwaffe: Schütze, Panzergrenadier, Flieger u.a.
Gefreiter (Gefr)
Gefreiter MA (Maatanwärter) Bei Heer und Luftwaffe: Unteroffiziersanwärter
Gefreiter BA (Bootsmannanwärter) Bei Heer und Luftwaffe: Feldwebelanwärter
Obergefreiter (OGefr)
Hauptgefreiter (HGefr)
Stabsgefreiter (StGefr)
Oberstabsgefreiter (OStGefr)
Dienstgrade der Unteroffiziere (Maate)
Maat (Mt) Bei Heer und Luftwaffe: Unteroffizier
Maat BA (Bootsmannanwärter) Bei Heer und Luftwaffe: Feldwebelanwärter
Obermaat (OMt) Bei Heer und Luftwaffe: Stabsunteroffizier
Dienstgrade der Portepeeunteroffiziere (Bootsmänner)
Bootsmann (Btsm) Bei Heer und Luftwaffe: Feldwebel
Oberbootsmann (OBtsm) Bei Heer und Luftwaffe: Oberfeldwebel
Hauptbootsmann (HBtsm) Bei Heer und Luftwaffe: Hauptfeldwebel
Stabsbootsmann (StBtsm) Bei Heer und Luftwaffe: Stabsfeldwebel
Oberstabsbootsmann (OStBtsm) Bei Heer und Luftwaffe: Oberstabsfeldwebel
Dienstgrade der Offiziere in der Marine.
Dienstgrade der Offiziersanwärter
Gefreiter z.S. OA (Offiziersanwärter)
Seekadett (Skad) Bei Heer und Luftwaffe: Fahnenjunker
Fähnrich z.S. (FährzS) Bei Heer und Luftwaffe: Fähnrich
Oberfähnrich z.S. (OFährzS) Bei Heer und Luftwaffe: Oberfähnrich
Dienstgrade der Offiziere
Leutnant z.S. (LtzS) Bei Heer und Luftwaffe: Leutnant
Oberleutnant z.S. (OLtzS) Bei Heer und Luftwaffe: Oberleutnant
Kapitänleutnant (KptLt) Bei Heer und Luftwaffe: Hauptmann
Stabskapitänleutnant (StKptLt) Bei Heer und Luftwaffe: Stabshauptmann
Dienstgrade der Stabsoffiziere
Korvettenkapitän (KKpt) Bei Heer und Luftwaffe: Major
Fregattenkapitän (FKpt) Bei Heer und Luftwaffe: Oberstleutnant
Kapitän z.S (KptzS) Bei Heer und Luftwaffe: Oberst
Dienstgrade der Admirale
Flottillenadmiral (FltAdm) Bei Heer und Luftwaffe: Brigadegeneral
Konteradmiral (KAdm) Bei Heer und Luftwaffe: Generalmajor
Vizeadmiral (VAdm) Bei Heer und Luftwaffe: Generalleutnant
Admiral (Adm) Bei Heer und Luftwaffe: General
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47. Vor 25 Jahren letzter Neubau einer KARLSRUHE
Am 13.4.1985 wurde das vorerst letzte Schiff mit Namen „Karlsruhe“ von der „R. Dettmer Reederei“, Bremen, in Dienst gestellt.
Das Motorgüterschiff (MGS) KARLSRUHE hat eine Länge von 110 m, eine Breite von 10,5 m und einen Tiefgang von 3,2 m. Das Schiff mit einer Tonnage von 2600 t wird von einem Dieselmotor mit einer Leistung von 882 kW (1200 PS) angetrieben. Das auf der Arminiuswerft in Bodenwerder/Weser, gebaute Schiff hat seinen Heimathafen in Stuttgart.
Das MGS befährt seit 1985 alle deutschen Binnenwasserstraßen und den Rhein bis Rotterdam. Regelmäßig wird auch der Karlsruher Rheinhafen angesteuert, um dort im „Rheinhafendampfkraftwerk (RDK) der „Energie Baden-Württemberg (EnBW) Kohle aus dem Ruhrgebiet oder aus Übersee zu entladen.
„Das Schiff bringts“ Ein Einblick in die deutsche Binnenschiffahrt.
Satellitenbild der Marinestadt Wilhelmshaven vom 20. März 2010.
Die Geschichte des Marinestützpunktes Wilhelmshaven beginnt am 20. Juli 1853, als Preußen vom Großherzogtum Oldenburg Land zum Bau eines Kriegshafens erwarb. Im Jahr 1863 wurde mit dem Bau des eigentlichen Hafens begonnen. Bedingt durch die rasche Vergrößerung der Kaiserlichen Flotte wurden bis 1909 drei Einfahrten (Seeschleusen) für das Marineareal gebaut. Im Bild Ausbauten um 1885.
Die 4. Einfahrt, 1935 begonnen und 1945 stark beschädigt, wurde in den Jahren 1956/57 wieder aufgebaut. Im Bild Ansicht der 4. Einfahrt im Aussehen von 1972.
Der Vorhafen der 4. Einfahrt ist seither größter Stützpunkt der Deutschen Marine sowie Heimathafen von rund 5000 Soldaten. Die zugehörige Seeschleuse mit zwei Kammern ist die größte Anlage Deutschlands.
Die Marinestadt Wilhelmshaven ist seit ihrer Gründung im Jahre 1869 immer eine Marinestadt gewesen und bis zur Gegenwart geblieben. Nach fast totaler Zerstörung während des 2. Weltkrieges hat sich Wilhelmshaven zu einer modernen, jungen und grünen Stadt entwickelt, die zu besuchen sich lohnt.
Der symbolische Begriff Marinestadt verbindet gewissermaßen den Marinestützpunkt mit dem Marinearsenal (MArs), einer Dienststelle der Bundeswehr, die dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) unterstellt ist. Die Aufgabe des Marinearsenal Wilhelmshaven ist vorwiegend die Materialerhaltung von Wasserfahrzeugen der Deutschen Marine. Aber auch von Schiffen und Booten der Bundeswehr insgesamt.
Der Marinestützpunkt liegt auf dem Heppenser Groden und erstreckt sich heute auf einer Fläche von rund 270 ha – davon rund 95 ha Wasserfläche. Die Pieranlagen haben eine Gesamtlänge von 4,3 Km mit 38 schleusenunabhängigen Liegeplätzen.
Beheimatet im Marinestützpunkt Wilhelmshaven ist die Einsatzflottille 2, der das 2. und 4. Fregattengeschwader sowie das Trossgeschwader untersteht.
Die zugehörigen Fregatten und Versorgungsschiffe sind die größten Einheiten der deutschen Flotte. Darunter die Fregatte F 212 KARLSRUHE.
Zur Betreuung und Entspannung der im Marinestützpunkt stationierten Soldaten stehen Unterkünfte und diverse Gemeinschaftseinrichtungen zur Verfügung. Dazu zählen u.a. ein Kameradschaftsheim, eine Bücherei, ein Grillplatz und eine Kegelbahn. Auch für sportliche Aktivitäten ist durch zwei Sporthallen mit Saunen und Solarien, Kleinspielfeldern, sowie einem Volleyballplatz und einem Tennisplatz, vorgesorgt. (Im Bild: Leuchtfeuer der Westmole)
Auch der Stab der Einsatzflottille 2, das Marineführungskommando und weitere Dienststellen der Bundeswehr sind im Stützpunkt beheimatet. Darüber hinaus sind auf dem Gelände nichtmilitärische Einrichtungen wie z.B. Feuerwehr und Wasserschutzpolizei angesiedelt. (Im Bild: Leuchtfeuer der Ostmole)
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49. Die offiziellen Patenschiffe der Stadt Karlsruhe seit 1912
Als „offizielle Patenschiffe der Stadt Karlsruhe“ werden seit 1912 die Schiffe bezeichnet, die beim Stapellauf auf den Namen KARLSRUHE getauft wurden. Die Taufrede hielt zumeist der jeweilige Karlsruher Oberbürgermeister. Den eigentlichen Taufakt mit „Sektflaschenwurf“ vollzogen in den meisten Fällen deren Ehefrauen. Die Patenschaft zwischen der Stadt Karlsruhe und den jeweiligen Schiffen stand von Anfang an nicht nur auf dem Papier. Unterschiedlich intensive Kontakte auf vielen Gebieten haben bis zur Gegenwart dazu beigetragen, das die Beziehungen Karlsruhe - KARLSRUHE und KARLSRUHE – Karlsruhe auf Gegenseitigkeit stets gepflegt wurden und werden. In alle Aktivitäten war und ist die Karlsruher Bevölkerung eingebunden. Über Jubiläen und besondere Ereignisse von Bord wird durch die lokale Presse berichtet. Die Patenschaftspflege genießt allgemeine Wertschätzung und hat einen hohen Bekanntheitsgrad.
1.) Kleiner Kreuzer KARLSRUHE (I) 1912 bis 1914 Endschicksal: 04.11.1914 nähe Barbados gesunken.
2.) Kleiner Kreuzer KARLSRUHE (II) 1916 bis 1919 Endschicksal: 21.06.1919 in Scapa Flow versenkt.
3.) Leichter Kreuzer KARLSRUHE (III) 1927 bis 1940 Endschicksal: 09.04.1940 vor Kristiansand versenkt.
4.) Motorschiff MS KARLSRUHE 1937 bis Gegenwart Heimathafen in Konstanz/Bodensee.
5.) Fischdampfer KARLSRUHE 1950 bis 1967 Endschicksal: 1968 verschrottet.
6.) Fregatte F 223 KARLSRUHE (IV) 1959 bis 1983 Endschicksal: 1996 als D 360 GELIBOLU in der Türkei verschrottet.
7.) Fregatte F 223 KARLSRUHE (V) 1982 bis Gegenwart Heimathafen in Wilhelmshaven.
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50. Saisonstart für 41. Schiff namensKARLSRUHE
Anno 2006 konnte ich in meinem Buch „Karlsruhe – zu Lande, zu Wasser und in der Luft“ 40 Schiffe mit Namen KARLSRUHE seit 1889 nachweisen. Als Ersatz für das 1972 in Dienst gestellte „alte“ Fahrgastschiff FGS KARLSRUHE (1) steht nun seit 27.03.2010 im Karlsruher Rheinhafen zu Ausflugsfahrten auf dem Rhein zwischen Straßburg und Worms das „neue“ Fahrgastschiff FGS KARLSRUHE (2) zur Verfügung. Als Schiff Nr. 41 eine willkommene Bereicherung meiner Schiffsliste.
Nr. 41: Fahrgastschiff FGS KARLSRUHE (2) verläßt am 27. März 2010 zur Saisoneröffnungs-fahrt mit 360 Gästen an Bord erstmals seinen Liegeplatz im Becken II (Mittelbecken) des Rheinhafen Karlsruhe. Die Ausfahrt führte stromab zum pfälzischen Industriehafen von Wörth/Rhein.
Ansicht FGS KARLSRUHE (1) während Jungfernfahrt am 28.3.1972 auf dem Rhein bei Karlsruhe.
Ansicht FGS KARLSRUHE (2) während Saisoneröffnungsfahrt am 27.3.2010 auf dem Rhein bei Karlsruhe. Siehe auch Link: "EXTRA´s KAR 1 - Pkt. 13
Es ist schon erstaunlich ! Zwei Fahrgastschiffe KARLSRUHE im Abstand von 38 Jahren fast auf den Tag genau an fast der gleichen Stelle auf dem Rhein in Höhe des Karlsruher Ölhafen.
Liegeplatz FGS KARLSRUHE (2) im Mittelbecken des Karlsruher Rheinhafen.
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51. Zwei SchiffeKARLSRUHE in den Rheinhäfen Karlsruhe
Als Rheinhäfen Karlsruhe werden zwei voneinander getrennt liegende Häfen bezeichnet. Es handelt sich dabei um den Karlsruher Stadthafen bei Rheinkilometer 359,9 und den etwa acht Kilometer stromabwärts gelegenen Ölhafen.
Der Stadthafen ging 1901 in Betrieb. Er besteht heute aus sechs Hafenbecken. Fünf davon sind angelegt wie die Finger einer Hand. Das Becken sechs stellt die Verbindung zum Rhein her.
Der Ölhafen entstand 1963, als nordwestlich von Karlsruhe zwei Raffinerien am Rhein gebaut wurden.
Einzigartig ist das Sperrtor an der Hafeneinfahrt des Stadthafens. Wenn der Rhein die Hochwassermarke von 7,50 m erreicht wird, wird das Sperrtor abgesenkt. Damit sind seit 1987 die Anlagen im Hafen vor Überflutung gesichert und die Umwelt vor Gefährdungen geschützt.
An der Stirnseite des Hafenbeckens II haben das Fahrgastschiff KARLSRUHE und der Motorschlepper KARLSRUHE ihren Liegeplatz.
Fahrgastschiff KARLSRUHE im Oktober 2009 am Liegeplatz im Stadthafen Karlsruhe.
Fahrgastschiff KARLSRUHE im März 2010 auf dem Rhein bei Karlsruhe.
Motorschlepper KARLSRUHE im August 2009 am Liegeplatz im Stadthafen Karlsruhe. Mehrfach umgebaut und modernisiert seit 1930 ein unermüdliches "Arbeitspferd".
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52. Über „Brilliant Mariner 2010“ und NATO Response Force (NRF)
Das Manöver „Brilliant Mariner 2010“ ist eine große NATO-Übung, die den Seestreitkräften der NATO Response Force (NRF) die Möglichkeit der Teilnahme an einer Einsatzübung bietet. Das Manöver, an dem 11 Nationen teilnehmen, findet im Bereich Deutsche Bucht, Nordsee, Skagerrak, Kattegatt und in angrenzenden Territorialgewässern Dänemarks, Deutschlands, der Niederlande, Norwegens und Schwedens statt.
Die "Schnelle Eingreiftruppe" der NATO (NATO Response Force, NRF) wird vom 12. - 22. April 2010 eine maritime Übung in der Nord- und Ostsee durchführen. Ziel ist es, sicher zu stellen, dass die NRF für operative Maßnahmen oder Krisensituationen in der Welt gut vorbereitet und reaktionsfähig ist, wann und wo auch immer diese Fähigkeit gefordert wird.
Unter dem Kommando der französischen Marine werden 6500 Soldaten aus 11 NATO-Staaten (Frankreich, Belgien, Dänemark, Estland, Deutschland, Niederlande, Norwegen, Polen, Spanien, Großbritannien und USA) und Schweden als Mitglied der Organisation "Partnerschaft für den Frieden" an diesem Manöver teilnehmen. 40 Schiffe (einschließlich eines Flugzeugträgers, Fregatten, Tanker), vier U-Boote und 30 Flugzeuge bilden den Kern der Übungsteilnehmer.
Die Übung wird vom Stab des Marinehauptquartiers der NATO (Allied Maritime Command) in Northwood (London) koordiniert und mit realistischen Übungsszenarien für die Kommandanten und Kommandeure in See versorgt. Es geht dabei unter anderem um die Bewältigung von Situationen im Rahmen von asymmetrischen Bedrohungen, Sicherheit im Seeverkehr, Embargo-Operationen und terroristischer Vorfälle.
Der Kommandeur des maritimen NATO Hauptquartiers, Admiral Sir Trevor Soar, sagte: "Die Übung Brilliant Mariner ist eine gute Gelegenheit, die NATO Truppen auf Herz und Nieren zu prüfen. Einsatzausbildung und das Üben von Maßnahmen im Rahmen humanitären Hilfe sind wichtige Aspekt der Ausbildung. Dadurch wird sichergestellt, dass - wenn gefordert - die NATO-Streitkräfte eine entscheidende Rolle in einer Krisensituation spielen können."
Konteradmiral Jean-Louis Kérignard führt die Übung in See von seinem Flaggschiff, dem Hubschrauberträger FS Mistral. "Als Befehlshaber in See während der Übung Brilliant Mariner werde ich eng mit allen teilnehmenden Nationen zusammenarbeiten, um unsere Fähigkeiten als schnelle Eingreiftruppe zu bestätigen und zu zertifizieren. Die Szenarien werden den teilnehmenden Einheiten eine großartige Gelegenheit bieten, um mit Effizienz die vor uns liegenden Bedrohungen zu meistern."
Deutsche Marine ist Gastgeber Die Deutsche Marine ist sogenannte "host nation", also neben Dänemark einer der Gastgeber des Manövers. Das bedeutet zum Beispiel, dass der Marinestützpunkt Wilhelmshaven als Anlauf- und Ausgangspunkt der teilnehmenden Einheiten dient. Zudem ist der Marinehafen die logistische Drehscheibe des Manövers. Auch personell und materiell beteiligt sich die Deutsche Marine erheblich: Neben der FregatteF 212KARLSRUHE sind zwei Schnellboote, zwei Minenjagdboote, zwei Versorgungseinheiten, ein U-Boot und in der Luft ein Seefernaufklärer vom Typ P-3C Orion involviert. Insgesamt wirken rund 600 deutsche Marinesoldaten in diesem multinationalen Manöver mit.
Teilnehmende deutsche Einheiten:
Fregatte F 212 KARLSRUHE
Schnellboot P 6129 (S 79) WIESEL ("Ente" vom PIZ Marine: Boot hat nicht teilgenommen !)
Schnellboot P 6130 (S 80) HYÄNE ("Ente" vom PIZ Marine: Boot hat nicht teilgenommen !)
Minenjagdboot M 1095 ÜBERHERRN
Minenjagdboot M 1096 PASSAU
Betriebsstofftanker A 1426 TEGERNSEE
Betriebsstofftransporter A 1442 SPESSART
U-Boot U 24
Seefernaufklärer P 3C ORION
Die Übung der NATO Response Force (NRF) mit dem Codenamen „Brilliant Mariner 2010“ wird vom Allied Maritime Command (AMC) in Northwood bei London geführt.
Stabsarbeit im AMC Northwood (1)
Stabsarbeit im AMC Northwood (2)
Stabsarbeit im AMC Northwood (3)
Stabsarbeit im AMC Northwood (4)
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53. Zur Erinnerung an den Kreuzer KARLSRUHE III (↓ 9. April 1940)
Vor 70 Jahren, am 9. April 1940, wurde das Schicksal des Leichten Kreuzer KARLSRUHE (III) besiegelt. Beim Norwegenfeldzug während des Unternehmens „Weserübung“ hatte der Kreuzer die Aufgabe, die Landung deutscher Truppen in Kristiansand zu sichern. Auf dem Rückmarsch im Skagerrak gelang es gegen 20.00 Uhr dem britischen U-Boot TRUANT auf den Zickzackkurse steuernden Kreuzer einen Torpedofächer abzuschießen. Trotz Ausweichversuchen traf ein Torpedo so unglücklich, das beide Maschinen, die E-Anlage, das Ruder und die Lenzmittel ausfielen. KARLSRUHE zeigte bald Schlagseite und sackte langsam tiefer. Gegen 21.00 Uhr stieg die gesamte Besatzung ohne Verluste auf die Begleitboote LUCHS undSEEADLER über.
Als das Schiff bis zur Schanze weggesackt war, gab Kapitän zur See Rieve dem TorpedobootGREIF den Befehl, den Kreuzer durch Torpedoschuss selbst zu versenken. Dieser Befehl wurde um 22.50 Uhr ausgeführt und KARLSRUHE (III) ist anschließend auf 58°4’N/8°4’O gesunken.
Die Skizze zeigt die "fünf Anläufe", die Kreuzer KARLSRUHE wegen Nebel im Fjord am Morgen des 9. April 1940 benötigte, bevor er die eingeschifften Heerestruppen vor Kristiansand absetzen konnte.
Kreuzer KARLSRUHE und Schnellboote am 9.4.1940 vor Kristiansand in Norwegen.
Zur 4. Kriegsschiffgruppe des Unternehmens "Weserübung" zur Einnahme von Kristiansand gehörten 12 Schiffseinheiten:
Kreuzer KARLSRUHE Torpedoboot GREIF Torpedoboot LUCHS Torpedoboot SEEADLER Schnellbootbegleitschiff TSINGTAU (im Bild vor Kristiansand) und sieben Schnellboote.
Schnellboot S 30 vor Kristiansand.
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54. Drei Tage „Hochbetrieb“ im Marinestützpunkt Wilhelmshaven
Für das am 12. April 2010 beginnende Manöver „Brilliant Mariner“ der „NATO Response Force“ (NRF) versammelten sich ab 8.3. Einheiten aus mehreren NATO - Ländern in der 4. Einfahrt des Marinestützpunkt Wilhelmshaven. Während sich die Stabsoffiziere zur Pre-Sailing Conference der SNMG 1 verabredeten, hatten die Besatzungen Gelegenheit, die Marinestadt Wilhelmshaven kennen zu lernen.
Mit ausgewählten Bildern soll dieses „doch recht seltene Ereignis“ dokumentiert werden.
Foto: web (14); whv-maritim (9); WZ-online (24) - alle bearbeitet!
Nachfolgend Bilder von den Liegeplätzen in der 4. Einfahrt.
Mehrzwecschiff L 16 ABSALON, Dänemark (1).
Mehrzwecschiff L 16 ABSALON, Dänemark (2).
Mehrzwecschiff L 16 ABSALON, Dänemark (3).
Zerstörer D 646 LATOUCHE TREVILLE (vorn) und Hubschrauberträger L 9013 MISTRAL, beide Frankreich.
Hubschrauberträger L 9013 MISTRAL, Frankreich.
Zerstörer D 646 LATOUCHE TREVILLE, Frankreich.
Fregatte F 103 BLAS DE LEZO, Spanien.
Minensuchboot M 104 WALNEY, England.
Mehrzweckschiff L 17 ESBERN SNARE, Dänemark.
Minensuchboote M 1096 PASSAU, Deutschland (r.) und M 858 MIDDELBURG, Niederlande (l.).
Minensuchboot M 1096 PASSAU, Deutschland.
Minensuchboote M 915 ASTER, Belgien und M 858 MIDDELBURG, Niederlande im Doppelpack.
Abschließend noch einige Bilder vom Auslaufen der Einheiten am 12. April 2010 aus Wilhelmshaven:
Hubschrauberträger L 9013 MISTRAL, Frankreich
Mehrzweckschiff L 16 ABSALON, Dänemark
Zerstörer D 646 LATOUCHE TREVILLE, Frankreich
Tanker A 1442 SPESSART, Deutschland
Tanker A 630 MARNE, Frankreich
Fregatte F 212 KARLSRUHE, Deutschland
AUF WIEDERSEHEN GOOD BYE WILHLELMSHAVEN !
Hier noch Bilder vom 9./10. April 2010 (abgelichtet aus einem Boot während Hafenrundfahrt und bei einem Heliokopterrundflug). Alle Fotos: whv-maritim
9. April 2010: Teil 1
9. April 2010: Teil 2
10. April 2010: Teil 1
10. April 2010: Teil 2
10. April 2010: Teil 3
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55. Informationen zur „Operation Active Endeavour“ (OAE)
Die „Operation Active Endeavour“ ist eine militärische Operation im Mittelmeerraum unter Führung der NATO. Ziel der Operation ist es, NATO-Solidarität und Entschlossenheit zu demonstrieren und zur Entdeckung und Abschreckung terroristischer Aktivitäten im Mittelmeerraum beizutragen.
Hintergründe zur Operation Active Endeavour Nach den Terroranschlägen des 11. September 2001 beschloss der NATO-Rat erstmals das Inkrafttreten des Bündnisfalls nach Artikel 5 des Washingtoner Vertrags. Die Operation Active Endeavour begann offiziell am 26. Oktober 2001. Wesentliche Aufgabe dieser Operation ist die Seeraumüberwachung zur Erfassung und Dokumentation des zivilen Seeverkehrs und der daran teilnehmenden Handelsschiffe. Die erfassten Daten sind Grundlage für präventive Maßnahmen gegen terroristische Aktivitäten und werden auch für andere Marineeinsätze im Mittelmeerraum, wie z.B. den UNIFIL-Einsatz der deutschen Marine vor dem Libanon genutzt. Am 4. Februar 2003 wurde der Einsatz erweitert. Seitdem werden auch zivile Schiffe durch die Straße von Gibraltar geleitet, um den Schiffsverkehr in diesem Bereich, der als möglicher Ort für terroristische Anschläge angesehen wird, zu sichern.
Deutsche Beteiligung an OAE Die Deutsche Marine beteiligt sich seit dem 16. November 2001 an diesem Einsatz. Dazu wird ein deutsches Schiff zur Standing NATO Maritime Group 1 oder 2 abgestellt.
Meist handelt es sich dabei um Fregatten, wie F 212 KARLSRUHE.
Auch deutsche Uboote sind seit Jahren beteiligt.
Zeitweise operierten in der Straße von Gibraltar auch deutsche Schnellboote.
Die Schiffe führen zur Erkennung an der Steuerbordrah ihres Mastes die NATO-Flagge. Den an der OAE teilnehmenden Soldaten wird von der NATO die Article-V-Medaille verliehen. Das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) die Einsatzmedaille der Bundeswehr für die Teilnahme an der NATO-Operation Active Endeaveour.
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56. Mit der Fregatte „Karlsruhe“ 1990 in Übersee
Badische Neueste Nachrichten (BNN) vom 22.5.1990/Oliver Drecker - Zwölf Wochen dauerte die erste Auslandsfahrt der Fregatte „Karlsruhe“ in diesem Jahr. Das Patenschiff der Stadt kehrte vor wenigen Tagen aus der Karibik, den USA und Kanada zurück, wo es als Flaggschiff des Nato-Flottenverbandes Atlantik(Standing Naval Force Atlantic – auch „Stanavforlant“ oder kurz SNFL genannt) zusammen mit je einem britischen, kanadischen, niederländischen und amerikanischen Schiff unterwegs war. Klaus Lehmann, Karlsruhe, schickte uns einen Reisebericht von Crewmitglied Obergefreiter Oliver Drecker, ein Wehrpflichtiger, den wir nachstehend auszugsweise veröffentlichen.
Auslaufen in Wilhelmshaven: Hunderte von Angehörigen stehen auf dem Pier und verabschieden sich für zwölf Wochen von Söhnen, Brüdern, Freunden, Ehemännern und Vätern. Das Marinemusik-Korps Nordsee spieltMilitärmärsche und die Besatzung steht in der 1. Garnitur auf Passagieraufstellung an Oberdeck. Endlich ist der ganze Rummel vorbei und die „Karlsruhe“ ist allein auf hoher See. Auf die Fahrt über den großen Teich stellt sich schnell Routine ein. Übungen werden abgehalten, um jeden in seine Rolle einzuweisen, und nach und nach findet sich der aus fünf Schiffen bestehende Flottenverband zusammen. Als die Azoren hinter uns liegen und die Badehosen und das Sonnenöl ausgepackt werden macht sich beinahe Urlaubsstimmung breit.
Der erste AuslandshafenPuerto Rico. Auf dieser Karibikinsel, die wir nach 14 Tagen Seefahrt erreichen, unterhält die US-Navy den weitläufigen Ausbildungsstützpunkt „Roosevelt Roads“, der schon zum Standardhafen für deutsche Fregatten geworden ist. „RoRo“ empfängt uns angeschlagen. Auf der ganzen Insel sind unübersehbar die Spuren des Hurricanes „Hugo“ zu sehen. Dennoch ist unser Entdeckungsgeist geweckt. Mit einem Leihwagen erkunden wir die Insel. Unser Weg führt uns an die Luqillo Beach, den Renommierstrand Puerto Ricos. Trotz Sturmschäden läßt sich die Schönheit dieses Fleckchens Erde erkennen. Ein erstes Bad in der karibischen Brandung läßt eine gewisse Euphorie aufkommen. Vielleicht doch ein bißchen Traumreise?
Doch die Pflicht ruft und wir stechen erneut zu einem Manöver in See. Nach einer Woche unter Kriegsmarschbedingungen, die für die Besatzung den Verteidigungsfall simulieren soll, laufen wir für 24 Stunden erneut in Roosevelt Roads ein. Hier können sich alle Angehörigen des Verbandes bei einer großen Beach Party von den Anstrengungen der letzten Tage erholen und einander besser kennenlernen.
Nach einer weiteren Woche Seefahrt erreichen wir die Urlaubsinsel St. Thomas. Dieses zu den amerikanischen Jungferninseln gehörende Eiland liegt an der Route der großen Kreuzfahrtschiffe und hat sich somit dem Tourismus verschrieben. Die Fahrt im gemieteten Jeep führt uns unter anderem an die „Meagans Bay“, einem der zehn schönsten Strände der Welt! Leider spielte das Wetter nicht mit, und der Regen läßt diesen Strand nicht so schön aussehen, wie er wahrscheinlich bei Sonnenschein aussieht.
MSP-Beleg aus den USA.
Der nächste Morgen bedeutet für die Mannen der „Karlsruhe“ Seeklarmachen und Auslaufen. Ein kurzer Transit von zwei Tagen führt uns in den ersten Hafen auf dem amerikanischen Kontinent: Port Everglades, direkt neben Ford Lauderdale in Florida gelegen. Diesmal haben wir Glück: Temperaturen über 28 Grad Celsius und steter Sonnenschein. Eine Fahrt, die durch den Betreuungsoffizier organisiert wurde, führt uns ins legendäre Disney World. In Miami wandeln wir auf Crocketts und Tubbs Spuren um festzustellen, daß es irgendwie doch ganz anders aussieht als im Fernsehen. Miami Beach erweist sich als Rentnerparadies, und unsere Anwesenheit senkt der Altersdurchschnitt auf der Straße um fünf Jahre! Weiter geht’s in Richtung Everglades. Der nächste Tag gehört dem Sumpf. Vormittags nehmen wir an einer Sumpftour teil, bei der ein kleines Touristenboot die Seitenarme und Sumpfinseln erkundet. Am späten Nachmittag erreichen wir Ford Lauderdale, wo wir uns ins pulsierende Leben auf der Strandpromenade stürzen. Da wir ausnahmsweise nachmittags auslaufen, können wir am Morgen des Auslauftages noch mal an den Strand. Wieder einer der Augenblicke, die uns die Reise als Urlaub erscheinen lassen, denn welcher Wehrpflichtige kann schon sagen, daß er Mitte Februar bei 28 Grad Celsius im Schatten unter Palmen am Strand gelegen hat, auf Kosten der Bundeswehr!
Am darauf folgenden Tag, der die „Karlsruhe“ auf offener See vorfindet, wird ein Bordfest veranstaltet. Thema: „Tropical Night“! Auf dem großen Hubschrauberlandeplatz ist genügend Platz für den Aufbau einer Bar und der Musikanlage. In der inzwischen reichlich gekauften „tropischen Kleidung“ wirkt die Besatzung wie eine Touristengruppe aus den USA. Dann fahren wir den Mississippi hinauf , um nach New Orleans zu gelangen, dem vierten Hafen dieser Tour. Der Mississippi ist genauso, wie man sich diesen aus der „Southern-Comfort“-Werbung bekannten Fluß vorstellt: Dreckiges Wasser, alte, schmutzige Fabriken, petrochemische Anlagen, qualmende Fabrikschlote, rostige Lastkähne und häßliche Industriereviere wechseln sich ab. Eine echte Enttäuschung! Dafür entschädigt uns New Orleans. Die ganze Stadt swingt im Taumel des „Mardi Gras“, der amerikanischen Variante unseres Karnevals. Wir wollen natürlich auch mitmischen und gehen in Ausgehuniform an Land. Die weißen Blusen und Mützen lassen uns sofort zur bestaunten Attraktion werden. Die Leute sind sehr freundlich und alle paar Meter wird man angesprochen oder eingeladen. Eine beschwingte Atmosphäre, die uns vergessen läßt, daß wir seit fast zwei Monaten unterwegs sind. Wieder auf See: Wir verlassen nun endgültig das amerikanische Festland, um die längste Seefahrt dieser Reise anzutreten. Ein großes Manöver mit internationaler Beteiligung steht bevor. Für die Besatzung der „Karlsruhe“ heißt das über zwei Wochen Kriegsmarsch, d.h. sechs Stunden Wache und sechs Stunden frei. Das viele durch diese Regelung höher belastet sind, versteht sich von selbst. Die lange Zeit auf See zerrt an den Nerven. Die Tage bis zum nächsten Einlaufen tropfen dahin.
Dann endlich, nach fast drei Wochen Seefahrt, das Einlaufen in Halifax. Kanada empfängt uns mit strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um den Gefrierpunkt. Die Stadt wirkt aufgeräumt, sauber und ordentlich. Leider auch etwas verschlafen. Die Bewohner sind sehr freundlich und empfangen uns mit viel Herzlichkeit. Die schon obligatorische Fahrt im Mietwagen führt uns durch eine Anzahl von Fischerdörfern an der Küste Neu-Schottlands entlang. Hier erleben wir Kanada wie aus dem Reisprospekt: Klare, halb zugefrorene Seen, einsame Waldgebiete, in denen nur gelegentlich eine Blockhütte am Straßenrand erscheint und zerklüftete Felsenküsten, an denen sich die Brandung bricht.
Die Heimat lockt: Nach einem kurzen und ereignisreichen Transit, laufen wir für einen Tag auf der Azoreninsel Sao Miguel in den Hafen von Ponta Delgada ein. Auch wenn es der äußerste Zipfel ist, so stehen wir doch wieder auf europäischem Boden. Die grünen Hügel und saftigen Weiden, auf denen importierte deutsche Kühe stehen, geben uns einen Vorgeschmack auf das bevorstehende Einlaufen in Wilhelmshaven.
Die Einschnitte klingen nicht nur hart - sie sind es, wenn sie in dieser Form umgesetzt werden. Was den Verteidigungshaushalt entlasten soll, wird anderen Bereichen zur Last werden. Eine angestrebte Halbierung der Dienstposten und die Reduzierung der Einheiten wird in den betroffenen Stützpunkten durchschlagen, die Arbeitslosigkeit in den Werften und Zulieferbetrieben erhöhen und die Sozialausgaben steigern. Hinzu kommen steigende Kaufkraftverluste und - zum Schluss der Leidenskette – fallende Immobilienpreise im gewerblichen und privaten Bereich.
Übersicht: „Bereinigter Bestand“, Zuläufe und Streichungen. (Stand Juli 2010) Quelle: KN
Von den Streichungen sind auch acht Fregatten der Bremen-Klasse (Kl. 122) - einschließlich Fregatte F 212 KARLSRUHE (V) - betroffen.
So weit aber muss es nicht kommen. Sofern die auf Minimalgröße zu schrumpfen drohende Flotte der Deutschen Marine nicht auf Jahre hinaus auf diesem betrüblichen „Low Budget Level“ verbleibt.
Der baldige Zulauf des dritten Einsatzgruppenversorgers ("BONN") würde dann überflüssig werden. Seine Berechtigung findet er erst mit dem baldigen Zulauf der überfälligen Korvetten und – nicht zu vergessen – den geplanten vier Einheiten der 125er Fregatten.
Was nach wie vor und ganz besonders nach der Streichung vieler Einheiten fehlt, ist ein Hilfsschiff mit speziellen Fähigkeiten: Landungskomponente und größere Hubschrauberkapazitäten werden schmerzlich vermisst. Ob wir es Joint Support Ship (JSS) nennen oder Mehrzeckeinsatzschiff (MZES) - ein solches Schiff ist seit Jahren überfällig und gehört zwingend ins Schiffsregister einer beabsichtigten, transformierten Marine. Es würde die Aufgaben der 125er Fregatten ergänzen und sinnvoll unterstützen.
Mehrzweckeinsatzschiff - kein "nice to have", sondern ein „must have“. Foto (4): seefahrer
MZES (1)
MZES (2)
MZES (3)
MZES (4)
(Sehr) langfristig dürften auch die Minenjagdboote der Kulmbach- und Ensdorfklasse zu Auslaufmodellen werden. Die Minensuche bzw. -jagd wird sich variabler gestalten und in Komponenten auf unterschiedlichen Einheiten einsetzbar sein. Die Frage ist nur: Auf welchen ?
Die Korvetten werden nicht 1:1 die Lücke schließen können, die die Schnellboote reißen werden, da sie ihre Stärken nicht in der Ostsee entfalten können. Es fehlt also an geeigneten Einheiten, die sowohl den Küstenschutz garantieren als auch die Minenjagd übernehmen könnten. Diese Mehrfachverwendung wäre ein richtiger und konsequenter Schritt, Kosten zu minimieren und die Flotte flexibler zu gestalten.
Was die drastischen Einschnitte bei den Dienstposten angeht: Ich bin ein Kritiker des Mehrfachbelegungskonzeptes. Dabei sei dahingestellt, ob es tatsächlich funktioniert. Es führt allerdings zu einem erheblichen Identifikationsverlust mit dem "eigenen" Schiff. Hierbei steht nicht der Verlust von Traditionen im Vordergrund, sondern der einer gewachsenen Loyalität zu „seiner“ Einheit, zu seinem Job.
Wenn Schiffe nur noch Fahrzeuge sind, dann ist Personal nur noch Menschenmaterial. Die Konsequenzen kann man in der zivilen Wirtschaft beobachten. Man arbeitet nicht mehr mit Freude, sondern aus der Notwendigkeit heraus. Man arbeitet nicht mehr für sein Unternehmen, sondern für sich selbst.
Auch das funktioniert natürlich, wie es Wirtschaftsberatungsunternehmen zu belegen wüssten. Die Arbeitswelt hat sich geändert. Sicherlich nicht zu ihrem Vorteil, wenn Arbeitnehmer heute in großer Zahl in unsicheren Arbeitsverhältnissen beschäftigt sind. Und hier sehe ich eine deutliche Fehlentwicklung. Quantität ersetzt Qualität.
Das ist zwar nicht ohne weiteres auf die Bundeswehr übertragbar, der Trend aber geht auch hier in eine zumindest ähnliche Richtung. Ein Mehrbelegungskonzept fördert das Gefühl der Austauschbarkeit, der „Team Spirit“ höhlt sich aus.
Es wäre schön, wenn ich mich irre. Aber Menschen ticken - mit oder ohne Uniform- immer gleich. Die Bindung zu einem Schiff würde nicht mehr die Qualität erreichen, die wir kannten und teilweise noch kennen. Ich bin wirklich im Zweifel, ob das eine gute Basis für die notwendige Loyalität eines Soldaten darstellt.
Kommentar von karlsruhe-maritim:
Kurze, präzise, ausdrucksstarke Zusammenfassung der aktuellen Situation in der Deutschen Marine mit realistischem Blick in die Zukunft.
Auch wenn meine Freundin namens "Fregatte F 212" unmittelbar betroffen ist, entziehe ich mich nicht der Realität. Hoffe allerdings inbrünstig auf "Klassenerhalt" für Fregatte F 212 KARLSRUHE (V) bis mindestens 11.11.2012, dem Datum des 100. Geburtstag der Patenschaft der Stadt Karlsruhe zu den fünf Kreuzern und Fregatten KARLSRUHE (I/V) seit 11.11.1912. Auch meine „Träume“ von einer KARLSRUHE VI habe ich noch nicht aufgegeben. [siehe hierzu Link: Visionen KARLSRUHE (VI)]
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58. Über die Strukturkommission der Bundeswehr und Einsparungen bei der Deutschen Marine
Der Bundesminister der Verteidigung, Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg, hat am 12. April 2010 die in der Koalition vereinbarte Strukturkommission eingesetzt. Das Gremium unter Vorsitz von Frank-Jürgen Weise soll bis Ende dieses Jahres Vorschläge für eine Straffung der Führungs- und Verwaltungsstrukturen der Bundeswehr erarbeiten.
Die Strukturkommission besteht aus sechs Mitgliedern:
Frank - Jürgen Weise, Vorsitzender der Bundesagentur für Arbeit (BA) und Chef der Strukturkommission zur Reform der Bundeswehr (Oberst d.R.),
Hans-Heinrich Driftmann, DIHK – Präsident,
Jürgen Kluge, ehemaliger Chef des deutschen Büros von McKinsey und heute Vorstandsvorsitzender der Duisburger Familienholding Haniel,
Hedda von Wedel, ehemalige Präsidentin des Bundesrechnungshofs und heute stellvertretende Vorsitzende von Transparency International Deutschland,
Hans - Ulrich Klose (SPD), Koordinator für die deutsch-amerikanischen Beziehungen der Bundesregierung und
Karl-Heinz Lather, General, Stabschef im NATO-Hauptquartier Europa.
Der Auftrag der Strukturkommission Welche Schlüsse aus den Erfahrungen der letzten Jahre müssen gezogen werden und worauf muss sich die Bundeswehr in Zukunft einstellen, sind die Grundfragen der Kommissionsarbeit. Dabei geht es um die grundsätzlichen „Eckpunkte“ Aufgaben, Herausforderungen und Bedrohungslagen.
Anmerkung: Die Strukturkommission hat also nicht – wie fälschlich oft angenommen wird - die Aufgabe, Einsparungen im personellen und materiellen Bereich der Bundeswehr und deren Teilstreitkräften vorzuschlagen oder gar zu erarbeiten. Diese Aufgabe fällt entsprechend den Vorgaben der Bundesregierung – hier im speziellen des BMVg *) - in den autarken militärischen Zuständigkeitsbereich der Inspekteure von Heer, Luftwaffe und Marine.
*) Einsparungen bei der Bundeswehr „nehmen Form an“ !
Experten aus dem Bundesverteidigungsministerium haben Presseberichten vom 7.7.2010 zufolge eine Sparliste für Waffen und Gerät bei der Bundeswehr erarbeitet. Deren Umsetzung würde langfristig mehr als 9 Milliarden Euro sparen.
Die Untersuchung komme außerdem zu der Empfehlung, auf die Beschaffung der Teiltranche 3b mit 37 Flugzeugen "Eurofighter" zu verzichten. Die Marine solle mittel- bis langfristig acht Fregatten, zehn Schnellboote und 21 "Sea King"-Hubschrauber außer Dienststellen und statt vier nur noch drei neue Fregatten der Klasse 125 bestellen. Das Luftabwehrsystem Meads solle dagegen nicht gestrichen werden.
Aufgaben des Inspekteurs der Marine Der Inspekteur der Marine ist der oberste truppendienstliche Vorgesetzte der Teilstreitkraft Marine der Bundeswehr. Er ist für deren personelle und materielle Einsatzbereitschaft verantwortlich. In dieser Funktion ist er dem Bundesminister der Verteidigung (BMVg) unmittelbar unterstellt. Der Inspekteur der Marine ist zugleich Abteilungsleiter im Bundesministerium der Verteidigung, die ihm unterstellte Abteilung ist der Führungsstab der Marine. Im Rahmen der bundeswehrweiten Konzeption ist er Mitglied des Militärischen Führungsrates unter dem Vorsitz des Generalinspekteurs. In der Marine sind dem Inspekteur der Befehlshaber der Flotte und der Amtschef des Marineamtes als Leiter der beiden Höheren Kommandobehörden der Marine unterstellt. Der Inspekteur der Marine bekleidet den Dienstgrad eines Vizeadmirals. Seit 1.7.2010 ist dies Axel Schimpf.
VAdm. Axel Schimpfist somit auch zuständig für die politisch gewollte Neuausrichtung der Marine einschließlich aller beabsichtigten personellen und materiellen Einsparungen und der „vorzeitigen“ Außerdienststellung von Schiffseinheiten, wie z.B. die der acht Fregatten der „Bremen-Klasse“ (Kl.122) mit Fregatte F 212 KARLSRUHE (V). Keine beneidenswerte Aufgabe – eher die Vorbereitung einer „halben Beerdigung“ der Deutschen Marine. Was ein Jammer ! Ich trage bereits Trauerflor.
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59. Was bedeutet „Demonstrator Besatzungstausch F125“ ?
PIZ Marine/LM - Vor dem Hintergrund lang andauernder Stabilisierungsoperationen, wie sie derzeit in der Operation ATALANTA durchgeführt wird, ist die Durchhaltefähigkeit im Einsatzgebiet ein Hauptschwerpunkt. Zum einen muss die materielle Beschaffenheit der Einheiten so ausgelegt sein, dass längerfristige Einsätze mit möglichst geringem Wartungsaufwand durchgeführt werden können. Zum anderen muss die personelle Durchhaltefähigkeit gewährleistet sein.
Erprobung „Demonstrator Besatzungstausch F125“ im Aug./Sept 2010 in Kiel und in der Ostsee.
Mit den, der Deutschen Marine ab 2016, zulaufenden Fregatten der Klasse 125 werden neue Wege beschritten. Die neuen Einheiten werden in einem Intensivnutzungskonzept betrieben, bei dem das Schiff für zwei Jahre ununterbrochen im Einsatzgebiet verbleiben wird und die Besatzungen in einem viermonatigen Rhythmus ausgetauscht werden. Durch dieses neue Konzept werden Transitzeiten in das Einsatzland gespart und die Planbarkeit für die Besatzungen erhöht.
Soldaten verladen ihre persönliche Ausrüstung.
Das neue Konzept: Ein Zweibesatzungskonzept, wie es für die Fregatten der Klasse 125 vorgesehen ist, ist derzeit in der Deutschen Marine in der Entwicklung. Es wird jedoch weitreichende Auswirkungen auf die Ausbildung, den Einsatz und die Unterstützung von Besatzungen der neuen Fregatten haben. Neue Konzepte der standortnahen Ausbildung, technische Verfahren zur Vor- und Nachbereitung des Tausches oder der Transport der Besatzungen in das Einsatzland stellen mögliche Herausforderungen dar.
Fregatten F 213 AUGSBURG und F 214 LÜBECK im Kieler Tirpitzhafen. Foto (3): PIZ Marine
Erprobung im Hafen und in See: Zur Unterstützung dieser Konzeptentwicklung führt die Einsatzflottille 2 im Auftrag des Befehlshabers der Flotte das Projekt - Demonstrator Besatzungstausch - durch. Für dieses Vorhaben werden die Fregatten der Klasse 122, Fregatte AUGSBURG und die Fregatte LÜBECK eingesetzt. Überprüft werden verschiedene Verfahren der Übergabe. Ein Besatzungstausch wurde während der Hafenliegezeit durchgeführt. Weiterhin wird eine Übergabe in See und ein Tausch innerhalb von 48 Stunden erprobt werden.
Einleitung Für viele maritim begeisterte “Leseratten” und Befürworter von Patenschaftsbeziehungen zwischen deutschen Städten und Marineschiffen stellt sich bereits heute die bange Frage:
Wird es nach der planmäßigen Außerdienststellung der Fregatten F 210 EMDEN (V), F 211 KÖLN (V) und F 212 KARLSRUHE (V) in der Deutschen Marine nach 2015 Fregatten/Korvetten EMDEN (VI), KÖLN (VI) und KARLSRUHE (VI) geben ?
Versuch einer Bestandsaufnahme Unter realen Gesichtspunkten muss diese Frage leider mit “Nein” beantwortet werden. Die Namen der bis Anfang der 20er Jahre des Jahrhunderts zulaufenden Fregatten (Klasse F 125) und Korvetten der Klassen K 130 A (K 131) sind bereits vergeben. Die Fregatten werden wohl nach den Bundesländern BADEN-WÜRTTEMBERG, NORDRHEIN-WESTFALEN, SAARLAND und SACHSEN-ANHALT benannt werden. Man spricht hier bereits von der "Baden-Württemberg-Klasse".
Ein Blick in die Zukunft Frühestens mit der Indienststellung weiterer Fregatten und Korvetten – deutlich nach 2020 – käme nach meiner Einschätzung eine Wiederbelebung der Traditionsnamen der Schiffe „Emden“ (seit 1908), „Cöln/Köln“ (seit 1909) und „Karlsruhe“ (seit 1912) wieder in Frage. Bis dahin hat allerdings sowohl in den Patenstädten, als auch bei der Deutschen Marine ein deutlicher Generationswechsel stattgefunden. Keinesfalls kann schon heute einigermaßen seriös abgeschätzt werden, ob sich in der nächsten Generation Personen finden, die sich um den Traditionserhalt in den Patenstädten und der Deutschen Marine ernsthaft bemühen werden.
Wie kann man das „vergessen werden“ positiv beeinflussen ? Nach meiner Auffassung müssen Denkansätze zum Traditionserhalt in den Patenstädten erarbeitet werden. Und zwar nicht erst beim „Abgesang“ kurz vor Außerdienststellung der Fregatten „Emden“, Köln“ und „Karlsruhe“ um 2015. Dazu bedarf es neben den Stadtverwaltungen der Unterstützung langfristig engagierter Bürger, sowie der lokalen Marinekameradschaften und Freundeskreise. Zur rechtzeitigen Bürgerinformation muss Pressearbeit geleistet werden. Letztlich entscheidet der Bürgerwille – das funktioniert aber nur, wenn sich aus dessen Kreis eine „Führungsfigur“ finden lässt, die sich dem „Projekt Traditionserhalt“ langjährig mit Zielstrebigkeit und Ausdauer zur Verfügung stellt. So zu sagen eine „Lebensaufgabe“. Auseinandersetzungen mit selbst definierten „Kriegsgegnern“ und politisch Andersdenkenden sind dabei möglichst zu ignorieren bzw. zu vermeiden. Von Seiten der Marine müßte sich ein "Ehemaliger" finden, der eine Homepage für eine "Kameradschaft Ehemaliger F 212er Karlsruhe-Fahrer" aufbaut, Adressenlisten pflegt und Treffen organisiert.
Welche Ansätze sind bereits heute vorhanden bzw. zu erwarten ? Die Patenschaftspflege Karlsruhe – KARLSRUHE auf Gegenseitigkeit genießt in der Patenstadt und bei der Bundesmarine/Deutsche Marine seit Oktober 1959 ununterbrochen höchste Wertschätzung. Möglich war das durch die Aktivitäten der Karlsruher Bürgermeister und deren Stadtverwaltung unter enger Einbindung von Initiativen von Vereinen, der Karlsruher Geschäftswelt und einzelner engagierter Bürger der Stadt. Auch die Patenschaften zwischen den Städten Emden/Köln und den Geleitbooten/Fregatten EMDEN/KÖLN wurden siet Anfang der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts mit wechselnder Intensität wahrgenommen. In Köln hat sich jedoch „erst“ 2007 der „Freundeskreis Fregatte e.V.“ konstituiert, der seit dem sehr erfolgreich die Arbeit im Kölner Rathaus unterstützt. In Emden ist in diesen Tagen (Sept. 2010) die Idee geboren wurden, die in Emden gebaute Fregatte EMDEN (V) nach deren Außerdienststellung als Touristenattraktion (Museumsschiff) „heimzuholen“. Derzeit wird geprüft, ob sich finanzstarke Bürger zur Gründung eines Vereins der „Freunde der Fregatte Emden“ finden. Nach meiner Ansicht für die Stadt an der Nordsee ein lobenswertes Vorhaben.
Wie könnte das Bürgerengagement nun so um 2020 aussehen ?
Stadt Emden: Irgendwo im Hafen liegt ex F 210 EMDEN (V) als erfolgreiche Touristenattraktion an der Pier im Emshafen.
Stadt Köln: Neben den Asservaten des Kleinen Kreuzer KÖLN (I) - ein auf Norderney angetriebenes Kutterwrack – und dem Heckanker der Fregatte KÖLN (IV) wird in der Kölner Eigelstein Torburg auch der Buganker der Fregatte KÖLN (V) ausgestellt.
Stadt Karlsruhe: Hier könnte das Wappen vom Bug und der Anker des vorerst letzen Schiffes KARLSRUHE in den Deutschen Marinen seit 1912, der Fregatte KARLSRUHE (V), publikumswirksam ausgestellt werden. Über den Ort der Aufstellung sollten schon heute in den zuständigen Dezernaten für Bau und Kultur erste Überlegungen angestellt werden. Ich schlage einen Platz im Innenstadtbereich oder Schloßgarten vor, den über mehr als fünf Jahrzehnte auch die „blauen Jungs“ der Schiffe KARLSRUHE (IV/V) während Patenschafts- und Adventsbesuchen betreten haben. In Frage käme auch ein Ort in Nähe der Anlegestelle des FGS „Karlsruhe“ am Steiger 1 des Karlsruher Rheinhafens.
Nachbemerkung: Ich gestatte jedem, der diese Zeilen liest, mich einen „Spinner“ zu nennen. Mein eigenes Traditionsbewusstsein und meine „Wunschträume“ im letzten Lebensabschnitt lasse ich mir dadurch nicht nehmen - von Niemandem !!!
Und hier meine Visionen (über eigenes Erleben hinaus):
Fregatte KARLSRUHE (VI) um 2025
oder
Korvette KARLSRUHE (V) um 2025
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"EXTRA´s Schiffe KAR 3" wird unter Link: "EXTRA´s Schiffe KAR 4" fortgesetzt!